M 1891 Mosin Nagant  Beute

 

 

Seit 1883 gab es im zaristischen Russland Überlegungen, welches Gewehr in der Kaiserlich Russischen Armee eingeführt werden sollte. 1890 standen zwei Modelle zur Auswahl: eines vom russischen Konstrukteur Sergei Mossin und ein Modell des Belgiers Léon Nagant. Nach Tests von 1891 entschied man sich für das Mossin-Gewehr, das nach dem Vorbild Nagants leicht modifiziert wurde. Zusammen mit dem Mosin-Nagant-Gewehr wurde die neue 7,62-mm-Randpatrone mit Rundkopfgeschoss eingeführt. Das Gewehr wurde auch unter der Bezeichnung „Dreiliniengewehr“ bekannt (russisch Трёхлинейная винтовка). Der Name bezieht sich auf die Kaliberangabe in der alten Einheit Linie, wobei drei Linien genau 7,62 mm entsprechen.

 

Ursprünglich gab es die Waffe in drei Versionen:
Infanteriegewehr mit 800 mm Lauflänge und Bajonett
Dragonergewehr mit 730 mm Lauflänge und Bajonett
Kosakengewehr mit 730 mm Lauflänge ohne Bajonett

 

Der Nachteil der ersten beiden Versionen bestand darin, dass das Bajonett permanent angebracht sein musste, da die Waffen in dieser Konfiguration eingeschossen wurden. Ein Abnehmen des Bajonetts hatte eine Verschlechterung des Schussbildes zur Folge

Das Mosin Nagant Gewehr 1891 hat die Merkmale von zwei Gewehren. Eines entworfen von dem russischen Armee Offizier Mosin und das andere von dem Belgier Leon Nagant. Die Waffe wurde bis in die 70er Jahre des 19. Jahrhunderts verwendet.

 

Bei den Kämpfen im 1. Weltkrieg erbeuteten die österreichisch-ungarischen Truppen eine große Anzahl dieser Gewehre mit Bajonetten. Diese kamen seitens der k.u.k. Armee als Beutewaffen wieder zum Einsatz. Das Bajonett wurde aber in einer dafür eigens hergestellten Scheide verwahrt. Viele dieser Waffen wurden zur leichteren Verwendung auf die österreichischen Patrone 8x50 R, gleich dem M 95, umgebaut. Dazu gab es noch kleinere Verbesserungen bei der Halterung und dem Visier.

 

Markierungen auf dem Gewehr sind in der Regel der russische, zaristische Doppeladler. Der Herstellernamen in kyrillisch, Herstellungsdatum und Gewehrseriennummer sind auf der Oberseite angebracht. Einige Gewehre zeigen auch ein Herstellungsdatum. Die Seriennummer wurde mehrfach auf verschiedenen Teilen angebracht. Eine Fabrikmarkierung ist häufig auf der rechten Seite der Schulterstütze zu sehen. Nach dem Umbau wurden sie mit dem Umbaustempel "AZF" = Artillerie-Zeugsfabrik im Wiener Arsenal gekennzeichnet.

 

Das Stichbajonett hat eine lange, kreuzförmige Klinge mit nicht sehr tiefen Hohlkellen und einer Schraubenzieherartigen Spitze. Ein kurzer Arm verbindet die Klinge mit der Dille. Diese hat einen L-Gang (Slot) mit dem das Bajonett aufgesteckt wird, der Sperrring wird gedreht bis das Bajonett einrastet. Das Bajonett war ständig am Gewehr angebracht, eine Scheide daher nicht nötig. Bei der Kavallerie wurde das Bajonett in speziellen Ösen der Schaska-Scheide verwahrt, da das Bajonett auf dem Karabiner aufgepflanzt auf dem Pferd zu unhandlich war.

 


https://gunsmagazine.com/the-first-squeeze-bore/