DAS K.u.K RESERVESPITAL KONSTANTINOPEL

UND LT D. R.  DR. JOHANN ATTWENGER


 

EIN GANZ BESONDERER 59er AUS DEM RAINERREGIMENT – DER IN ZWEI KRIEGEN SEINEN MANN STAND; HILFE LEISTETE, WO IMMER SEINE KAMERADEN HILFE BRAUCHTEN UND DABEI SEIN EIGENES LEBEN VOR FEIND UND „FREUND“ NICHT SCHONTE.

 
EINE BESONDERE EHRE SEINEM ANDENKEN – DIESEM ARZT; SOLDATEN UND MENSCHEN.

 

Auszeichnungen / Nachweis Beleg / Verleihung – Reihenfolge am Polster: 

 
Erste Reihe – erster Weltkrieg
Goldenes Verdienstkreuz – Urkunde 1917
Silberne TKM 2. Klasse - Hoen
KTK
Silberne Ehrenmedaille vom Roten Kreuze m.d. KD – Urkunde klein 1915 Urkunde groß 1915
Österreichische Kriegserinnerungsmedaille m.d. Schwertern – Urkunde 1935
Landesgedenkmünze 1914 – 1918 - Urkunde 1934
Kriegserinnerungsmedaille Ungarn – Urkunde 1934
Kriegserinnerungsmedaille Bulgarien
EK 2 – Urkunde 1918
Ehrenkreuz für Frontkämpfer – Urkunde 1940
Eiserner Halbmond – Urkunde 1918
Zweite Reihe – zweiter Weltkrieg
KVK 2. Klasse mit Schwertern – Urkunde 1940
Orden des Sterns von Rumänien – Urkunde 1942
KVK I. Klasse mit Schwertern
Orden der Krone von Rumänien – Historisches Foto
Meritul Sanitar
Erinnerungsmedaille an den Kreuzzug gegen den Kommunismus Rumänien
Berechtigung zum Tragen der Armbinde Rotes Kreuz – Urkunde 1945

 

Dienstgrade:
 
San. Fähnrich d.R. – Urkunde 1915 / Hoen 1916 / MVK 1917
Leutnant d.R- Urkunde 1918 / 1934
Hauptmann = Stabsarzt d.R. – Urkunde 1939
Major = Oberstabsarzt – Urkunde 1939
Oberstleutnant = Oberfeldarzt – Urkunde 1942
Oberst = Oberstarzt – Urkunde 1945

 

 

Lebenslauf:
 
Dr. Johannes ( Hans, Hanns, Hannes ) Attwenger. Geb. am 29. Mai 1894 in Mondsee,
 
I. WK
 
Für seine Leistungen im Kampfe des X. Baons des IR 59 „Erzherzog Rainer“ am Monte Cengio wird er im Hoen, Seite 469, erwähnt. Hier findet sich auch die Eintragung, welche die Tapferkeitsmedaille II. Klasse bestätigt. 1917 und 1918 diente er im k.u.k Res. Spital Konstantinopel, Feldpost 451. Das Spital versorgte vorwiegend die zur Unterstützung der türkischen Armee beigestellten Einheiten: Die 24cm Motor-Mörser-Batterie Nr. 9, 15cm Haubitzbatterie 36, Geb.Haubitzendiv. Marno, 10 cm Kanonenbatterie Nr. 20, mehrere Kraftwageneinheiten (man beachte am Foto die Kragenabzeichen) und Logistigeinheiten. Befehlshaber war der k.u.k. Militärbevollmächtigter GM/FmLt Joseph Pomiankowski**.
Hier wurde ihm auch das Goldene Verdienstkreuz 1917, der Eiserne Halbmond* und auch das deutsche EK II als Lohn für seine Taten im I. WK 1918 verliehen. Nach unserem Wissensstand ist er der einzige „Rainer“, der sowohl den Eisernen Halbmond als auch das EK II, Urkunde vom 12.11.1918 Post Konstantinopel, erhalten hat. Mit dem Waffenstillstand des Osmanischen Reiches am 31. Oktober 1918 erscheint es also wahrscheinlich, dass Dr. Attwenger über diesen Zeitpunkt hinaus im Lazarett die Verwundeten versorgte. Zu diesem Zeitpunkt schon als Leutnant d.R.. Diese Verleihung des Eisernen Halbmondes an 59er ist scheinbar so selten, dass auch in der Auflistung von Schad und von Hoen keinerlei Hinweis auf eine Verleihung an 59er zu finden ist, während die Verleihungen des EK und anderer deutscher Auszeichnungen berücksichtigt wurden.
* Die in Deutschland und Österreich unter der Bezeichnung Eiserner Halbmond bekannte osmanische Kriegsmedaille (osmanisch ‏حرب مدالیه سی‎, ) wurde am 1. März 1915 durch SultanMehmed V. gestiftet und besteht nur aus einer Klasse. Sie wurde sowohl Angehörigen des Osmanischen Reiches als auch an seine Verbündeten verliehen. Im englischsprachigen Raum wird sie auch als „Gallipoli-Stern“ bezeichnet. Der Eiserne Halbmond war die letzte Auszeichnung, die vom Osmanischen Reich gestiftet wurde. Wie das Eiserne Kreuz, wurde der Orden in seiner Vollform nur am Auszeichnungstage getragen. Danach wurde das Band, ebenfalls wie beim Eisernen Kreuz II. Klasse, mit dem zweiten Knopfloch der Uniformjacke vernäht, der Orden als Ansteckorden nur zur Paradeuniform angelegt. Der Orden wurde mit einer offiziellen Urkunde verliehen. Berechtigt zur Verleihung waren neben dem Sultan auch die beiden Oberkommandierenden Enver Pascha und Liman von Sanders. Mit dem Waffenstillstand des Osmanischen Reiches am 31. Oktober 1918 wurde die Auszeichnung nicht mehr verliehen.
** Aufstellung der österreichischen Truppen laut http://www.austro-hungarian-army.co.uk/ottoman.htm:
k.u.k. Militärbevollmächtigter GM/FmLt Joseph Pomiankowski 1914-1918
Fregattenleutnant a.D. Gustav Ritter von Korwin (naval interests) 1914-1915
k.u.k. Marineattache in Konstantinopel 1918
Staff of Militärbevollmächtigter (inkl. FrgLt.a.D. von Korwin) 1916-1918
Fachreferenten und Technische Gruppe des Militärbevollmächtigten 1918
Artillerie- und Truppenkommando in Konstantinopel 1917-1918
Kraftfahrtruppenkommando in Konstantinopel - renamed as Autotruppenkommando in 1918 1917-1918
Sanitätschef und Telegraphendetachementkommando 1918
k.u.k. Militärstationskommando in Konstantinopel 1916-1918
k.u.k. Etappengruppenkommando in Aleppo 1917-1918
k.u.k. Etappenposten in Bozanti 1916-1917
k.u.k. Etappenposten in Gülek am Taurus 1916-1918
k.u.k. Etappenposten in Islahije 1916-1918
k.u.k. Etappenposten in Rajak 1916-1917
k.u.k. Etappenposten in Tscham-Alan 1916-1917
k.u.k. Etappenposten in Aleppo 1917-1918
k.u.k. Etappenposten in Damaskus 1917-1918
k.u.k. Etappenposten in Karapunar 1917-1918
k.u.k. Etappenposten in Gelebek 1917-1918
k.u.k. Etappenposten in Mamure 1917-1918
k.u.k. Etappenposten in Indschirlik 1917-1918
k.u.k. Etappenposten in Airan 1917-1918
k.u.k. Etappenposten in Derbessie 1917-1918
k.u.k. Etappenposten in Ras-ul-Ain 1917-1918
k.u.k. Etappenposten in Beirut 1918
k.u.k. Etappenposten in Izzet Pascha 1918
k.u.k. Bahnhofskommando in Sirkedji 1916-1918
k.u.k. Bahnhofskommando in Haidar Pascha 1916-1918
k.u.k. Bahnhofskommando in Pawliköj 1916-1918
k.u.k. Bahnhofskommando in Smyrna 1916-1918

Spezieltruppen und Spetzialmissionen -
 
Civil Mission Dr. Pietschmann (ski instructors) 1914-1915
Civil Mission Prälat Dr. Alois Musil (contact with Arabian tribes) 1914-1915
Civil Mission Prälat Dr. Alois Musil (preparing the visit of Emperor Karl) 1917
Botschaftmouche Io 1914-1918
Group of EF (officer aspirant) Georg Gondos (commando-raid against Gemsah) 1914-1915

Artillerie
 
k.u.k. 24cm Motor-Mörser-Batterie Nr.9 1915-1918
k.u.k. 15cm Haubitzbatterie Nr.36 1915-1918
k.u.k. Gebirgshaubitzdivision von Marno - renamed into Gebirgshaubitzabteilung in der Türkei in 1917 1916-1918
Ersatzabteilung für die Artillerieverbände 1916-1917
k.u.k. 10cm Kanonenbatterie Nr.20 1918
k.u.k. Gebirgskanonenabteilung in der Türkei 1918
Kommando der k.u.k. Instruktionsdetachements für die Gebirgsartillerie 1916-1918
k.u.k. Instruktionsdetachement Oberleutnant Gomolka 1916-1917
k.u.k. Instruktionsdetachement Leutnant Pokorny 1916-1917
k.u.k. Instruktionsdetachement Oberleutnant Jandesek 1916-1917
k.u.k. Instruktionsdetachement Oberleutnant von Steinhardt 1916-1917
k.u.k. Instruktionsdetachement Oberleutnant Edler 1916-1917
k.u.k. Instruktionsdetachement Oberleutnant Maschauer 1916-1917
k.u.k. Instruktionsabteilung für Gebirgsartillerie 1918
k.u.k. Instruktionsabteilung für Scheinwerfer 1918
k.u.k. Instruktionsabteilung für Minenwerfer 1918
k.u.k. Instruktionsabteilung für Infanteriegeschütze 1918

Kraftfahrtruppen und Unterstützungseinheiten
 
k.u.k. Kraftfahrtruppenkommando Türkei I 1916-1918
k.u.k. Kraftfahrtruppenkommando Türkei II 1917-1918
k.u.k. Kraftwagenkolonne Türkei 1 1916-1918
k.u.k. Kraftwagenkolonne Türkei 2 1916-1918
k.u.k. Kraftwagenkolonne Türkei 3 1916-1918
k.u.k. Kraftwagenkolonne Türkei 4 1916-1918
k.u.k. Autokolonne Türkei 9 1918
k.u.k. Autokolonne Türkei 10 1918
k.u.k. Instruktions-Kraftwagenkolonne Türkei 1 1917
k.u.k. Instruktions-Kraftwagenkolonne Türkei 2 1917
k.u.k. Instruktions-Kraftwagenkolonne Türkei 3 1917
k.u.k. mobile Kraftwagen-Werkstätte Türkei 1 1916-1918
k.u.k. mobile Kraftwagen-Werkstätte Türkei 2 1916-1918
k.u.k. mobile Kraftwagen-Werkstätte Türkei 3 1916-1918
k.u.k. Kraftfahr-Ersatzdepot in Konstantinopel 1916-1918
k.u.k. Behelfs-Kraftwagen-Werkstätte in Konstantinopel 1916-1918
k.u.k. Kraftwagen-Zwischendepot in Aleppo 1916-1918
k.u.k. Benzindepot in Konstantinopel 1916-1917
k.u.k. Benzin-Filialdepot in Bozanti 1916-1918
k.u.k. Benzin-Filialdepot in Aleppo 1916-1918
k.u.k. Benzin-Filialdepot in Derbessi 1916-1918
k.u.k. Benzin-Filialdepot in Izzet Pascha 1916-1918
k.u.k. Benzin-Filialdepot in Jerusalem 1917-1918

Sanität
 
Österreichisch-Ungarisches Spital in Konstantinopel 1916-1918
Spital der Mission des Ungarischen Roten Kreuzes in Konstantinopel 1916-1917
k.u.k. Reservespital in Jerusalem moved to Damascus in 1918 1916-1918
k.u.k. Rekonvaliszentenheim in Ain-Karim 1916-1917
k.u.k. Marodenhaus in Aleppo 1916-1918
k.u.k. Marodenhaus in Konstantinopel 1917-1918
k.u.k. Marodenhaus in Diarbekir 1917-1918
k.u.k. Marodenhaus in Mossul 1917-1918
k.u.k. Marodenzimmer in Tscham-Alan am Taurus 1916-1918
k.u.k. Reservespital in Diarbekir 1916-1917
k.u.k. Krankenzimmer in Mossul 1916-1917
k.u.k. Ambulanz in Bir-Seba 1917
k.u.k. mobiles Feldspital 206 1918
k.u.k. mobiles Feldspital 309 1918
k.u.k. Bakteriologisches Laboratorium mit Salubritätskolonne (since 1917) in Adana 1916-1918

Fernmeldetruppen
 
Radiodetachement der k.u.k. Luftfahrttruppen in Konstantinople 1916-1917
k.u.k. Telegraphendetachement in der Türkei 1918
k.u.k. Telegraphen-Kompanie Nr. 266 (2.Zug) 1918
k.u.k. Telegraphen-Baukompanie Nr.49 1918
k.u.k. Feldpostamt Nr. 451 (Konstantinopel) 1917-1918
k.u.k. Feldpostamt Nr. 452 (Aleppo) 1917-1918
k.u.k. Feldpostamt Nr.1067 (Damascus) probably only planned 1918
II. WK
 
Ernannt zum Oberstabsarzt mit 1. Juni 1939 und mit 1.3.1942 zum Oberfeldarzt, wurde er dem Luftwaffengau XVII in Wien zugeteilt. Er übernahm eine Position im Luftwaffenlazarett in Bukarest Lw.-Lazarett 7/XVII, in der wir ihn 1942 noch finden, und wird am 13.05.43 in einer Funktionin der San. Ers. Abt. d. Lw. als Divisionsarzt in der 12. Flak-Div. (mot) geführt. Am 1.März 1944 wurde er zum Oberstarzt befördert. Am 15. August 1945 durfte Dr. Attwenger mit Genehmigung der DAA&QMG, 106 Control Section in seine Heimat Lambach bei Wels ausreisen. Zum damaligen Zeitpunkt war er verheiratet und hatte ein Kind. Seine höchstrangige Auszeichnung im II. Weltkrieg war das KVK I. Klasse mit Schwertern. Es wurde verliehen für: „…besondere Verdienste bei Einsatz unter feindlicher Waffenwirkung oder für besondere Verdienste in der militärischen Kriegsführung.“ Also ohne die für das EK ausschlaggebende „Tapferkeit vor dem Feind“ oder „hervorragende Verdienste in der Truppenführung“.
Im Krieg wurde Bad Harzburg Lazarettstadt. Dr. Attwenger übernahm die Funktion im Lw.-Lazarett 18/XI am 26.11.43 als Stellv. Chefarzt. Als das US IR 329 am 10. April 1945 Goslar besetzte und somit direkt vor Bad Harzburg stand, übergab er, gegen die strickte offizielle Befehlslage, die Stadt kampflos. Da er am 5. März 1945 noch immer Stellv. Chefarzt war, ist nicht gesichert, in welcher Funktion er dies tat. Dr. Attwenger war jedenfalls Standortältester. Er ging den Amerikanern mit weißer Fahne entgegen und übergab die Stadt, was der amerikanische Kommandeur akzeptierte und am 11.April in die Stadt ohne weitere Kampfhandlungen einmarschierte. Dr. Attwenger hat damit die Tötung unschuldiger verwundeter Soldaten, Flüchtlinge und Zivilisten verhindert und die weitere, sinnlose Zerstörung der Stadt vermieden. Für diese, in diesen Zeiten lebensgefährliche Tat, wurde ihm eine Ehrentafel gesetzt. Das Bündheimer Schloss befindet sich in der Gestütsstraße 1 und ist heute eine häufig genutzte Veranstaltungsstätte. Eine Gedenktafel aus Metallguss (ca. 40 x 60 cm) wurde am Schloss links vom Haupteingang in Augenhöhe zur Erinnerung an Oberstarzt Dr. Attwenger und seine Helfer am 11. 10. 2001 angebracht.