Trageweise und Entstehung der

Kappenabzeichen

 

Als sich ab 1908 das Erscheinungsbild der österreichisch-ungarischen Armee ändert, nachdem die Farbe „Hechtgrau“ bei der Infanterie eingeführt wurde, fielen die  bunten Uniformen und Kopfbedeckungen einer Vereinheitlichung zum Opfer, wurde das Erkennen der einzelnen Regimenter schwerer. Hauptsächlich der Stolz auf den eigenen Verband sollte nun zum Ausdruck gebracht werden und so wurden die ersten Einheitsabzeichen geschaffen. Diese Abzeichen waren von offizieller Seite genehmigt. Den Armeeabzeichen folgten Korps, Divisions- und Brigadeabzeichen sowie Regiments- und  Batallionsabzeichen. Ab diesen Zeitpunkt beginnt der „Wildwuchs“ der Kappenabzeichen. Es folgten auch Abzeichen für Weihnachten, Schlachten, verschmähen des Gegners oder Heerführer. Für die Minderheit erhielt man von vorgesetzter Stelle eine offizielle oder inoffizieller Bewilligung, meist suchte man allerdings nicht darum an, viele der heute bekannten Abzeichen waren also eher inoffiziell erstellt und ausgegeben worden. Das Kriegsministerium versuchte diesen unkontrollierten Wachstum in manchen Fällen noch einen Riegel vorzuschieben  und verbot so z.B. des Tragens eines inoffiziellen Kappenabzeichens in der Verordnung des k. u. k. Kriegsministeriums vom 28. 10.1918.

Die Trageweise der Kappenabzeichen war nicht geregelt, allerdings versuchten dienstliche Weisungen den Gebrauch zu regulieren. Meist wurden sie an der linken Seite der Kappe getragen, manchmal jedoch oberhalb der rechten oder, in seltenen Fällen, auf der linken Blusenseite. Aufgrund der unglaublichen Vielfalt der Kappenabzeichen wurden sehr oft mehrere Abzeichen gleichzeitig getragen.

Die Entstehungszeit der meisten Abzeichen fällt hauptsächlich in die Jahre 1915 – 1916 in einigen Fällen, wie z.B. das Karl-Edelweißabzeichen noch bis1917. Nach dem Krieg ging die Produktion in den Kameradschaftsverbänden weiter, und führten zu eigenen Kreationen, wie beim Rainerbund des IR 59, oder zur Neuauflage, wie beim Hessen – Rainer, Kaiserjägerbund in Schärding.


Trageweise

Trageweise Feldkappe mit weiteren Abzeichen Edelweißdiv., Oberleutnant Hainisch Eduard Trageweise nach dem Krieg, auf der Feldkappe von Oberleutnant Hainisch Eduard mit weiteren Abzeichen. Edelweißdiv. Karl 1917, Rainerabzeichen 14-16 und Edelweißdiv. 1914-18. Die Kokade wurde gegen eine patriotische getauscht und ein gesticktes Edelweiß angebracht. 
Trageweise Kappe, Oberleutnant Henniger Hermann

Trageweise auf der Stockkappe schwarz, Oberleutnant Henniger Hermann.

Trageweise Nachkrieg Kappe, Generalmajor Freiherr von Albori Trageweise Nachkrieg auf der Stockkappe hechtgrau, Generalmajor Freiherr von Albori, vermutlich das Rainerabzeichen 1914-18. Die Kappe ist im Besitz der Salzburger Wehrgeschichtlichen Rainerforschung.
Trageweise rechte Brust oberhalb der Tasche, Hauptmann Schreyer Eugen Trageweise rechte Brust oberhalb der Tasche, Hauptmann Schreyer Eugen. Das Abzeichen ist das Rainerabzeichen 1914-16.
Pater Eder und das Edelweissabzeichen Karl 1917 Pater Eder und das Edelweißabzeichen Karl 1917

Das Kappenabzeichen des IR 59. von Josef Ferdinand  "Das Edelweiß dem Alpenkorps gewidmet…" Weltbrand 1914 - 1916, wurde hier an der Stelle eines Funktionsabzeichens verwendet. Möglicherweise ist das Abzeichen an der Kappe ebenfalls dieser Typ.

Der Soldat links unten trägt das Abzeichen der 3. Infanterietruppendiv. Feldmarschallleutnat Hortensky mit dem Abzeichen der 4. Armee sowie das Edelweiß.


Kappenabzeichen des IR 59

1914 - 1916 Das Edelweiß gew. Josef Ferdinand IR 59 1914 - 1916 Das Edelweiß gew. Josef Ferdinand IR 59. Eines der seltensten Kappenabzeichen, von denen sehr viele Fälschungen aus Italien im Umlauf sind.

1914 - 1917 Kappenabzeichen Schildform IR 59    1915 - 1917 Kappenabzeichen 3 Zinnen des X. 59

1914 - 1916 Kappenabzeichen Schildform IR 59. Das bekannteste Abzeichen des IR 59. Nach dem Krieg wurde es vom Rainerbund wieder aufgelegt, Allerdings wurde das Datum verändert. Es stand nun 1914-18 statt 16.

1915 - 1917 Kappenabzeichen 3 Zinnen des X. Baons des IR 59

Dieses Kappenabzeichen ist mir in dieser Form nicht bekannt. Es kann von einem Original ausgegangen werden. Ob die Zahl 17 auf das Jahr hinweist, ist nicht bekannt.


Beim IR 59 getragene Kappenabzeichen

1914 - 1918 Edelweißdivision, siehe Foto Oberleutnant Hainisch 1914 - 1918 Edelweißdivision, siehe Foto Oberleutnant Hainisch. Gültig für alle Rainereinheiten und für das IR 107.
1916 Josef Ferdinand Edelweiß  1916 Josef Ferdinand Edelweiß

Kappenabzeichen zur Person Kaiser Karl.

3. Infanterietruppendiv. Feldmarschallleutnat Hortensky 3. ITD. Feldmarschallleutnat Hortensky mit dem Abzeichen der 4. Armee. Gültig für 4 Rainerbaone.
4. Armee 1914 - 1915 Erzherzog Joseph Ferdinand     Edelweissdivision  Kaiser Karl 1917, siehe Pater Eder und Obl. Hainisch

4. Armee Feldzug 1914 - 1915 Erzherzog Joseph Ferdinand. Gültig für alle Rainereinheiten.

Edelweißdivision Kaiser Karl 1917, siehe Pater Eder und Obl. Hainisch. Gültig für alle 59er und 107er Baone.

Kappenabzeichen zur Person Erzherzog Eugen. Obwohl Hoch- und Deutschmeister auch gültig für alle Baone des IR 59
FM Ehg Friedrich Kappenabzeichen zur Person FM Ehg Friedrich
Franz Joseph Kappenabzeichen zur Person Kaiser Franz Joseph
Zwei Jahre im Felde 1914 bis 1916 gültig für alle Rainereinheiten außer dem X./59
Grabstätten der Gefallenen Helden von 1914 Limanova Tarnow Gorlice 1915

Das Sturmtruppabzeichen des Infantristen Lengauer aus seinem Besitz.

Auch die Feldpostkarte aus seiner Hand entstammt dem Familienbesitz

Weitere Kappenabzeichen aus dem Kampfbereich der Rainer

Allgemeine Abzeichen - z.B. Weihnachten im Felde

Feldherrn - z.B. Erzherzog Eugen

Kampforte - z.B. Pustertal

Heldenerinnerungen - z.B. Den gefallenen Helden Gorlize