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Die Gräber von Raossi und die gefallenen 59er von Raossi


Nach Überreichung der Unterlagen von Josef Sattlegger, durch seine Familie, haben wir mit den Nachforschungen über die Grabanlage begonnen. Leider mussten wir sehr schnell feststellen, dass diese Anlage zu den vielen verschwundenen und aufgelösten Anlagen zählen, die zwischen den Weltkriegen
unter größter Missachtung der persönlichen Daten zusammengelegt wurden. Dadurch lassen sich in vielen Fällen die tatsächlichen Grabstätten der Soldaten nicht mehr rekonstruieren. Der letzte Besuch der Familie erfolgte noch kurz vor dem II. Weltkrieg. Aus dieser Zeit stammen auch die letzten Fotos.

Mit Sicherheit sind drei 59er in Raossi beerdigt worden, die beim Fliegerangriff in Costa bei Folgaria gefallen sind. Von allen ist der Verbleib der Gebeine, im Sinne eines schriftlichen Beleges, nicht nachvollziehbar. Die Verbringung in ein Gebeinhaus könnte sein, ist aber nicht gesichert. Diese drei, Josef Sattlegger, Johann Rathberger und Ludwig Schmidinger, sind am 18.5.1916 um 8.00 durch eine Fliegerbombe in Costa getötet worden, ein vierter, Josef Wallinger, aus Ach / Wanghausen wurde verwundet und verstarb später im Staatsgymnasium Linz + 31.5.1916.

Der ursprüngliche Friedhof von Raossi war mit Einheitsgrabsteinen versehen, wie wir sie von vielen Kriegsgräberanlagen kennen. Die Grabsteine wurden aus Beton in eine Form gegossen und dann mit einem gestanzten Schild versehen. Diese Betonsteine waren vor Ort leicht, und sehr schnell, herzustellen. Nach der Auflösung des Friedhofes wurde der Grund an seine ehemaligen Besitzer zurückgegeben und diese nützten den Grund bis heute als Anpflanzfläche. Die Grabsteine wurden als Baumaterial verbraucht, wie uns das in anderen Fällen auch bekannt war. Zum Beispiel haben die Grabsteine in Folgaria ihre Verwendung beim Schulbau gefunden.

Im September 2012 erlaubte uns der jetzige Besitzer der Grabsteine zwei von diesen aus der Stufenkonstruktion zu entfernen um diese symbolischen Grabsteine der beiden gefallenen 59er wieder nach Salzburg zu bringen. Am 1. November 2012, dem Allerheiligentag, wurden diese von einer vierköpfigen Abordnung der Salzburger Wehrgeschichtlichen Rainerforschung unter Leitung von Frau Gurtner in Raossi, ca. 45 min SÖ von Rovereto, abgeholt und in das Museum gebracht. Nach Reinigung der Steine werden diese einer neuen Weihe zugeführt und bei den Unterlagen der Gefallenen für Sonderausstellungen und Dokumentationen aufbewahrt.

Was an dieser Bergung ganz besonders zählt, ist die Tatsache, dass sie nur möglich war, weil die Familie uns die Unterlagen schenkte, Frau Gurtner alles in die Wege leitete um den Friedhof zu finden und dann die Kontakte mit den italienischen Freunden herstellte, wo unser Anliegen auf sehr großes Wohlwollen gestoßen ist. Wir freuen uns sehr, dass diese völkerverbindende Zusammenarbeit möglich war, und in Zukunft mit Sicherheit eine Fortführung finden wird. Herzlichen Dank, in der Reihenfolge des Gruppenfotos, an:

Herrn Franco Salin
Frau Karin Gurtner
Hptm. Arnaldo Miorandi
Herr Herbert Gurtner
Frau Erna Gurtner
Frau Laura Rigo
Herrn Domenico Rigo
Frau Christl Gotthalmseder (Dolmetscherin)
Herrn Gregorio Pezzato

 

1.) Raossi damals und heute
2.) Die Grabanlage damals
3.) Die Grabanlage heute
4.) Die gefallenen 59er
5.) Die Familienunterlagen Sattlegger
6.) Die Bergung der Grabsteine

 
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