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Adjustierung

 

Eigenmächtige Abänderungen sind nicht erlaubt. Schuldiger trägt die Kosten.

 
     Mit Seitengewehr,
Im Dienste stets.
Unteroffiziere, Gefreite und Soldaten als Kommandant in. von Abteilungen.
Außer Dienst außerhalb der Kaserne.
     Ohne Seitengewehr.
Mannschaft ohne Chargengrad bei dienstlichen Passungen, Arbeiten und Verrichtungen, bei welchen laut Vorschrift oder der Natur der Sache nach kein Seitengewehr zu tragen ist.
Aufenthalt am Lande und in Badeorten, dann bei Leiden, mit Bewilligung des Truppenkommandanten auf Grund eines militärärztlichen Zeugnisses.
     Mannschaft im nichtaktiven Verhältnis
Darf Militäruniform nicht tragen; auch Teile derselbe nicht, z. B. Feldkappe.
Wurde dem Manne beim Übertritt ins nichtaktive Verhältnis eine Uniform mitgegeben, so hat er sie nach Eintreffen im Urlaubsorte abzulegen.
     Ausland. Zivilkleidung.
 

 

     Adjustierung in Parade.

Paradekopfbedeckung, Rock.
Mantel bei Regen oder Kälte angezogen, bei zweifelhaftem Wetter im Kranz getragen.
Vollkommen bewaffnet und ausgerüstet.
     Nicht mitzunehmen sind jedoch: Feldgeräte, ferner Repetierpistole, Umhängschnur, Patrontasche, Kavallerieleibriemen, sowie das zweite Paar Fußbekleidung.
Pferde vollkommen gerüstet, jedoch ohne Feldgeräte und Hafer.
Packriemen nur dann mitnehmen, wenn der Mantel mitgenommen wird.
     Adjustierung: in Parade anläßlich der gewöhnlichen Kirchengänge. Paradekopfbedeckung, Rock (Mantel), Seitenwaffe und die zu derselben gehörigen Rüstungsorten.
 

 

Adjustierung im Felde

 
    Vollständig bekleidet, bewaffnet und ausgerüstet, mit Kriegstaschenmunition und der normierten Verpflegung.
Mannschaftsreitpferde tragen auch den Reservehafer.
     Nicht mitzunehmen sind jedoch:
Paradekopfbedeckung (mit Ausnahme Kavallerie und reitende Artilleriedivisionen), Rock, blaugraue Pantalons (Stiefelhosen), Zwilchjacken und Sommerpantalons — Festungsartillerie nimmt letzten jedoch ins Feld mit.
 
Gamaschen
Wollhandschuhe
Gewirkte Leibel
Unterhosen und
abknöpfbares Mantelfutter
April bis Oktober
Im Gebirgskriege; Leibel
und abknöpfbares Mantelfutter
jedoch immer.
 
Hosenbänder vom Oktober bis April. Vom Jahre 1913 an befindet sich eine viereckige Kochschale pro Mann in Einführung (an Stelle des früheren Kochgeschirres für 2 Mann und der Eßschale).
 
Tragart des Mantels Bei Regen oder Kälte angezogen.
Ansonsten im Kranz (bzw. Bandelier).
Bei plötzlich eintretendem schlechten Wetter
wird der Mantel mit aufgemachter Taillenspange umgehängt,
und mit der Schlinge geschlossen.
Berittene können den Mantel bei kühler und
feuchter Witterung auch dann anziehen,
wenn ihn die zu Fuß marschierende Truppe nicht trägt.

 

Jene Leute, die Halbstiefel tragen, stecken den unteren Teil der Pantalons bei schlechtem Wetter (nassem Boden) in die Halbstiefel.

 

 

Marschadjustierung

 
Gleicht jener im Felde, wie vorstehend, jedoch folgende Ausnahmen:
       Legitimationskapsel und Repetierpistole werden nicht mitgenommen.
       Feldzeichen nur in besonderen Fällen getragen.
      Verpflegsartikel sind nur über besonderen Befehl mitzunehmen.
     Sommerpantalons dürfen nicht genommen werden.
     Betreffs Ausrüstung der Pioniere (bei Infanterie und Jägern), dann der Blessierten- und Bandagenträger sind fallweise ergehende besondere Weisungen maßgebend.
     In Marschadjustierung ist auszurücken:
     Auf Befehl,
     Übungslager,
     Gefechtsübungen mit vereinten Waffen,
     Größere Übungen und Konzentrierungsmärsche.
    Ausrückung in der Garnison stets mitzunehmen:. Brotsack, Feldflasche; die übrigen Feldgeräte nur dann, wenn dies speziell befohlen wird.
     Alarmierungen. Von den Feldgeräten nur jene mit zunehmen, die sich in Verwahrung der Mannschaft befinden
     Marschadjustierung ohne Feldgeräte;
     Bei Paraden während einer Konzentrierung oder einer Lagerübung.
     Alle Feldgeräte bleiben zurück.
     Sommerpantalons dürfen genommen werden.
     Bei gewöhnlichen Ausrückungen:
Nach den jeweiligen Anordnungen.
Grundsätzlich in Kappe (nur Kavallerie und reitende Artilleriedivision auf besonderen Befehl Paradekopfbedeckung).
Mantel bei Regen angezogen, bei zweifelhaftem Wetter im Kranze — ansonsten nicht mitgenommen.
     Im Inspektion-, Ordonnanzdienste.
Nach den jeweiligen Anordnungen.
Unteroffiziere mit Notizbuch.
     Außerhalb der Unterkunftsräume Mantel angezogen, b w. im Kranz (Bandelier).
     Kompagnie-, Bataillons- und Kaserninspektionschargen mit Dienstesabzeichen müssen stets angekleidet und mit
dem Seitengewehr versehen sein. Kommodetschako für Offiziere gestattet.
Im Ordonnanzdienste vor dem Feinde eventuell vollkommen gerüstet.
      Im Wach- und Bereitschaftsdienste.
Nach den jeweiligen Anordnungen.
Stets mit scharfer Munition.
Die Feldgeräte sind nur über besondere Verfügung des Militärstationskommandos mitzunehmen.
     Laut D, 531 sind die Wachen vollkommen ausgerüstet und mit scharfer Munition versehen. Unter gewöhnlichen Verhältnissen jedoch ohne Feldgeräte und ohne Brotsack; die nicht zu Pferde ausrückende Kavallerie nimmt bloß die Waffen und die Munition mit..
     Bei Meldungen, Torstellungen, Bitten, Beschwerden, Kriegs- und Standrechten, gerichtlichen Vernehmungen, bei letzteren jedoch nur die nicht in Haft befindliche Mannschaft.
     In Parade mit Seitenwaffe, sowie mit den Rüstungssorten,
welche zu letzterer gehören. Die mit Offizierssäbel bewaffneten
Unteroffiziere mit Dienstabzeichen.
     Bei Märschen, Übungen und Konzentrierungen ist
der Rock und die Paradekopfbedeckung nur dann zu nehmen,
wenn sie sich beim Manne befinden.
      Bei Fassungen. Die beim Fassungskommando eingeteilten Unteroffiziere jederzeit mit der Seitenwaffe, nach Umständen mit dem Feuergewehre.
     Adjustierung bei den nicht besonders bezeichneten dienstlichen Anlässen:
Nach jeweiliger Anordnung, so z. B. wie folgend:
      Patrouillenadjustierung.
Dieser Ausdruck ist allgemein üblich, jedoch nicht reglementiert. Der Packtornister bleibt zurück, ansonsten wie Marschadjustierung. ein Zurücklassen weiterer Gegenstände muß besonders befohlen werden.

 

Packung bei abgelegten Kalbfelltornister

In einem solchen Falle kommen:

 
Kaffekonserven
Salz
für je 2 Mann
ins Kochgeschirr
Fleischkonserven, Zwieback
und sonstige unbedingt
nötige Gegenstände
im Brotsack nach
Tunlichkeit

Rauchrequisiten und Tabak, eventuell auch in Monturtaschen.

 

Patronentornister mit Mantel

 

Patronentornister mit Mantel, Zeltblatt und Kochschale

Patronentornister mit Mantel und Kochgeschirr.
Wird auch das Zeltblatt mitgenommen, so wird dieses wie in der rechtseitig nachstehenden Figur verpackt.

     Exerzieradjustierung, bzw. Adjustierung bei Übungen.
Hierüber existiert keine Vorschrift. Ist jedem Truppenkörper durch besondere Befehle geregelt. Sommerpatalons.
     Kommodeadjustierung
Kappe, ohne Dienstabzeichen.
     Außer Dienst
Den jeweiligen Verhältnissen entsprechend.
Zur Paradekopfbedeckung dürfen Feldbluse und Sommerpantalons nicht getragen werden.
 

 

Allgemeine Bestimmungen über Adjustierung.

 
     Kopfhaar und Bart.
Kopfhaar am Scheitel nicht länger als 7 cm, am Hinterhaupt höchstens 3 cm lang.
Schnurrbart darf nicht rasiert werden (ausgenommen Dragonerregiment Nr. 14).
Vollbart oder Backenbart mit ausrasiertem Kinn gestattet; die Chargendistinktion muß jedoch sichtbar bleiben.
     Augengläser. Auf Grund ärztlichen Zeugnisses kann die Mannschaft vom Regimentskommando die Erlaubnis erhalten. Augengläser (Brillen) zu tragen und bekommt diese auf Kosten des Ärars.
Außer Reih und Glied kann statt der Brille der Zwicker getragen werden.
     Armstreifen.
     Unteroffiziere, die den Präsenzdienst freiwillig fortsetzen, erhalten am linken Ärmel einen 13 cm breiten dessinierten Armstreifen aus vergoldetem Nickeldraht;
überdies hiezu noch schmälere, 6mm breite, u. zw.:
nach 3 Präsenzjahren einen,
nach 6 Jahren zwei,
nach 9 Jahren drei Streifen.
     Gefreite und Soldaten, welche den Präsenzdienst freiwillig fortsetzen, erhalten am linken Ärmel kaisergelbe seidene, 1cm breite Armstreifen, u. zw.:
nach 3 Präsenzjahren einen, nach 6 Jahren zwei, nach 9 Jahren drei.
     Offiziersdiener und Pferdewärter am rechten Ärmel einen krapproten schafwollenen, 11 cm breiten Armstreifen.
     Börtchen an beiden Ärmeln.
     Einjährigfreiwillige und Reservekadettaspiranten aus kaisergelber Seide: 1cm breit.
     Waffenmeister und Beschlagmeister anschließend an den oberen Rand des Aufschlages. Die Borte ist wie jene am Tschako der Korporale.
 

 

Armbinden

 

werden am linken Oberärmel des zu oberst angezogenen Monturstückes getragen.

 

Bei Militäreisenbahnbehörden
und Betriebsformationen von Militäreisenbahnen
und Feldbahnen eingeteilte Militär- und nicht
aus den Ländern der heiligen ungarischen Krone
beigestellte Zivilpersonen.

 

  Gelbe Armbinden mit schwarzem,
doppelt geflügeltem Rad (Offiziere
des Eisenbahnregimentes tragen
keine Armbinde.)
         
Bei Militäreisenbahnbehörden
und Betriebsformationen von Militäreisenbahnen
und Feldbahnen eingeteilte Militär- und nicht
aus den Ländern der heiligen ungarischen Krone
beigestellte Zivilpersonen.
Rote Armbinden mit gelbem, doppelt
geflügeltem Rad (Offiziere des
Eisenbahnregiments tragen keine
Armbinde.)
         
Zu Feld- oder Reservetelegraphen-
formationen gehörige Militär-
und Zivilpersonen.
 
 

  Gelbe Armbinden mit
schwarzem T
         
Personen der Seetransportleitung und der Schiffstationskommandos.  

  Gelbe Armbinden mit
schwarzem Emblem (Anker mit Krone).
         
Sanitäts- und das
Sanitätshilfspersonal sowie alle
sonstigen bei Sanitätsanstalten eingeteilten
Personen, einschließlich der Seelsorger
und Diener, dann das Personal der
freiwilligen Sanitätspflege.
 
 

  Weiße Armbinden mit
rotem Kreuz.
 
Politische Beamte     Weiße Armbinden mit goldenem
Namenszug Seiner Majestät.
 
         
Stabswagenmeisterhöher Kommandos
 
    Gelbe Armbinde mit
schwarzem Doppeladler
 
         
Train- u. Stabsführer von Truppen     Gelbe Armbinden mit schwarzer,
abgekürzter Bezeichnung
des Truppenkörpers.
         
Zur Armee im Felde zugelassene
fremdländische Offiziere
 
    Gelbe Armbinden mit schwarzer
Aufschrift "Attaché"
 
         
Bei der Armee im Feldebefindliche Vertreter der
Presse und ihre Diener
 
    Gelbe Armbinden mit schwarzer
Aufschrift "Presse".
         
Das Feldgendarmeriepersonal,
die Stabstruppen und alle in
Zivil gekleideten Personen, wenn
sie nicht zum Tragen einer anderen
Armbinde verpflichtet sind.
    Schwarzgelbe Armbinden
         
Chauffeure der freiw. Motorkorps
 
    Schwarzgelbe Armbinden mit
dem Automobilabzeichen
         
Schiedsrichter     Weiße Armbinden
   

 

   
     Feindesabzeichen, 8cmbreiter, krapproter Baumwollstreifen an der Kopfbedeckung. Sind bei einer Partei - ohne Abzeichen bosnisch-herzegowinische Truppen (d. i. mit rotbraunem Fez), oder Kavallerie und Traintruppe, soweit diese noch mit krapproter Kappe ausrücken, eingeteilt, so haben sie als Übungs-(Feindes-) Abzeichen einen 8 cm breiten blauen Kalikostreifen (d. i. Baumwollstreifen) anzulegen.
Bei Übungen gegen Markierung vom Markierer zu nehmen. Wird zu allen Übungen in der rechten Seite der Kappe (im Nackenschutz verwahrt) mitgenommen.
     Schiedsrichter und Berichterstatter, dann deren Ordonnanzoffiziere und Ordonnanzen, sowie Personal neutraler Abteilungen und Anstalten 8 cm breite weiße Leinwandstreifen an Kopfbedeckung.
     Feldzeichen aus Eichenlaub — in dessen Ermanglung aus Tannenreisern.
Zu tragen vor dem Feinde — und im allgemeinen bei feierlichen Ausrückungen über besondere Anordnung.
Ferner bei Übungen: vom Übungsleiter und seinem Stabe.
     Weste. Das Tragen derselben ist gestattet.
 

 

Distinktionssterne

 

 
Aus weißem Zelluloid normiert, sind aus Platten
von ca. 0 • 5 mm Dicke gestanzt und gleichzeitig
1 • 5 bis 2 mm hochkantig gepreßt.
Die Befestigung geschieht in der Weise, daß die
gegenüber liegenden einspringenden Winkel des Sternes
mit weißem Zwirne — entsprechend der Zeichnung
verbunden werden.
 

 

 

Notizbuch.

In der linken Brusttasche zu versorgen. Bei Bekleidungsstücken, welche mit keiner (keiner geeigneten) Brusttasche versehen sind, ist im Putter des linken Vorderteils eine Tasche anzubringen.
 

 

Dornlöcher.

Es ist strenge darauf zu sehen, daß die Mannschaft die Riemen nicht mit Messern u. dgl. durchlöchere.
Wenn neue Dornlöcher unbedingt! notwendig sein sollten, so sind selbe mittels eines Locheisens vom Kompagnieschuster machen zu lassen.
 

 

Wasseimer

faßt 15 1/4 Liter

 

 

Schützen und Scharfschützenauszeichnung

 
Schützen- und Scharfschützenauszeichnung für Infanterie- und Jägertruppe.
Erstere für Infanterie scharlachrot, für Jäger grasgrün. Die Schnüre der Scharfschützenauszeichnung bestehen jedoch aus vergoldetem Metalldrahte. Dürfen nur von den zu Schützen (Scharfschützen) ernannten Leuten getragen werden. Die Schnur wird an dem zu oberst getragenen Kleidungsstücke (Mantel, Bluse, Waffenrock) mit der stärkeren Schlinge an dem linken Achselspangenknopf, mit der schwächeren beim Mantel am zweiten Knopf der rechten Keine, bei allen übrigen Bekleidungssorten am dritten Knopf befestigt.
 
Distanzschützenauszeichnung
nur für Infanterie und Jägertruppe
  Telegraphistenauszeichnung
Kokarde mit Blitzstrahlen und Krone
nebst Eichenkranz, für alle Truppen
gleich; laut Instruktion für die
Truppenschulen des Eisenbahn- und
Telegraphenregimentes.
Krankenpflegerauszeichnung
Für alle Truppen gleich. Kokarde
mit einem roten Kreuz im weißen
Felde.
 

Kavallerie
besitzt Telegraphenauszeichnung, Krankenpflegerauszeichnung, ferner folgende:

 
Reiterauszeichnung   Scharfschützenauszeichnung   Schützenauszeichnung

Die Schützen- und die Scharfschützenauszeichnung ist anders als bei der Infanterie.

 

Artillerie
besitzt: Telegraphistenauszeichnung undKrankenpflegerauszeichnung, ferner folgende:

 
Richtauszeichnung   Fahrauszeichnung
 

 

Pioniere


besitzen Steuermannsauszeichnung, gleich
der Schützenauszeichnung der Infanterie,
nur ist sie dunkelgrün, Telegraphistenauszeichnung,
Krankenpflegerauszeichnung, ferner nachstehende.
    Sappeurauszeichnung   Zimmermannsauszeichnung
 

Truppenpioniere der Inf. u. Kav. können die Pionierauszeichnung erlangen; sie gleicht der abgebildeten Sappeurauszeichnung.

 

 

Eisenbahnrgt., ferner Telegrahenrgt.

 

besitzt wie vorstehend bei Pionieren. Nur an Stelle der Steuermannsauzeichnung die "Arbeiterauszeichnung", welche wie die Schützenauszeichnung aussieht, nur ist sie grün.

 
Machinengewehr-
Schützenauszeichnung
 

 

Traintruppe

besitzt Telegraphistenauszeichnung,
Krankenpflegerauszeichnung u.
Fahrauszeichnung.
   

Fahrauszeichnung

     

 

Verpflegsbranche

besitzt Telegraphistenauszeichnung,
Krankenpflegerauszeichung und
Arbeiterauszeichnung.
 
 
   

Arbeiterauszeichnung

 

Beim Automobilwesen in Verwendung stehende Mannschaft besitzt Autolenkerauszeichnung.

 

Montur

 
Der Mann wird von seiner Unterabteilung bekleidet, die Montursorten werden ihm nach Bedarf erneuert, nur bezüglich der Wäsche besteht eine bestimmte Gebühr.
 

 

Tschako

 
Paradekopfbedeckung. Wird nur im Frieden getragen, u.zw.
    Außer Dienst:
     Am Geburts- und Namenstage Seiner Majestät, beim vorübergehenden Aufenthalte eines Mitgliedes des Herrscherhauses oder fremder Regentenfamilien, des Reichskriegsministers, Chef des Generalstabes, eines Armeeinspektors und des vorgesetzten Korps-
(Militär-) Kommandanten; ferner der als Landesverteidigungsmininister fungierenden Generäle und dem Landwehroberkommandanten, wenn selbe mindestens Feldmarschalleutnants sind — beiden innerhalb ihres Wirkungsbereiches. Ebenso dem Marinekommändanten und dem Kommandanten einer Flotte im Küstenbereiche und dem Hafenadmiral zu Pola in dessen Bereiche.
     An Sonn- und Feiertagen: Vormittags in Garnisonen, die vom Korpskommando bestimmt sind.
     Wachen: Nur am Geburts- und Namenstage Seiner Majestät, dann Ehrenwachen und Ehrenposten; ansonsten nach Anordnung des Militärstationskommandos.
     Im Inspektionsdienst oder Ordonnanzdienst stehenden, doch ist Kommodtschako (für Offiziere) gestattet.
     Wann und wie ist das Sturmband zu tragen? Bei allen Ausrückungen mit dem Feuergewehr, von Schildwachen, sowie beim Auf- und Abziehen der Wachen.
Von den Wach- (Ehren-) Posten abgesehen, kann während des Wachdienstes (auch beim Antreten der Wache zur Ehrenbezeigung) die Paradekopfbedeckung ohne herabgelassenes Sturmband getragen werden.
Die Schnalle kommt an die linke Wange, mit dem Dorne nach aufwärts, so daß dessen Spitze in der Höhe des Ohrläppchens liegt.
Ist das Sturmhand versorgt, so wird es durch das Riemchen im Innern des Tschakos von unten nach aufwärts gezogen.
Die Tschako rose ist so tief einzustecken, daß der untere Rand derselben mit dem oberen Rand des Tschakos abschneidet.

 

Kappe.

 
Wird so aufgesetzt, daß das Röschen oberhalb der Mitte des Gesichtes zu stehen kommt.
Bei strenger Kälte oder starkem Regen kann der Nackenschutz herabgezogen werden, und sind dann dessen beide Flügel mittels der vorhandenen Knöpfe vor dem Kinne zu schließen.
 

 

Rock.

 
Wird außer Dienst getragen, wenn die Paradekopfbedeckung genommen wird.
 

 

Mantel.

 
Kragen sollen im allgemeinen passen. Ärmel nicht zu lang, rückwärtige Spangen bei umgenommenem Leibriemen höchstens zwei Fingerbreiten vom unteren Leibriemenrande entfernt sein. Knöpfe oben 16 cm, unten 18 cm (von Knopfmitte gerechnet) voneinander entfernt und die Knopfpaare in gleicher Höhe angenäht.
Ist der Mantel nicht angezogen, so wird er bei Ausrückungen mit Tornister etc. im Kranz getragen.
Kochgeschirr, Wasserkanne, Eßschale oder Zugslaterne bieten demselben die obere Stütze. Soldaten, welche keines von diesen Feldgeräten tragen, befestigen den Mantel mit den beiden Kochgeschirrtragriemen

 

Legen des Mantels für Tragen im Kranze

 
     1. Er wird mit aufgeknöpften Taillen- und Achselspangen in seiner ganzen Fläche mit der Futterseite nach aufwärts so ausgebreitet, daß der Kragen gegen den Mann zu liegen kommt.
     2. Hierauf wird der Mantel nach seiner Breite mit aufgeschlagenem Kragen derart umgelegt, daß der Kragen 25 bis 30 cm vom Schlitz absteht.
      3. Die beiden Ärmel werden nun zunächst mit herabgelassenen Ärmelumschlägen eingebogen und parallel mit dem Schlitze gelegt. Die Ellbogenteile gelangen auf den obersten und zweiten Knopf.
     4. Sodann werden die beiden Vorderteile des Mantels einwärts geschlagen, so daß der Bug beim untersten Knopfe ist und der Rand parallel zum Schlitze lauft, siebe folgende Figur

5. Die Seitenteile werden nun nochmals einwärts geschlagen, so daß die hiedurch gebildeten Wülste genau über den Ärmeln liegen.
6. Die Schöße werden nun in der Länge
des Schlitzes gegen den Kragen zu,
umgelegt.
7. Der obere Rückenteil über den
ganzen Schlitz gebreitet, die
Taillenspangen nach vorwärts gerichtet.
 

Und dann 8. das Ganze nochmals der Breite nach in der Mitte so umgelegt, daß der Bug gegen den Mann zu liegen kommt.
9. Der so flach zusammengelegte Mantel wird
mit dem Mantelriemen beiläufig auf eine Handbreite
von den Enden derart zusammengeschnallt, daß die Schnallen
nach oben, mit dem Dorn gegen die Mantelfalte gerichtet sind.
Die zweite Schnalle muß hiebei auf dem Mantelbug liegen.
 
     10. Schließlich wird der Mantel mit Zuhilfenahme der zweiten Schnallenstücke beider Mantelriemen so an die Seitenwände des Tornisters geschnallt, daß die Mantelfalte nach einwärts, d. h. gegen den Rücken des Mannes, der flache Teil nach oben, die Wülste an den beiden Seiten des Tornisters
liegen.
     Die Länge des gelegten Mantels beträgt ca. 1 m.
 

 

Rollen des Mantels für Tragen im Bandelier.

 
     Wenn ohne Tornister (Offiziersdienertaschen) ausgerückt wird. Der Mantel ist in diesem Falle mit der verlängerten Achselspange der Bluse (des Waffenrockes) an der linken Achsel zu befestigen.
Helikonträger tragen den gerollten Mantel im Bandelier stets von rechts nach links.
     1. Hiezu wird der Mantel in seiner Fläche mit der Futterseite nach aufwärts so ausgebreitet, daß der Kragen gegen den Mann zu liegen kommt.
     2. Sodann wird der Mantel nach seiner Breite mit dem Kragen bis an den Schiitz umgelegt.
     3. Werden die beiden Ärmel mit herabgezogenen Ärmelumschlägen rechts und links gegen die Ecken der Vorderschöße flach ausgestreckt.
     4. Je nachdem die Größe des Mannes ein längeres oder kürzeres Bandelier erfordert, wird von jedem der beiden ausgestreckten Ärmel der nötige Teil Dach einwärts gelegt.
     5. Werden die beiden Ecken der Vorderschöße des Mantels rechts und links darüber eingebogen und
     6. der Schlitzteil in gerader Linie der Breite nach so gelegt, daß ein Rechteck gebildet wird.
     7. Hierauf wird der Mantel von der Kragenseite gegen den Schlitz zweimal derart umgelegt, daß die Taschenpatten nicht sichtbar sind, der sich bildende flache Wulst, 13—16 cm breit bleibt, und die Mantelfalte längs der schmalen Kante derselben läuft.
     8. Die beiden Endteile des in vorstehender Weise zusammengelegten Mantels werden 15 cm lang übereinander gelegt und in der Mitte mit den Mantelriemen festgeschnallt. Hiebei kommen die Schnallen mit der Dornspitze nach innen auf der rechten Seite und das Ende des Mantelriemens in eine Schnecke gerollt, zwischen die beiden übereinander gelegten Endteile zu liegen.
      Der Mantel im Bandelier ist mit der gegen die linke Seite des Mannes gerichteten Mantelfalte derart auf der linken Schulter gegen die rechte Hüfte zu tragen, daß die beiden übereinandergelegten Endteile gegen die linke Hüfte zu liegen kommen.
     Das Bandelier muß so lang sein, daß die Brust des Mannes von demselben nicht beengt werde.
 

 

Pantalon.

 
Im Felde (Marschadjustierung) lichtgrau, sonst lichtblau. Nur so kurz, resp. lang, daß sie bis an den ersten Absatzfleck, von oben gerechnet, reichen.
 

 

Ungarische Hose

 
bei Infanterieregimentern, die sich aus Ungarn ergänzen. Im Felde (Marschadjustierung) lichtgrau, sonst lichtblau
Die beiden Schenkelteile haben an den Waden enge an zuliegen. Hafteln dürfen nicht sichtbar sein.
 

 

Artilleriekniehose

 
für Regiments- und Bataillonshornisten, sowie Fahrsoldaten und Pferdewärter der mit Pantalons adjustierten Infanterieregimenter.
 

 

Gamaschen

aus Hosenstoff, reichen bis zur halben Wade
 

 

Hosenbänder.

 
Aus Hosenstoff, 8 cm breit, sind zu den Pantalons im Felde, dann im Frieden auf Märschen, im Lager und zu allen Übungen in den Monaten April bis Oktober an Stelle der Kamaschen zu tragen.
Wird in Sommerpantalons ausgerückt, dann sind die Hosenbänder aus dem Stoffe derselben gemacht.
 

 

Hosenriemen

 
aus braunem Oberleder sind 2-5 cm breit;
das Riemenende wird, wenn die Hose mittels des Riemens am Leibe geschlossen ist, in die linke Laufmündung versorgt.
 

 

Zwilchjacke

 
nur für Waffenmeister.
 

 

Sommerpantalons.

Müssen rein und klaglos sein. Sie können in warmer Jahreszeit getragen werden.
     1. Bei Übungen nach Anordnung des Kommandos, mit Ausnahme bei Übungen in Marschadjustierung mit Feldgeräten, bei welcher die Pantalons (ungarische oder Kniehose, Stiefelhose) zu tragen ist.
     2. Bei Ausgang an Wochentagen, wenn nicht Paradekopfbedeckung angeordnet ist.
     3. Im Wachdienste, wenn keine Paradekopfbedeckung vorgeschrieben ist.
 

 

Tuchpantalons.

 
Kadetten und freiwillig fortdienende Unteroffiziere können außer Dienst auch die blaugrauen Pantalons (Salonhose) tragen.
 

 

Wäsche.

 
     Der Soldat muß stets 2 ärarische Hemden, 2Gattien und 2 Paar Fußlappen, 1 Halsbinde, 1 Leibbinde im Besitze haben. Das Tragen eigener Wäsche ist erlaubt.
     Zur Ergänzung der Wäsche erhält jeder Mann am 1. Oktober und 1. April jedes Jahres eine Garnitur Wäsche, bestehend aus 1 Hemd, 1 Gattie und 1 Paar Fußlappen. Für jeden Mann der technischen Truppen kann jährlich ein drittes Hemd, für jeden Mann der Kavallerie und der Remontendepots, dann für jeden berittenen Mann der Feldartillerie und der Traintruppe eine dritte Gattie angefordert werden.
 

 

Halsbinde.

 
Das Halsstreifchen aus weißem Leinen- oder Baumwollstoff muß aufgenäht sein.
Wird in Parade und außer Dienst getragen.
 

 

Halstuch.

 
Ohne Knobung um den Hals zu legen, so daß sich die beiden auf der Brust kreuzen. Der Länge nach einmal gefalten.
Wird zur Marschadjustierung getragen.
Zum Schutze gegen Kälte kann das Halstuch bei angezogenem Mantel auch neben der Halsbinde (ausgenommen zur Paradeadjustierung) über den Kragen des unter den Mantel angezogenen Kleidungsstückes gelegt im und außer Dienst getragen werden.
     Bei Märschen und Übungen in der heißen Jahreszeit kann das Halstuch auch als Nackenschutz dienen.
     Die Leibbinde wird nur im Winter oder, wenn nötig, auf Befehl des Militärterritorialkommandos ausgegeben.
Beim ständigen Verlassen der Friedensgarnison ist sie mitzunehmen.
Zum Schutze gegen Kälte ist selbe über das Hemd, bei Epidemien aber auf dem bloßen Leib anzulegen.
 

 

Winterwäsche.

 
     Das gestrickte Leibel ist bei der Gebirgsausrüstung stets im Tornister fortzubringen.
In einem Winterfeldzuge ist dasselbe (in den Monaten November bis März) anzulegen; während der übrigen Zeit sind die Leibel in den Augmentationsmagazinen zurückzulassen und erst im Bedarfsfalle nachzuschieben.
     Unterhose, aus Baumwollstoff gewirkt, wird nur bei abnorm tiefer Temperatur über besondere Anordnung des Militärterritorialkommandos, und zwar über der Gattie getragen.
 

 

Die Schuhe.

 
Jeder Mann wird mit einem Paar Leder- und einem Paar leichter Schuhe ausgerüstet.
Die leichten Schuhe sind, wie die beiden Figuren zeigen zusammenzulegen.

Sie werden mit dem Schnürriemen des einen Schuhes zusammengebunden und mit jenen des zweiten Schuhes an der Verbindungsschleife des gepackten Tornisters befestigt.

  Berittene tragen Schuhe mit Ledergamaschen (nur bei der Kavallerie sind Stiefel, bezw. Tschismen normiert)

 

 

Lederhandschuhe.

 
     Für Paraden vorgeschrieben, außer, wenn wegen Kälte mit Wollhandschuhen ausgerückt wird. Ansonsten gestattet.
Graue Lederhandschuhe. Können von Kadetten, Längerdienenden und Einjähr.-Freiwillig. im Dienste, im Felde, zum Radfahren, bei Reisen sowie während des Aufenthaltes am Lande benützt werden.
 

 

Wollhandschuhe

 
 sind aus hechtgrauem Schafwollgarn gewirkt und innen mit Futterleinwand besetzt. Zum Schutze gegen Kälte anzuziehen.
 

Rüstung

 

 

Kalbfelltornister

 
für Infanterie. Er besteht aus dem Tornistersack mit Deckel (aus rauhem Kalbfell) und dem Traggerüst. Die Bandagenträger erhalten nur das Traggerüst.
Tornisterpackung und Packung des Brotsackes (schematisch)
     Keinen Tornister haben: Radfahrer, Helikon träger, Regimentshornist, Bataillonshornist, Offiziersdiener, Pferde Wärter und Fahrsoldaten
      Kalbfelltornister und Patronentornister eines und desselben Mannes sollen möglichst von gleicher Farbe, nicht einer auffallend licht, der andere dunkel sein.
 

Kalbfelltornister geöffnet. Zeigt wie die Schuhe aufzupacken sind.

Leerer Kalbfelltornister mit Traggerüst.

Das Traggerüst ist vom Tornister vollständig getrennt und besteht aus 2 Tragriemen, 2 Hilfstragriemen und einem Rückenstück.
 

 

Kalbfell- und Patronentornister feldmäßig bepackt.

 

 

 

Tornisterpackung.

 
    Was der Tornister im Felde zu enthalten hat:

1. Die Tornister haben stets, auch auf den Monturrechen, im Zugszimmer bei Tag und Nacht gepackt zu sein.
2. Für angesagte Ausrückungen ist die Tornisterpackung tags vorher durch die Zugskommandanten, bzw. auf Grund eventueller besonderer Befehle zu überprüfen.
3. Die vollständig feldmäßige Packung des Tornisters ist öfters der Mannschaft zu zeigen. Jede Woche ist ein Mann eines anderen Zuges feldmäßig zu bepacken.

     Konservierung: der Tornister und Patronentornister.
Gekraustes Fell ist mit feuchten Lappen zu bearbeiten und dann trocknen zu lassen, wonach die Haare gleichmäßig glatt nach abwärts liegen
      Aufgebogene Ecken der Tornisterdeckel sind auf keinen Fall zu dulden.
Die Eisenbestandteile haben stets schwarz lackiert, die Spanngurten nicht mit Lack bekleckst zu sein.
 

 

Leibriementragschlupfe. Kalbfelltornister für Pionierwerkzeugträger.

 

 

Patronentornister.

 
Denselben tragen alle, die den Kalbfelltornister für Infanterie haben, jedoch Rechnungsunteroffiziere, Hilfsarbeiter, Rechnungshilfsarbeiter und Waffenmeister nicht.
     Er ist aus braunem Terzenleder erzeugt und in zwei Etagen geteilt.
Auf die an der unteren Wand befestigten Knöpfe werden zuerst die Tragschleifen, dann die beiden Deckel der Patronenfächer und zuletzt die Laschen des Tornisterdeckels eingelegt. Sanitätsgehilfen und Blessiertenträger können in das untere Fach Verbandzeug packen.
 

 

Schriftentornister

 
Für Rechnungsunteroffiziere, Hilfsarbeiter und Rechnungshilfsarbeiter sind statt der Patronentornister die Schriftentornister eingeführt.
     Packung der Schriftentornister.
Rechnungsunteroffizier: Drucksortenfeldblock und das nötigste Schreibmaterial.
     Rechnungshilfsarbeiter des Proviantoffiziers: Drucksortenblock
Hilfsarbeiter: wird jeweilig durch den
Regiments- (Bataillons-) Adjutanten festgesetzt.
Rechnungshilfsarbeiter für Truppenrechnungsführer
wird jeweilig durch den Truppenrechnungsführer
festgesetzt.
Der Drucksortenfeldblock besteht aus einer
Zusammensetzung der bei der Kompagnie für die Dauer
von 3 Monaten für den Militär- und ökonomisch-
administrativen Dienst notwendigen Drucksorten in
kleinem Formate.
 

 

Werkzeugtornister für Waffenmeister.

 
Von Waffenmeistern an Stelle des Patronentornisters getragen.
     Ins Feld mitzunehmende Werkzeuge etc. sind in einem Werkzeugverschlage und in einer Werkzeugtasche verpackt und werden auf dem Bagagewagen verladen.
Wird der Waffenmeister vom Bagagewagen getrennt, so hat er die Werkzeugtasche zu tragen
 

Der Infanterieleibriemen.

 
Der Infanterieleibriemen ist 5 cm breit und mit einem Schild samt Schließhaken versehen, wodurch das rasche Ablegen und Umnehmen ermöglicht wird.
Es ist strenge darauf zu sehen, daß die Mannschaft in und außer Dienst denselben so fest zusammengezogen hat, daß dabei die flache Hand zwischen Bluse und Leibriemen durchgreifen könne. (Würde der Leibriemen zu locker geschnallt, so würde die untere Partie der Rüstung schlottern, Hüftcn-und Steißdrücke erzeugen; bei zu fester Leibriemenschnallung würde eine schädliche Störung der Blutzirkulation eintreten.)
 

 

Kavallerieleibriemen

     mit Karabinerstrupfen für Fahrsoldaten und Radfahrer, ohne Karabinerstrupfen für Regiments- und Bataillonshornisten, dann berittene Stabsführer.
Bajonett-
Infanteriesäbel-
Pioniersäbel-
Tasche. Letztere zum Infanterie-
bezw. Kalvallerieleibriemen
 
     Patrontasche zum Gewehr und Karabiner, bzw. 8 mm- Repetierpistole.
Zur Verwahrung von Patronen bestimmt. Dieselbe soll nie leer, also, wenn nicht mit Patronen, so im Frieden
mit Holzklötzchen in den Dimensionen der Patronenkartons gefüllt sein.
     Kuppel
     Infanterie-(Musik-), bzw. Kavallerieportepee
Die Befestigung ist aus den Figuren ersichtlich.

Gewehrriemen
     Dieser muß jedem Soldaten derart angepaßt sein, daß er den Bedingungen des Exerzierreglements, Umfassen des Kolbenhals es (bei der Kopfwendung), zu entsprechen vermag.
Der Daumen kommt unter den Griffbügel, die anderen Finger geschlossen rückwärts.
Die Kürzung des Gewehrriemens erfolgt durch eine Querschnalle.
     Karabinerriemen.
     Tasche zur Repetierpistole M. 8.
Gleichzeitig auch Patronenversorgungstasche.
     Mantelriemen mit 2 Schnallenstücken.
     Infanteriepackriemen zur Befestigung des Mantels, Kochgeschirrs, der Wasserkanne etc
Beide vorstehenden Riemen sind in folgenden Fällen nicht mitzunehmen, sondern zu Hauue zu belassen und auf den äußeren Nagel des Brotbrettes aufzuhängen:
     Bei Paradeausrückungen und bei allen übrigen Ausrückungen, wenn weder der Mantel noch das Kochgeschirr mitgenommen wird; dagegen sind dieselben mitzunehmen, wenn sie in Verwendung kommen sollen oder können, d. h. wenn der Mantel (ob angezogen oder nicht) und das Kochgeschirr mitgenommen wird.
     Stehen selbe momentan nicht in Verwendung, so sind die Mantelriemen durch die rechts- und linksseitige Tornisterschlupfe zu ziehen und mit den Dornen gegen den Körper gerichtet schneckenartig zu rollen.
Schnecke nach auswärts stehend und an den Tornisterdeckel anstoßend.
     Trommel.
     Signalhorn A, bzw. F samt Umhängschnur.
     Signalpfeife.
Jeder auf den Kriegsstand der Kompagnie (Stabszug) zählende Fähnrich, Feldwebel, Zugsführer, Korporal, Gefreite oder Gleichgestellte ist mit einer solchen zu beteilen.
     Bussole, 4 Stück per Kompagnie.
 

Feldgeräte

 

 

Tornister aus Doppelsegelleinwand.

Nur für Chauffeure oder Motorfahrer, dann die nicht mit dem Packtornister ausgerüsteten Tragtierführer u. Fahroldaten.

 

 

Infanteriekochgeschirr samt Überzug.

 
     Wird durch die Kochschale (Einmannkochgeschirr) ersetzt. Für je 2 Mann 1 Stück.
Überdies als Reservevorrat für jede Stabskompagnie zwei Stück. Für jede sonstige Kompagnie vier Stück.
     Ist von Infanteristen und Gefreiten des 2. Gliedes zu tragen. Aushilfsweise auch für Fähnriche, für alle Unteroffiziere und Offiziersdiener jedoch von Männern des 1. Gliedes; weiters die Tamboure für die Spielleute; die Schanzzeugträger für die Pioniere und die Blessiertenträger für sich.
    Das Kochgeschirr ist stets im Überzüge zu tragen.
Hiezu ist der Kesselhenkel über den Kasserollestiel umzulegen, das Kochgeschirr mit der Kasserolle voran in den Überzug zu schieben, so daß der offene Teil über die Kochgeschirrschale und die Naht des Überzuges auf die Seite des Kasserollestieles zu liegen kommt; sodann wird der Überzug mittels der Rebschnur über den Schalenboden zugeschnürt.
     Ist das Kochgeschirr auf dem Tornister zu tragen, so hat die Naht des Überzuges nach oben, die Kesselschale nach der rechten, die Kasserolle nach der linken Seite und der Handstiel, sowie der Drahthenkel des Kochgeschirres nach aufwärts zu liegen.
     Hierauf wird das Kochgeschirr auf die bereits früher durch die unteren Schlupfen und die Rollschnallen des Tornisterdeckels gezogenen Kochgeschirrtrageriemen aufgelegt und angeschnallt, so daß nach aufgeschnalltem Kochgeschirre die Dornen der Schnallen nach aufwärts, die Schnallen in gleicher Höhe mit der Naht des Kochgeschirrüberzuges und die Riemenenden nach abwärts liegen.
      Kochgeschirr (ohne Kalbfelltornister) mit Patronentornister und mit Mantel. Ist das Kochgeschirr (ohne Kalbfelltornister und ohne Mantel) mit Patronentornister fortzubringen, so ist dieses auf die Mitte des Patronentornisters zu stellen, die beiden Kochgeschirrtragriemen unter dem Traggerüste durchzuziehen und So zusammenzuschnallen, daß sich die Schnallen in der Mitte des Kochgeschirres mit den Dornen nach rechts und die Riemenenden nach links befinden.
      Das befestigte Kochgeschirr darf nicht schlottern oder sich gar ohne Abschnallen der Riemen abnehmen lassen.
Die Verzinnung muß stets tadellos sein und wird dadurch konserviert, daß Kessel und Schale beim Kochen mit Flüssigkeit gefüllt werden.
 

 

Kochschale

 

viereckig, kuppelbar, in Einführung. Ist bestimmt, als „Einmannkochgeschirr" das Infanteriekochgeschirr und die Eßschale zu ersetzen.

 

 

Wassereimer

 

im Frieden 4, im Kriege 8 Stück per Kompagnie.

 

 

Eßschale samt Überzug.

 
     Wird nur von Unteroffizieren getragen, ist analog wie die Kochgeschirre mit einem Überzug versehen und wird wie folgt am Tornister befestigt:
      Die Kochgeschirrtragriemen werden mit den Enden zuerst durch die unteren Tornisterdeckelschlupfen, dann durch die Henkel der Eßschale, endlich durch die Roll sehn allen gezogen und so geschnallt, daß die Schnallen der Tragriemen an die Rollschnallen des Tornisterdeckels mit den Dornen gegen den Körper gerichtet sind.
     Bei aufgepacktem Mantel werden die Riemenenden bloß durch deren Schlupfen gezogen.
Ist der Mantel nicht aufgepackt, werden die Riemenenden schneckenartig gerollt.
     Wird durch die Kochschale (Einmannkochgeschirr) samt Überzug ersetzt.
 
 

 

Brotsack mit Feldflaschentasche.

 
      Bei der Infanterie und Jäger für alle, mit Ausnahme Regiments- und Bataillonshornisten, berittener Stabsführer sowie jener Fahrsoldaten und Tragtierführer, welche mit dem Packtornister ausgerüstet sind.
Er ist so eingerichtet, daß er am Leibriemen gehängt der an der Gurte getragen werden kann.
     Im ersteren Falle bleibt die Gurte locker und wird erst zum Träger, wenn die Rüstung abgelegt worden ist.
Der Brotsack wird in der Regel links getragen, nur solche mit anderen Seitengewehren als dem Bajonette Bewaffnete (Fähnriche, Feldwebel, Rechnungsunteroffiziere, Waffenmeister, Mannschaft der Musik etc.) trägen ihn rechts.
Helikon träger und Offiziersdiener beiderseits, und zwar Helikonträger den wie für die übrige Mannschaft vorgeschriebenen links, rechts jenen mit langem Deckel.
     Packordnang für den Brotsack. Im vorderen Fache:
     Rauchrequisiten und Tabak,
     1 Eßbesteck in einem Futteral,
     1 Säckchen mit Waffen- (Putz-) Requisiten. Diese bestehen aus einem mit Unschlitt gefetteten Tuch oder Flanellappen, 2 Leinwändlappen, einem Büschel Werg und 1 Büchse mit Waffenfett.
     Im rückwärtigen Fache:
     1 Feldflasche aus emailliertem Eisenblech in der hiefür angebrachten Tasche;
     Brot (Zwieback) der Normalverpflegung.
     Eine Kaffeekonserve, entweder in festem Zustande oder aufgelöst (kalt) in der Feldflasche.
 

 

Brotsack mit langem Deckel.

 

Nur für Offiziersdiener und Pferdewärter, Bandagen- und Helikonträger.

 

Aluminium-Feldflasche.

 
     Ist im Brotsack in der hiefür bestimmten Tasche zu tragen.
Beteilung so wie vorstehend b. Brotsack m. Feldflaschentasche
Die Kavallerie besitzt die „Kavalleriefeldflasche", welche aus emailliertem Eisenblech hergestellt ist und mittels einer eigenen Tragvorrichtung umgehängt wird.
Die Artillerie-, Train- u. Sanitätstruppe besitzt die Gläserne Feldflasche mit Blechüberzug.
 

 

Kaffeeportionierbecher

 
Im Frieden:
4 Stück für jede Kompagnie,
1 Stück für den Ersatzbataillonskader
im Kriege:
2 Stück für jede Stabskompagnie und 4 Stück für jede sonstige Kompagnie.
 

Schusterwerkzeugtasche

 

8 Stück für jede Kompagnie.

 

 

Laterne mit Tragbolzen

 

     2 Stück für jede Stabskompagnie und
     5 Stück für jede sonstige Kompagnie mit Ausnahme der Ersatzkompagnien.
    Die Zugslaterne wird bei feldmäßiger Rüstung von jener Mannschaft am Tornister getragen, welche weder Kochgeschirre noch Wasserkanne trägt. Befestigt wird diesell mittels der Infanteriepackriemen.
    Diese werden mit den Dornen nach aufwärts durch die angelöteten Drahtspangen gezogen und über die Gabel geschnallt, so daß das Tür eben der Laterne mit der Handhabe nach oben, die Schnallen der Riemen auf dieses zu liegen kommen. Die Laterne hat mit der Tragvorrichtung nach links am Tornister zu liegen

 

 

Laterne mit Tragring.

 

1 Stück für jede Blessiertenträgerpatrouille.

 

 

Armbinde

für Wagenmeister. Für die als Wagenmeister verwendeten Stabsführer.

 

 

Schwarzgelbe Armbinde

 

 

Sanitätsarmbinde.

 

Für Sanitätsgehilfen, Blessierten- und Bandagenträger, ferner für die Offiziersdiener der Ärzte.

 

 

Notizbuch

 

für Unteroffiziere.

 

 

Legitimationskapsel.

 
Diese ist im Mobilisierungsfalle in der rechten Hosentasche in dem an der inneren Seite angebrachten Täschchen ins Feld mitzunehmen und mittels der Kapselschnur am Knopfloche der Hosentasche zu befestigen.
Sie enthält das Legitimationsblatt, welches dazu dient, im Kriege bei Gefallenen etc. festzustellen, wer die Betreffenden sind.
 

 

Viktualiensäckchen, Zeltblatt, Zeltpflock, Kartentasche für Offiziere und Fähnriche.

 

 

Feldgeräte, welche zur technischen Ausrüstung gehören

 
Spaten samt Futteral
Beilpicke samt Futteral, Täschchen und Befestigungsriemen
Werkzeuge für Pioniere
Schnürleine für Pioniere
Nägel (Stifte) für Pioniere
Verpackungserfordernisse für Pioniere
Drahtscheren
 

 

Besondere Ausrüstungsgegenstände

 
     Stock für den Bataillonstambour und für den Regimentstambour.
     Bandelier für den Regimentstambour.
     Offiziersfeldküche für 12 Personen.
1 Stück für den Regimentsstab. 1 Stück für je 2 Feldkompagnien.
An Stelle der Offiziersfeldküchen für 12 Personen können auch solche für 6Personen, und zwar für jede Feldkompagnie 1 Stück zugewiesen werden.
 

 

Anleitung zum Anpassen der Mannesausrüstung.

 
     Das Anpassen ist eminent wichtig, soll gründlich vorgenommen und öfters auch bei den Ausrückungen überprüft werden.
Natürlich müssen Tornister , Patronentornister und Patrontaschen beim Anpassen vorschriftsmäßig gepackt sein.
     Ein auffallendes Schlottern der Rüstung zeigt, daß der Leibriemen nicht genug festgeschnallt ist;
ein auffallender Einbog des Tragriemens beim Metallknopf zeigt, daß der dazu gehörige Hilfstragriemen zuviel angezogen wurde;
ein Winkelbilden oder Lockergefüge zwischen Tornister und Patronentornister zeigt, daß der Hilfstragriemen nicht genug angezogen, oder auch daß die Tornisterlaschen zu lang (schon ausgedehnt)sind;
ein schiefes oder auch seitwärts verschobenes Hängen des Tornisters zeigt, daß die Trag- oder Hilfstragriemen unter sich nicht die gleiche Länge haben.
     Es ist nicht richtig, die gleiche Länge dieses Riemens durch Benützung der konformen Schnallenlöcher erzielen zu wollen, weil sich oft mit der Zeit ein Riemen mehr ausgedehnt hat, wie der andere; die Überprüfung dieser gleichen Langen erfolgt einfach, indem man diese vom Tornister, Patrontaschen und Patronentornister (ohne Rückenstücke) freigemachte Riemen über- oder nebeneinander spannt und so die Dimensionen vergleicht.
     Eine über die Bluse angepaßte Rüstung muß nicht unbedingt auch über den Mantel passend sein.
Lange Laschen, Schlaufen u. dgl. sind ohne Verzug durch neue zu ersetzen.
      Beim Anpassen wird zweckmäßig folgender Torgang eingehalten:
      Der Mann hängt um:

 

 
     Auf keinen Fall darf der Mann durch diese oder andere Riemen in seinen Bewegungen behindert werden!
     6. Endlich kommt der Tornister hinzu, wie Bilder auf kommender Seite zeigen; nunmehr ist der Mann vollständig feldmäßig ausgerüstet.
Der Tornister wird auf den Patronentornister gestellt, dessen beide unteren Lederlaschen an die Seitenwände desselben geknöpft und der Tornister mit der Nadel an das Traggerüst
befestigt. Die Nadel ist durch jene Öse zu ziehen, welche der Tornisterlage zweifellos entspricht. (Im ganzen sind 3 solche Ösen, d. h. Durchzugsöffnungen angebracht). Das breitere Ende der Tornisternadel ist zum Schutze des Gewehrschaftes bis auf 2 cm lang mit Leder eingefaßt.
     Zur Befestigung der eingelegten Tornisternadel dient ein ca. 38 cm langes Riemchen. Dieses wird an dem mit Leder eingefaßten Nadelende durch einen Knoten befestigt, unter dem
     Traggerüstriemen zum andern Ende der Nadel geführt, hier durch das Nadelloch gezogen und gebunden.
Wird der Tornister nicht in seiner natürlichen Lage eingehängt, so geht das Gleichgewicht verloren; wenn zu tief, wird die Schwere auf den unteren Rand des Patronentornisters, wenn zu hoch, ganz auf die Schultern verlegt.
Je kleiner der Mann, desto näher kommt der obere Tornisterrand der Schulterhöhe.
     Wenn das Anpassen geschehen ist, soll der Mann einige Armbewegungen und einige Schritte machen, damit er sich überzeugen kann, ob eine gleichmäßige Last erzielt sei.
Entsteht irgend ein lokaler Druck, so muß der Tornister wieder abgenommen und das Traggerüst revidiert werden.
     Die zum Schließen des Tornisterdeckels bestimmten Riemen sind auf das letzte Loch zu schnallen, das Riemenende in einer Schnecke zu versorgen.

 

Marschadjustierung

 

 

 

Ablegen der Rüstung.

 
Der Mann knöpft die Achselspangen auf, löst den Brotsack vom Leibriemen, öffnet die Leibriemenschließe, läßt die Rüstung rechts und links von den Schultern gleiten und legt sie vor seine Schuhspitzen mit dem Tor niste rdeckel nach unten nieder.
 

 

Umnehmen der Rüstung.

 
     Der Mann ergreift mit der linken Hand den linken, mit der rechten Hand den rechten Tragriemen etwa eine Handbreite über der Tornisterwand derart, daß sich beide Arme kreuzen, bringt — die Rüstung hochhebend — den linken Tragriemen auf den linken Arm und die Schulter schiebend, auf den Rücken und steckt den rechten Arm unter dem rechten Tragriemen durch; dann wird der Leibriemen geschlossen und der Brotsack eingehängt.
     Wenn gleich marschiert werden soll, kann das Schließen des Leibriemens und das Einhängen des Brotsackes während der Bewegung geschehen.
     Die Tragriemen der Rüstung haben immer unter den Achselspangen zu liegen!
 
Tragart und Deponierung der Munition
 
Friedenstaschenmunition
 

1 Karton (10 Patronen) für den Unteroffizier,

2 Kartons (20 Patronen) für den Gefreiten und Infanteristen

 
     Von der Friedenstaschenmunition wird grundsätzlich nur ein Karton in der linken Patrontasche in dem gegen die Mitte des Leibes liegenden Fache getragen.
Die zweiten Kartons sind, in einem Verschlage verpackt, im Kompagnie- (eventuell Truppenmunitions-) Magazine aufzubewahren.
     Bei voller Friedenstaschenmunition kommt in jede der beiden Patrontaschen in dem gegen die Mitte des Leibes liegenden Fache je 1 Karton.
     Vorstehende Tragart gilt für den Wach- und Bereitschaftsdienst, ferners bei Alarmierungen.
     Bei Assistenzen in der Garnison ist mindestens die Friedenstaschenmunition mitzunehmen. § 20 des bezüglichen Instruktionsentwurfes.
Soll mit Exerzierpatronen geschossen werden, dann im Tornister zu verwahren..
Aus Sicherheitsgründen ist es jedoch zweckmäßig, daß die Mannschaft den bei sich habenden Karton — die oben erwähnten Tälle ausgenommen — stets im Tornister (Packtorniser) verwahrt.
Die Kartons müssen verschlossen und in tadellosem Zustande sein; ein Umhüllen, Einsiegeln oder Verkleben ist verboten.
Kommandierten (Zugeteilten) ist jener Teil der Friedenstaschenmunition mitzugeben, welcher sich in Verwahrung des Mannes befindet.
An die Rekruten ist der Karton erst nach beendeter Ausbildung auszugeben.
 

 

Kriegstaschenmunition.

 

Siehe auch Munitionsausrüstung des Mannes

4 Karton (40 Patronen) für jeden Unteroffizier
12 Karton (120 Patronen) für jeden Gefreiten und Infanteristen
     Aufbewahrung: Die Ergänzung der Friedens- auf die Kriegstaschenmunition ist in jenem Orte deponiert, wo sich das Gewehr des Mannes unter normalen Verhältnissen befindet, u. zw. dort, wo eine Zeugsanstalt ist, bei dieser, sonst im betreifenden Truppenmunitionsmagazine.
     Die Ausgabe erfolgt nur über besonderen Befehl.
Truppen, die als Assistenzen in andere Orte verlegt werden, haben grundsätzlich die Kriegstaschenmunition mitzunehmen.
§ 20 des bezüglichen Instruktionsentwurfes.
 

 

Wachpatronen

 
     Jede Kompagnie hat eine dem bezustellenden Wachkontingente entsprechende Anzahl tadelloser Wachpatronen vorrätig zu halten.
 
     Außer dieser losen Wachpatrone ist jeder Mann mit einem geschlossenen Karton scharfer Munition der Friedenstaschenmunition auszurüsten.
     Im Falle eintretender Notwendigkeit ist zuerst die lose Patrone und nur im Falle weiteren Bedarfes der Karton zu öffnen und dann ein ganzes Magazin zu laden.
      Aufbewahrung: Durch das Unterabteilungskommando unter Verschluß Sind nur unmittelbar vor Antritt des Dienstes auszugeben, und sofort nach dem Einrücken wieder abzunehmen.
     Tragart. Die Wachpatrone wird in der linken Patrontasche aufbewahrt und ist zu diesem Zwecke in dem betreffenden
Holzklötzchen ein Loch gelassen.
 

 

Scheibenschußmunition

 
     Aufbewahrung. Im Kompagniemagazine in Verschlagen. Beförderung zum und vom Schießplatze:
Abwechselnd von einzelnen Soldaten in Marschadjustierung ait Feldgeräten. Mit voller Kriegstaschenmunition.
     Die für einen Schießtag erforderliche Munition hat der gleichen Erzeugungsserie anzugehören.
Ausgabe am Schießplatze. Gemäß Punkt 1, 145 wird dieselbe von dem zum Schießen befohlenen Mann in die linke Patrontasche gegeben.
Vor dem Laden wird der Deckel abgerissen. Wird nur 1 Karton genommen, so kommt derselbe in das innere Fach der linken Patrontasche.
Werden mehr als 2 Kartons (z. B. bei feldmäßigen Schießübungen) ausgegeben, so sind sie wie die Kriegstaschenmunition
unterzubringen.
     Nach dem Einrücken sind die nicht verschossenen Patronen und die leeren Hülsen, Magazine und Kartons sofort abzunehmen und zu deponieren.
 

 

Exerziermunition

 

Wird jährlich vom Reichskriegsministerium im Beiblatt festgesetzt.

 
Jahresgebühr ca. 120 Patronen pro Gewehr.
                           30 Patronen für jeden zur Waffenübung eingerückten Mann.
     Aufbewahrung. Im Kompagniemagazine in Verschlägen.
     Tragart. Werden mehrere Kartons ausgegeben, dann ist die Tragart ähnlich wie bei der Kriegstaschenmunition.
Sobald sich in den Patrontaschen Exerzierpatronen befinden, muß die scharfe Munition — wenn sie mitgenommen wird, — imTornister verwahrt werden.
     Für Ehrensalven sind stets lose Patronen auszugeben.
Nach dem Einrücken sind sowohl die nicht verschossenen Exerzierpatronen, als auch die leeren Hülsen. Magazine und Kartons sofort abzunehmen und zu deponieren.
 

 

Unterrichtspatronen

 

1 Karton (10 Patronen) per Gewehr

     Aufbewahrung. Nach jeweiliger Anordnung (meist auf den Brotbrettern neben der Eßschale).
     Tragart. Mit Unterrichtspatronen darf nur in Zimmern und auf Gängen geübt werden; wird jedoch der Abzug mit dem Zielblatt oder mit dem rechten Auge kontrolliert, so dürfen keine solchen geladen seien.
 

 

Holzklötzchen,

 

4 Stück per Mann

     Im Frieden haben die — nicht mit Munition gefüllten — Fächer der Patrontaschen stets mit Holzklötzchen in der Dimension der Patronenkartons gefüllt zu sein.
Das Holzklötzchen, welches das Loch für die Wachpatrone enthält, kommt in das äußere Fach der linken Patrontasche.
      Es haben daher unter gewöhnlichen Verhältnissen in der Kaserne und bei Ausrückungen ohne Munition alle 4 Holzklötzchen in den Patrontaschen verwahrt zu sein.
     Wird mit irgendwelcher Munition ausgerückt, so sind die jeweilig freiwerdenden Holzklötzchen im Packtornister zu verwahren.
 

 

Repetierpistolenmunition

 
Kriegstaschenmunition . . . . . . 30 Patronen per Revolver
Friedenstaschenmunition . . . . .15 Patronen per Revolver
Scheibenschußmunition . . . . . . 20 Patronen per Revolver
Exerziermunition . . . . . . . . . . .20 Patronen per Revolver
Aufbewahrung: Friedenstaschenmunition. Im Kompagniemagazine geschlossen.
Scheibenschußmunition Im Kompagniemagazine in Verschlägen.
Exerziermunition. Im Kompagniemagazine in Verschlägen.
 

 

 

Besondere Bemerkungen für die Aufbewahrung.

 
     Das gemeinsame Verpacken von scharfen nnd Exerzierpatronen ist strengstens untersagt, daher ist auch im Kompagniemagazine die scharfe und Exerziermunition getrennt zu deponieren.
     Es empfiehlt sich, den beim Manne befindlichen Karton der Friedenstaschenmunition und die Holzklötzchen mit der betreffenden Gewehrnummer zu bezeichnen, und zwar an der inneren Seite, um einen Austausch hintanzuhalten.
    Bei Truppentransporten zur See ist die in den Patrontaschen und Tornistern der Mannschaft verwahrte Munition gesammelt an einem sicheren Orte zu deponieren.
Zu diesem Zwecke haben die Transporte leere Munitionsverschläge mitzunehmen.
      Um Unglücksfällen vorzubeugen, sind vor jeder Übung oder Ausrückung die Gewehre und Patrontaschen genauestens zu visitieren (zuerst durch die Zugskmdtn., dann außerdem durch die Kompagniekmdtn.!), und ist die erfolgte Visitierung bei Erstattung des Rapportes dem betreffenden Vorgesetzten zu melden, ist allgemein
üblich.
 
 
 

QUELLE: Handbuch für Unteroffiziere 1915 Selbstverlag H. Schmid 8. Auflage

 

 
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