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Hattinger Franz Infantrist

Die Feldpost von Infantrist Hattinger wurde von Frau Gurtner überschrieben und original belassen. So soll keine Veränderung von Wortwahl oder Rechtschreibung eine Veränderung herbeiführen. Seine große Liebe heiratete in Folge seinen Freund, einen Soldaten aus dem IR 59. Auch von ihm hat sich einiges erhalten und ist in der Sammlung der SWGR.

Ein Teil der Feldpost findet sich auch in weiterer Folge unter IR 21. Er war einer der Soldaten, die im IR 21 eine Zeit zugeteilt war.

Feldpost
Ich ergreife die Feder um dir unvergessliches zu schreiben, du kannst dir nicht denken wie schwer es ist so einsam und verlassen hier die jungen Jahre zu verbringen. Unvergesslich ist mir der Augenblick wo ich das letzte Mal in deine liebevollen Äuglein schaute. Und wie ich dir die Hand zum Abschiedsgruß gegeben habe. Und den letzten Kuss in deinen Mund gedrückt habe. Auch unvergesslich du mir aus meinen Augen verschwunden warst. Jetzt seufze ich in der Einsamkeit und denke an die goldenen Stunden die ich öfters bei dir zugebracht habe. Aber ich tröste mich und denke mir die Zeit und die Stunden werden vergehen und das fröhliche Wiedersehen wird aus den Wolken hervorgehen und das wir uns wieder in einen stillen Ort wieder herzlich lieben können. Und dich wieder an mein treues Herz drücken kann. Ich habe einen Schuss der strömt die Liebe gegen dich hervor. Es ist wohl eine große Aufgabe wenn du dich solange Zeit treu halten kannst. Ich bin es im Stande mein Versprechen zu halten. Deines ist in meinem Herz niedergeschrieben mit goldenen Buchstaben die nicht mehr zu erlöschen sind. Denn ich will dich und mich glücklich machen. Es gibt wohl manche Leute die meiner Ehre schaden wollen. Ich las es aber nicht über mich kommen Schluss.

Abs. Herrn Franz Hattinger K.u.K. Inft. Regiment Nr. 59 I. Ersatz Kompanie 4. Zug Lehen Kaserne Salzburg.

Liebste Freundschaft!

Ich habe euer Schreiben mit großem verlangen erhalten und hab den Kopf immer Zuhause. In der Früh wenn ich aufstehe und am Abend. Ich und der Plötz sind beisammen. Josef Kastinger ist nach Linz zum Train gekommen. Berghammer nach ST Steyr zur Adria und Thalhammer zur Sanität. Heute am Allerheiligen Tag sind wir um halb 9 Uhr in die Riedenburg um halb 4 Uhr sind wir Nachhause. Dann erste Menage. Wir durften nicht fortgehen. Morgen kommen wir weg. Ich glaube in die Benzkaserne. Ich habe euch allweil im Kopf. So sinnieren wir dahin weil ich fort bin von euch. Das hab ich nicht gekannt wie wir nach Redl gekommen sind, sind mir die Augen im Wasser gestanden. Wie ich in der Früh aufgestanden bin, bin ich in den Apport hinausgegangen und hab recht geweint um euch. Beste Freundschaft ich hab euch nicht vergessen. Und wenn ich etwas brauche so bitt ich euch recht wie ihr mir´ s schon erlaubt habt, schreiben zu dürfen. Das Fleisch schmeckt mir wohl, wenn ich nach Hause komm, da esse ich noch ein Stücklein. Da schau ich auf den Schafberg da kann ich beiläufig die Richtung sehen nach Hause. Liebste Freundschaft ich bin schon so betrübt gewesen. Aber wie ich die Karte bekommen habe ist es besser gewesen. Jetzt bin ich zufrieden. Beste Freundschaft schreibt mir bald wieder. Alles was ihr wisst, Neuigkeiten, ich liebe euch. Wie der Baum seine Äst wie der Himmel seine Stern so liebe ich euch, so fern.
Gruß Franz Hattinger geschr. am Sonntag am Abend in Hof, dann geh ich schlafen, Gute Nacht!

 

Gedichte

Wenn du glaubst ich lieb dich nicht und treib mit dir nur Scherz,
so zünde eine Kerze an und leuchte mir ins Herz.

Kein Feuer keine Kohle, kann brennen so heiß,
als heimliche Liebe von der niemand was weiß.

Das Feuer brennt sehr die Liebe noch viel mehr,
das Feuer kann man löschen die Liebe nimma mehr.

Lieben und nicht haben ist härter als Steine graben,
lieben und nicht beisammen sein ist für mich die größte Bein.

Wenn mir nichts mehr übrig bliebe alles mir die Welt geraubt,
und bliebe mir die Liebe nur, selig wer an die Liebe glaubt.

Fenster hoch heben kreuzweis die Spang, schau oba das i de daglonga kaon.

Ein Lebewohl für einige Jahr weil deine Wege in die Ferne gehen,
Gott schütze dich in deiner Lage behüte dich Gott aufs Wiedersehn.

Drei Liabn und schen singa schnoi foan und schwa dringa,
resch Reden und fest wehrn hod da Innviertler gern.

Im Woid is a Hügerl fui Blermal blühn drauf,
do schloft mei liabs Dirndl mei lieab wegs ned auf.

Dort hi is mei Wohlfahrt dort hi is mei Sinn,
do wird ma recht deitlich wir verliebt ich bin.

Kennts du des Blermal is rot von da Liab,
es tröstet mei Herzal meine Augerl san triab.

Das Blermal des sogt haid i hob a schene Bitt,
ziag außi Freind vergiss mi oilwei ned.
Fanni Rachbauer

 

Abs. Franz Hattinger K.u.K. Inft. Regiment Nr. 59 I .Ersatz Kompanie
4. Zug Riedenburg Ofenloch ( 31.X. 1914)
An Herrn Josef Rachbauer Stöfflbauer in Feitzing Pramet Ried OÖ
Liebste Freundschaft!
Mir geht es ganz gut wir sind unser vier bekannte beisammen aber gestern den 29. ist die Präsentierung gewesen. Da müssen wir wieder auseinander bei uns sind lauter Salzburger, Pongauer, Pinzgauer und noch viele andere wir sind noch in Zivil nur das Band umarn Arm. Wir sind im Gasthaus Ofenloch einquartiert kein Strohsack sondern ein bisserl Stroh auf den Boden um die Menage müssen wir in die Riedenburg marschieren wir stehen um halb 6 Uhr auf und um 7 Uhr geht es dahin in den Exerzierplatz da kommen die ganzen zusammen um` a so 4 tausend. Da ist es ganz schwarz wenn wir nach Hause kommen. Da sind wir so müd von lauter auf und nieder so kalt ist es in der Früh aber wenn wir exerzieren da wird uns schon wieder warm das uns der Schwitz herunter rinnt. Das Maschenzklopfen das ist stir aber das macht uns nichts. Ich bin gesund und hoffe es auch von euch die Gesundheit.
Gruß Franz Hattinger an euch alle grüßt mir die Wagners alle, Wirt, Harfners Tobiasöng, Schneider. Bitte eine baldige Antwort und Neuigkeiten
KuK Inft Regiment Nr. 59 I Ersatz Kompanie 4. Zug.

 

 

An Herrn Josef Rachbauer Bauer in Feitzing / Pramet, Ried OÖ ( 12. XI. 1914)

Abs. Franz Hattinger K.u.K. Inft..Regiment Nr.59. I Ersatz Kompanie 4. Zug. Lehen Kaserne.

Liebste Freundschaft! den 12./11.M./ 1914
Heute Vormittag ist das Wetter schlecht wir werden duschnass. Zu Mittag kommt der Kirschner zu mir herein und sagt morgen Freitag oder Samstag. Da muss er wieder nach Galizien er sagte, wenn ich in Salzburg bleiben könnte. Da wäre es eh leicht. Im kugelnd die Tropfen aus die Augen.
Gruß Franz Hattinger an euch alle und die Wagners, Wirt, Hafners, Tobiasöng.

 

 


An Herrn Josef Rachbauer, Stöfflbauer in Feitzing/ Pramet Ried OÖ ( 13.XI.1914)

Abs. Franz Hattinger K.u.K. Inft. Regiment Nr.59 I Ersatz Kompanie 4. Zug Lehen Kaserne Salzburg

Bester Freund!
Ich habe euren Brief mit Freuden erhalten und es freut mich sehr. Ich bin gesund was ich von euch hoffe. Bester Freund am Sonntag ist mein Vater dagewesen. Ich hab nichts gewusst. Die Eltern haben mir geschrieben aber ich hab nichts bekommen. Zuerst wie ich ihn gesehen hab da ist es eine Freude und wie er am Abend wieder abgefahren ist da ist es wieder gewesen wie zuerst wie ich eingerückt bin. Aber wenn ich Urlaub bekomme fahr ich heim. Alle fahren heim auf 24 Stunden. Der Vater hat gesagt ich soll nicht heimfahren aber ich habe gesagt zu ihm, wenn alle heimfahren, dann fahr ich auch heim. Bester Freund wann, dass weiß ich nicht. Wir kommen von hier wieder weg. Da wird ein Spital gemacht wo wir hinkommen das wissen wir noch nicht. Aber ich schreib euch´ s schon am Mittwoch. Morgen, Dienstag gehen wir Feldmäßig schießen auf den Gaisberg. Das ganze Marschbataillon es dauert den ganzen Tag. Bester Freund vielleicht komme ich schon am Sonntag oder die Weihnachten. Da Plötz kommt morgen schon weg, wohin das weiß er auch noch nicht. Die ganze Kaserne wird geräumt. Bester Freund am Samstag kommt ein Tabak beim Bote und teilt ihn wieder! Ich schließe mein Schreiben. Gruß Franz Hattinger an euch alle und die ganze Fam. und das ganze Dorf. Baldige Antwort!

An Herrn Josef Rachbauer Stöfflbauer in Feitzing Pramet Ried OÖ (21.XI. 14)

Bester Freund und Freundin! am 20 / 11.M / 1914
Ich habe das Kistel mit Freuden abgeholt. Und wie ich nach Hause gekommen bin habe ich gleich eine Rohnul mit Appetit gegessen. Diese Handschuh die Neuen sind sehr gut die ziehe ich am Sonntag an ich kann euch nicht genug danken. Heute Freitag sind wir um halb 5 Uhr aufgestanden, um 6 Uhr haben wir uns den Kaffee geholt. Dann sind wir um 7 Uhr fort, im Exerzierplatz haben wir bis 11 Uhr lauter schwere Linien gemacht. Dann eine Übung bis 2 Uhr Nachmittag. Dann sind wir nach Hause. Jeder so voll Hunger und müde um 3 Uhr rückten wir wieder aus bis halb 6 Uhr. Morgen Samstag müssen wir wieder Zimmer reiben. Aso geht’s mia ganz guat. Der Kirschner ist im Spital. Er ist froh das er nicht nach Galizien hat müssen, es steht für uns nicht gut der Hauptmann hat uns vorgelesen. Ein Sohn schreibt seinem Vater mir geht es ganz gut in der Gefangenschaft, dann hat er geschrieben. Reiße die Marke weg, da ist gestanden. Hunger so viel nicht zum Aushalten, dann sagt der Hauptmann so und lasst euch nicht fangen. Bei dem Brief hab ich nichts zahlen dürfen. Für´s Militär geht’s a so. In Salzburg gehen die Stellungen schon an, 16-20 sind`s gewesen, haben viele behalten von einer Pfarr sind`s 43 gewesen und 38 haben`s behalten. So schließe ich mein Schreiben. Gruß Franz Hattinger an euch alle, besonders Franziska, Josef Rachbauer und Theresia R. und Friedrich und Josef u. Franziska und Theresia, Maria und die alte Theresa baldige Antwort!

An Josef Rachbauer Stöfflbauer in Feitzing Pramet Ried OÖ
Abs. Franz Hattinger , den 24/11 M/ 1914
Bester Freund und Freundin!
Ich muss einige Zeilen schreiben zu dem Kistel. Die Äpfel und die Rohnul haben mir sehr geschmeckt. Ich habe es in meinen Koffer hinein getan. Jetzt darfst mir einige Wochen nichts schicken ich schreibe Euch` s schon weil ich noch etwas habe. Ich habe 2 Hemden hineingegeben die kann ich nicht brauchen. Den Tabak der gehört dir, IR und meinem Vater die Hälfte, schüttest dir hinein. Bester Freund heute den 25.haben wir nach altem Brauch eine Übung nach Maria Plain wir kommen erst um 2 Uhr heim. Da hat es gekracht. Wie wir nach Hause gekommen sind ist der Hausl in der Gaised hereingekommen und hat gesagt ob ich nichts heim schicke ich habe gesagt ja. Da hat er gefragt ob ich ihm 5 Packerl nicht hinein gebe. 5 Packerl gehören dem alten Hausl. Er ist alle Tage wieder bereit zum Abfahren nach Galizien mit` n Marschbataillon. Der Kirschner ist noch im Spital. Schreib mir Neuigkeiten von Pramet. Ich schließe mein Schreiben mit Gruß Franz Hattinger an euch alle Josef und Theresia Rachbauer und Kinder Franziska besonders und meine Eltern und Tobiasöng und Hafnering und Wirt.

An Josef Rachbauer Stöfflbauer in Feitzing in Pramet Ried OÖ
Abs. Franz Hattinger Inft. Reg. Nr. 59 I. Ersatz Kompanie 4. Zug Lehen Kaserne
(26.XI.1914)
Bester Freund
Mir geht es ganz gut am Samstag kommt das Kistel holt ihr es beim Boten ab. Da ist Tabak darin der gehört dein und meinem Vater und fünf Packerl gehören dem Hausl in der Gaised er fährt diese Woche noch ab. So schließe ich mein Schreiben mit Gruß Franz Hattinger an euch alle Feitzinger.

An Herrn Josef Rachbauer Stöfflbauer Feitzing Pramet Ried OÖ
Abs. Franz Hattinger Inft. Reg. Nr. 59 I Ersatz Kompanie 4. Zug Lehen Kaserne.
Bester Freund (2.XII.1914)
Ich muss dir schon eine Karte schreiben ob du den Tabak bekommen hast und hast dir die Hälfte behalten. Heute ist wieder ein Marschbataillon abgefahren. Der Hausl in der Gaised ist auch dabei. Ich schließe mein Schreiben mit Gruß Franz Hattinger an euch alle und das ganze Dorf.

An Josef Rachbauer Stöfflbauer Feitzing Pramet Ried OÖ (7.XII.1914)
Bester Freund!
Ich habe euren Brief erhalten und es freut mich sehr von euch. Ich bin gesund was ich von euch hoffe. Ich bin bei dem Marschbataillon zugeteilt wir sind den 16. Dezember Marschbereit kann man nichts machen. Wenn ich einen Tabak bekomm so schick ich in wieder heim. Ich kann ihn nicht rauchen und teilt´ s in wieder du und der Vater. Da Plötz ist nicht mehr bei mir er ist nicht dazugekommen er ist kurzsichtig er kann nicht treffen. Morgen gehen wir wieder ins Scharfschießen am Gaisberg aufö, den ganzen Tag. Am Samstag wartet ihr auf den Boten da kommt ein Packerl. Die Pantoffeln und der Poista und Hemden. Gestern sind wir geimpft worden auf der Brust. Ich bin sehr aufgeschwollen und sehr viel Schmerzen. Da Timel in Biesenham ist auch gekommen und bekommt keinen Urlaub nicht mehr, kein einziger bekommt keinen. Schreibt mir war`s für oah das behalten ham, sie sollen sich freuen auf die Stellung J. Kraus und J. Steinbruckner die werden schon recht schaden tut`s keinen. Da lernt man eine Manier und den Gehorsam ich vergönn es keinem bei dera Zeit. Freund rauch nur ich schick dir schon einen und meinem Vater. Wenn ich nur einen Urlaub bekomm so komm ich noch heim auf 24 Stunden mehr bekommen wir nicht. Ich schließe mein Schreiben mit Gruß Franz Hattinger an euch alle Franziska und das Dorf K.u.K. Inft. Reg. Nr. 59. 5. Marschbataillon 4 Zug Lehen Kaserne Salzburg

An Herrn Josef Rachbauer Stöfflbauer in Feitzing Pramet Ried OÖ
Abs. Franz Hattinger K.u.K. Inft. Reg. Erzherzog Rainer Nr.59 I Ersatzkompanie (15.XII.1914)
Liebste und beste Freundschaft und Franziska!
Ich habe den Brief dankend erhalten und teil ihnen mit das heute Freitag das Marschbataillon abfährt lauter solche die nach der Mobilisierung eingerückt sind. Heute Vormittag sind wir ausgemustert worden der zehnte Mann kommt heraus, mich trifft es nicht und den J. Plötz auch nicht. Diese kommen nach Linz am Sonntag zu die 14er. Ich werde zum Marschbataillon zugeteilt am 16. Dezember. Liebster Freund ich bin froh das ich nicht nach Linz komme da sind lauter Behm und Mühlviertler. Ich bleib bis Datum noch in Salzburg mir geht es ganz gut. Rohnul mag ich schon aber kein Fleisch noch nicht weil ich noch eins habe. Eine Schneehaube brauche ich und Fingerling Feistling, wenn es möglich ist, dann schickt es beim Salzburger Bote herauf. Ich hole mir` s schon ab. Das Wetter war jetzt alleweil schlecht es ist sehr kalt. Ich schicke das Gewand heim und die Unterhosen und den Poista. Ich kann nicht in den Waffenrock hinein, bis in 14 Tage sind wir grau ausgerüstet. Schreibt mir an Bachinger Georg seine Adresse damit ich`s weiß. Liebste Freundschaft und Franziska, der Kirschner erbarmt mir, er sagt dann zu mir einmal suche ich noch an, wons hoit dert gang das i ned fuat dürfte. Ich hab alleweil so Kopfweh, wans hoid dert heif. So schließe ich mein Schreiben mit Gruß Franz Hattinger an euch alle. Josef euern Sohn, ich komm wieder, Franziska Friedrich, Maria, Theresia und Bauer und Bäuering. Gruß Franz an Franziska.


An Herrn Josef Rachbauer Stöfflbauer in Feitzing Pramet Ried OÖ (16.XII.1914)
Abs. Franz Hattinger K.u.K. Inft. Reg.Nr 59 5. Marschbataillon 1. Kompanie 4. Zug Blauer Stern in Maxglan
Bester Freund!
Ich muss euch schon eine Karte schreiben ich bin nicht mehr in der Lehenkaserne ich bin in Maxglan. Alles hat nach Galizien fahren müssen. Ich schließe mein Schreiben. Gruß Franz Hattinger. Gruß an euch allen und an Wirt und die Wagners bitte baldige Antwort!


An Herrn Josef Rachbauer Stöfflbauer in Feitzing Pramet Ried OÖ (22.XII.1914)
Abs. Franz Hattinger
Bester Freund!
Ich bin nicht mehr in Salzburg den 20. sind wir abgefahren heute den 22. sind wir durch Ungarn morgen kommen wir nach Krakau wo wir dann hinkommen das weiß ich nicht die Adresse kann ich euch auch noch nicht schreiben ich wünsch euch gute Weihnachten und ein glückliches neues Jahr an Franziska,
von Franz Hattinger.

An Herrn Josef Rachbauer Stöffelbauer Feitzing Pramet Ried OÖ (27.XII.1914)
Abs. Meine Adresse Franz Hattinger K.u.K. Inft. Reg. Nr. 59 5. Feldkompanie Feldpost 64 bitte baldige Antwort!
Bester Freund! den 26 /12 M / 1914
Ich teile dir mit dass wir schon im Feld stehen. Ich bin gesund. Daheim weiß man`s nicht was gibt im Krieg. Du kannst dir`s schon denken wenn ich heim komm sag`s ich euch` s schon. Liebster Freund. Denn ganzen Tag ist`s wie ein Donner. Alles ist schon aufgefressen in Galizien. Ich muss mein Schreiben schließen wir müssen vorwärts. Gruß Franz Hattinger an euch alle.


An Herrn Josef Rachbauer Stöfflbauer in Feitzing Pramet Ried OÖ
Gruß Franz Hattinger an euch alle und Franziska
Liebster Freund!
Ich wünsche euch gute Feiertage und ein glückliches neues Jahr.
An Herrn Josef Rachbauer Stöfflbauer Feitzing Pramet Ried OÖ (9.I.1915)
Abs. Franz Hattinger K.u.K. Inft. Reg. Nr.59 5. Feldkompanie 4. Zug Feldpost 64.
Bester Freund! den 31/12 M / 1914
Mir geht es ganz gut und bin gesund was ich von euch hoffe. Ich und der Hausl und Johann Moser und Franz Eder und August Thalhammer sind bei einem Bataillon beisammen. Heute marschieren wir nach Ost Galizien. In den Arm hab ich einen großen Eist. Ich schließe mein Schreiben. Gruß Franz Hattinger an euch alle und meine Eltern u. Geschwister.


An Herrn Josef Rachbauer Stöfflbauer Feitzing Pramet Ried OÖ (4.I.1915)
Abs. Franz Hattinger K.u.K. Inft. Reg. Nr.59 5. Feldkompanie Feldpost 64
Bester Freund!
Ich teile euch mit das es mir ganz gut geht und bin gesund was ich von euch allen hoffe. Das neue Jahr hat sich bei mir nicht gut angefangen wir arbeiten den ganzen Tag wir dachten nicht daran das das neue Jahr war. Zum Kaufen bekommen wir nichts, das Geld wird mehr. Ich schließe mein Schreiben. Gruß an Euch alle Rachbauers, Familie, Gruß Franz Hattinger.

An Herrn Josef Rachbauer Stöfflbauer Feitzing Pramet Ried OÖ (19.I.1915)
Abs. Franz Hattinger K.u.K. Inft. Reg. Nr.59 5. Feldkompanie 4. Zug Feldpost 64 baldige Antwort!
Bester Freund! Den 6 /1 M / 1915 Ich habe eure Karte mit Freuden erhalten und habe schon mit Sehnsucht auf ein Schreiben gewartet mir geht es ganz gut und bin gesund. Was ich von euch allen hoffe. Schicken könnt ihr mir nur 35 Wörter mehr geht nicht und aufö schreiben - Muster ohne Wert dann bekomm ich`s. Bei uns ist es jetzt sehr kalt aber Schnee wenig. Wenn ich wieder heim komm, dann komm ich wieder zu Euch. Ich schließe mein Schreiben Gruß Franz Hattinger an Euch alle und Kinder und die Wagners und` s Dorf gesamt.


An Herrn Josef Rachbauer Bauer Feitzing Pramet Ried OÖ (14.I.1915)
Abs. Franz Hattinger K.u.K. Inft. Reg. Nr.59 5. Feldkompanie 4. Zug Feldpost 64
Bitte baldige Antwort!
geschrieben am 12/1 M./1915
Bester Freund
Ich teile dir mit das es mir sehr gut geht und bin gesund was ich von euch hoffe. Schicke mir wenn es dir möglich ist Schrot und Zucker und Schokolade wenn ich bitten dürfte. Sonst kann ich nichts brauchen, kein Geld können wir nicht brauchen, weil wir nichts bekommen. Bester Freund aber sobald wie möglich. Ich schließe mein Schreiben F. Hattinger an euch alle.


An Herrn Josef Rachbauer Stöfflbauer Feitzing Pramet Ried OÖ (21.I.1915)
Abs. Franz Hattinger K.u.K. Inft. Reg. Nr.59 5. Feldkompanie 4. Zug Feldpost 64
Bester Freund! am 17/1 M./ 1915
Ich habe euren Brief mit Freuden und bester Gesundheit erhalten und es freut mich sehr, das ich wieder ein Schreiben von Euch bekommen habe und bin gesund was ich von Euch hoffe. Schlafen können wir nicht viel aber ein paar Stunden jeden Tag. Das Geld kann ich nicht brauchen. Gebt es meinen Vater oder behalt dir`s bis ich wieder komm. Wie du willst. Ein Licht bräuchte ich, ein Wachsstöckel, das wäre recht. Und ein wenig Zucker und ein paar Schrot die sind mir lieber, als wie das Essen. Sonst kann ich nichts brauchen. Kaufen können wir uns auch nichts. Schreibt mir` s ob mein Bruder Johann zu euch hinaus kam. Ich wär neugierig. Wenn ich von Militär einmal los bin dann komm ich wieder zu euch hinaus und komme glücklich heim. Bester Freund du kannst dir`s schon denken wie es zugeht bei uns. Bester Freund ich sag`s euch wenn ich einmal heimkomme. An Tobias´ n hab ich auch eine Karte geschrieben. Ich schließe mein Schreiben. Gruß Franz Hattinger an euch allen Bauer, Bäuring und alle Kinder und die alte Theresia und Wagners und Hafnering und Tobiasöng. Einen herzlichen Gruß an alle. Aufs Wiedersehn. Ich bitte um baldige Antwort!


An Herrn Josef Rachbauer Stöfflbauer Feitzing Pramet Ried OÖ
Bester Freund und Freundin!
Ich muss euch schon wieder einige Zeilen schreiben mir geht es ganz gut heute Mittwoch sind wir in Krakau wo wir noch hinkommen das wissen wir noch nicht. Ich schließe mein Schreiben. Gruß Franz Hattinger an euch alle und Kinder aufs Wiedersehen.

An Herrn Josef Rachbauer Bauer in Feitzing Pramet Ried OÖ (24.I.1915)
Abs. Franz Hattinger K.u.K. Inft. Reg. Nr.59 5. Feldkompanie 2. Zug Feldpost 64
Bester Freund am 21/1 M./1915
Ich teile dir mit das mir ganz gut geht und bin gesund was ich von euch hoffe. Habt ihr den Brief erhalten den ich euch geschrieben hab vor ein paar Tagen. Ich bin jetzt beim 2. Zug bei uns ist`s jetzt schon sehr kalt voraus bei der Nacht. Die Rekruten werden schon schauen in Salzburg. Ich schließe mein Schreiben Gruß Franz Hattinger an euch alle und die Wagners und Harfners.


An Herrn Josef Rachbauer Bauer in Feitzing Pramet Ried OÖ (26.I.1915)
Abs. Franz Hattinger K.u.K. Inft. Reg. Nr.59 5. Feldkompanie 2. Zug Feldpost 64
Bester Freund am 21/1 M./1915
Ich teile dir mit das ich gesund bin und habe vom Tobias` n eine Karte erhalten was mich sehr freut und mir sind gleich die Tropfen aus den Augen geronnen. Er hat geschrieben halten wir recht zusammen, dann kommen wir als Sieger zu euch heim. Gruß Franz Hattinger an euch alle Bauer und Bäuring und Kinder und Tobiasöng und alte Tobiasöng.

An Herrn Josef Rachbauer Stöfflbauer Feitzing Pramet Ried OÖ (31.I.1915)
Abs. Franz Hattinger K.u.K. Inft. Reg. Nr.59 5. Feldkompanie 2. Zug Feldpost 64
Bester Freund! am 28/1 M./ 1915 Ich habe euren Brief mit Freuden und großer Gesundheit erhalten mir geht es ganz gut und habe gelesen das mich brauchat `s. Aber ich kann euch nicht helfen. Aber gleich wenn ich Zuhause wäre. Bester Freund wenn ich`s Glück habe und komm nach Haus, dann erzähl ich`s euch. Gruß Franz Hattinger an euch alle Freund und Freundin und die ganze Familie.

An Herrn Josef Rachbauer Bauer in Feitzing Pramet Ried OÖ (1.2.1915)
Abs. Franz Hattinger K.u.K. Inft. Reg. Nr.59 5. Feldkompanie 2. Zug Feldpost 64
Gruß auf ein baldiges Wiedersehen an dich Franziska.
Bitte baldige Antwort!
Bester Freund! geschrieben am 30./1. M./1915
Ich habe deine Karte mit Freuden und größter Gesundheit erhalten und geht`s mir ganz gut. Heute Samstag hab ich wieder von J. Rieder eine Karte erhalten ihm geht’s auch ganz gut. Wie er mir `s schreibt. Wie ich gelesen habe bei der Karte, dass da Johann zu euch hinauskommt freut mich und wenn ich heim komm, dann komm ich wieder zu euch.
Gruß Franz Hattinger an euch alle.


An Herrn Josef Rachbauer Bauer in Feitzing Pramet Bz. Ried OÖ (4.3.1915)
Abs. Franz Hattinger K.u.K. Inft. Reg. Nr.59 5. Feldkompanie 2. Zug Feldpost 64
Bester Freund! am 1/ II M./1915
Ich habe eure Karte mit Freuden erhalten. Ich hab schon alles bekommen. An Zucker und Hustenzetl und Maggiewürfeln und Fleisch und Schnaps und Schrot. Am allerliebsten ist`s mir das Fleisch und der Schnaps. Mir geht es ganz gut und bin gesund was ich von euch hoffe. Ich dank dir für diese Sendung.
Gruß Franz Hattinger an euch alle Bauer und Bäuring und die ganze Familie und Bruder.
Auf ein baldiges Wiedersehen.

An Herrn Josef Rachbauer Bauer in Feitzing Pramet Ried OÖ (10.2.1915)
Abs. Franz Hattinger K.u.K. Inft. Reg. Nr.59 5. Feldkompanie 2. Zug Feldpost 64
Bitte baldige Antwort!
Bester Freund! am 8/ II M./1915
Ich teile euch mit das mir ganz gut geht und bin gesund was ich von euch hoffe. Bester Freund heute den 7. bin ich von Eder und Kirschner weg gekommen. Das Packerl hab ich schon vor 8 Tagen bekommen. Zigarren und Zigaretten einen Wachstöckel und Hustenzetl. Ich danke euch von Herzen. Schreibt` s mir an Josef Kraus seine Adresse. Ich schließe mein schreiben.
Gruß Fanz Hattinger an euch alle und die Wagners.


An Herrn Josef Rachbauer Bauer in Feitzing Pramet Ried OÖ (18.2.1915)
Abs. Franz Hattinger K.u.K. Inft. Reg. Nr.59 5. Feldkompanie 2. Zug Feldpost 64
Bester Freund!
Ich habe euer Schreiben und Karte mit großer Freude auch den heutigen Brief bei bester Gesundheit erhalten. Bester Freund mir geht es ganz gut was ich von euch hoffe. Zum Eder A. und F. Eder komm ich öfters und den Kirschner. Vor 14 Tagen hab ich mir die Zehan gefrert. Aber jetzt wird es schon wärmer und habe gelesen, das ihr mir was schickt, wo ich mich schon darauf freue.
Gruß Fanz Hattinger an euch alle und Bruder.


An Herrn Josef Rachbauer Bauer Feitzing Post Pramet bei Ried Innkreis OÖ (25.2.1915)
Abs. Franz Hattinger K.u.K. Inft. Reg. Nr.59 5. Feldkompanie Feldpost 64
Baldige Antwort!
Bester Freund! am 21/2 M./1915
Ich teile dir mit das ich die drei Packerl Schrot und Schnaps und Zucker und Hustenzetl und Würfel mit großer Freude erhalten hab. Am allerliebsten ist`s mir der Schnaps und` s Fleisch. Meine Kameraden von Waldzell. Johann Neulentner+ und August Kinast+ von Ampfelwang. Sind schon gefallen. Am 18. des Monats. Ich kann dir nicht genug danken für diese Wertsendung.
Gruß Franz Hattinger.


An wohlg. Herrn Josef Rachbauer Bauer in Feitzing Post Pramet Ried OÖ (10.3.1915)
Abs. Franz Hattinger K.u.K. Inft. Reg. Nr.59 5. Feldkompanie 2. Zug Feldpost 64
Bester Freund! am 6 / 3 M. /1915
Ich sitze gerade beim Essen heute Mittag den 6. 3. 1915 und speise einen Kaffee. Nicht so wie zuhause beim Tisch. Sondern unta da Erd wie ein Maulwurf. Aber ganz zufrieden. Meine Kameraden sind alle weg. Von der Kompanie. Nur von Ried, nur einer. Bester Freund wie geht’s denn mit da Arbeit zu. Habt ihr noch Schnee wir haben keinen.
Gruß Fanz Hattinger an euch alle und Bruder Johann.


An wohlg. Herrn Josef Rachbauer Bauer in Feitzing Post Pramet Ried OÖ (18.3.1915)
Baldiger Antwort
Abs. Franz Hattinger K.u.K. Inft. Reg. Nr.59 5. Feldkompanie 2. Zug Feldpost 64
Bester Freund! am 16 /3 M. /1915
Ich teile euch mit und habe euch eine Karte geschrieben dass wir eine andere Feldpost Nr. haben. Aber es bleibt noch die alte Nummer 64.
Bester Freund mir geht es ganz gut und bin gesund was ich von euch hoffe. Bei uns ist das Wetter sehr schlecht. Wir haben Schnee und Regen und nass und kalt.
Gruß Franz Hattinger an euch alle und Johann.


An Herrn Josef Rachbauer Bauer in Feitzing Pramet Ried OÖ (3.1915)
Abs. Franz Hattinger K.u.K. Inft. Reg. Nr.59 5. Feldkompanie 2. Zug Feldpost 64
Bester Freund! am 12 / 3 M. /1915
Ich habe euren Brief mit Freuden und großer Gesundheit erhalten. Wir haben aller weil schlechtes Wetter und kalt und ziemlich viel Schnee. Da J.Kraus ist auch da bei der 1.Kompanie. Er möchte schon wieder heimfahren hat er gesagt. Ich gratuliere deinem und J. eurem Namenstag.
Gruß an euch allen und Bruder Johann.


An wohlg. Herrn Josef Rachbauer Bauer in Feitzing Post Pramet Ried OÖ (27.3.1915)
Abs. Franz Hattinger K.u.K. Inft.Reg. Nr.59 5. Feldkompanie 2. Zug Feldpost 64
Baldiger Antwort!
Bester Freund! am 23 /3 M /1915
Im Anfang meines Schreibens Grüße ich euch alle. Bester Freund ich bin groß erschreckt wie ich`s gehört hab von meinem Bruder Johann. Da Eder Franz hat mir` s erzählt.
Es grüßt euch Franz Hattinger, an euch alle.
Sind die zwei Buttinger`s noch immer in Südtirol?


An Herrn Josef Rachbauer Bauer in Feitzing Pramet Ried OÖ (2.4.1915)
Abs. Franz Hattinger K.u.K. Inft. Reg. Nr.59 5. Feldkompanie 2. Zug Feldpost 64
Baldige Antwort!
Im Feld am 28./ III M /1915
Bester Freund!
Ich habe eure Karte mit großer Gesundheit und Freude erhalten. Denn ich bin nicht mehr beim 59er Regiment. Sondern beim 21. Inft Regt. Feldpost 79. zugeteilt. Das ganze 2.Battailion. Die andern weiß ich nicht wo sie sind. „ De ohn dort und die ahndan da“. Ich schließe mein Schreiben und wünsche euch gute und glückliche Osterfeiertage.
Gruß Franz Hattinger an euch alle.
Hab es schon bekommen!


An Herrn Josef Rachbauer Bauer in Feitzing Pramet Ried im Innkreis OÖ (6.4.1915)
Abs. Franz Hattinger K.u.K. Inft. Reg. Nr.21 8. Kompanie 2. Zug Feldpost 79
IR Nr.59 5. Kompanie 2. Zug Feldpost 64
Baldige Antwort!
Im Feld am 3. April 1915
Bester Freund!
Ich habe Eure Karte mit Freuden und großer Gesundheit erhalten und hoffe dass die Karte bei Euch auch in bester Gesundheit antreffen wird. Bester Freund. Ich habe gelesen dass Du das zweijährige Pferd verkauft hast. Und so teuer. Bester Freund. Mir geht’s ganz gut. Es wird’s Gott schon machen wie er will. Wir haben Schnee und kalt. Bei unsern Regiment sind wir nicht mehr. Ich schließe mein schreiben. Viele Grüße von mir an Euch alle und Bruder.
Gruß Franz Hattinger.


An Herrn Josef Rachbauer Bauer in Feitzing Pramet Ried OÖ (11.4.1915)
Abs. Franz Hattinger K.u.K. Inft. Reg. Nr.21 8. Kompanie 2. Zug Feldpost 79
Baldige Antwort!
Im Feld am 9.April 1915
Lieber Freund!
Ich teile dir mit das ich die 4. Packerl bekommen hab und mir das Fleisch sehr schmeckt. Mit großem Appetit hab ich gleich eins gegessen. Bester Freund. Ich kann euch nicht genug danken. Was schreibt den die Zeitung wird nicht bald Frieden. Bester Freund ich habe so Halsweh kann kein lautes Wort nicht sagen. Ich schließe mein schreiben.
Viele Grüße sendet euch Franz Hattinger
Auf ein baldiges Wiedersehen bei euch.

Feldpostbrief
An Herrn Josef Rachbauer Bauer in Feitzing Pramet Ried OÖ (21.4.1915)
Abs. Franz Hattinger K.u.K. Inft. Reg. Nr.21 8. Kompanie 2. Zug Feldpost 79
Im Feld am 18.April 1915
Bester Freund
Im Anfang meines Schreibens grüße ich Euch alle. Mir geht’s ganz gut und bin gesund was ich von Euch hoffe. Bester Freund jetzt hab ich a 14 Tage gehabt da hab ich kein Laut nicht reden können. Weil ich so Halsschmerzen gehabt hab. Aber es ist schon wieder besser. Das Wetter ist auch immer sehr schlecht gewesen. Jetzt barirts halbwögs. Wie ist denn bei Euch das Wetter auch immer Regen. Habt ihr schon zugebaut. Ihr werdet voller Arbeit sein weil a keine Leute mehr daheim sind. Was schreibt den die Zeitung die weiß auch nichts vom Frieden. Dauert schon lange genug. Es wird nicht mehr lange gehen. Bester Freund die Fassung ist immer schlecht gewesen auf einmal ist man`s zusammen. Aber wir sind`s schon gewöhnt. Was ist denn mit` n Tobias` n was schreibt den er z` haus. Wie geht’s ihm den und wo sind denn die zwei Hafner Martin sind sie noch immer in Südtirol drinnen oder sind sie auch schon herunter. An Schneider Sepp` m weiß ich auch nicht mehr wo er ist. Ich habe das schreiben schon bekommen von meinen Eltern das mein Bruder Josef drei Tage Arrest bekommen hat. Bester Freund das Fleisch schmeckt mir sehr ich kann auch nicht genug danken. Ich schließe mein schreiben.
Viele Grüße sendet Euch Franz Hattinger
Auf ein baldiges Wiedersehen baldige Antwort.


An Herrn Josef Rachbauer Bauer in Feitzing Pramet Ried OÖ (26.4.1915)
Abs. Franz Hattinger K.u.K. Inft. Reg. Nr.21 8. Kompanie 2. Zug Feldpost 79
Vormals 5. Kompanie Inft. Reg. Nr.59 Feldpost 64
Bester Freund am, 23.April 1915
Auf ein baldiges Wiedersehen!
Habe euern Brief mit Freuden erhalten. Mir geht’s ganz gut und bin bis dato noch immer gesund was ich von euch hoffe. Liebster Freund die 5 Packerl hab ich schon bekommen aber alles aufgerissen und die Hälfte abgegangen. Das ist auch oft das einer das leere Papier bekommt. Bester Freund das …….ZENSURIERT ………………... bei unserem Regt. wär es schon besser. Bester Freund bei deinem Brief hab ich gelesen das wieder so viele behalten haben und von der Gemeinde. Wenn nur da Krieg bald ein Ende nehmen würd. Bester Freund kein Fleisch dürft ihr mir nicht mehr schicken Kaffee der ist mir schon recht und Zucker.
Es grüßt euch Franz Hattinger an euch alle und Bruder.


An Herrn Josef Rachbauer Bauer in Feitzing Pramet Ried OÖ (21.5.1915)
Abs. Franz Hattinger K.u.K. Inft. Reg. Nr.59 5. Kompanie 2. Zug Feldpost 64
Bitte auch um eine baldige Antwort!
am, 18 Mai 1915
Lieber Freund
Im Anfang meines Schreibens seid ihr von mir alle herzlich gegrüßt. Mir geht’s ganz gut und bin gesund was ich auch von euch hoffe. Lieber Freund kein schreiben habe ich schon drei Wochen nicht mehr erhalten. Ich warte alle Tage darauf. Was mit euch ist weiß ich gar nicht.
Ich schließe mein Schreiben. Gruß Franz Hattinger an euch alle und Bruder.

An Herrn Josef Rachbauer Bauer in Feitzing Pramet Ried OÖ (22.5.1915)
Abs. Franz Hattinger K.u.K. Inft. Reg. Nr.59 5. Kompanie 2. Zug Feldpost 64
Baldige Antwort!
Bester Freund! Im Feld am 21.Mai 1915
Im Anfang meines Schreibens seid ihr von mir alle herzlich gegrüßt. Mir geht’s ganz gut und bin gesund was ich von euch hoffe. Bester Freund wo wir sind kann ich euch nicht schreiben könnt euch` s eh denken. Ich bin so weit entfernt von euch. Da Hausl in da Gaised ist verwundet. Keine Neuigkeiten kann ich auch jetzt nicht mehr schreiben. Wir haben oft viel Hunger. Aber wir sind es schon gewöhnt.
Es grüßt euch Freund Franz Hattinger.


An Herrn Josef Rachbauer Bauer in Feitzing Pramet Ried OÖ (26.5.1915)
Abs. Franz Hattinger K.u.K. Inft. Reg. Nr.59 5. Kompanie 2. Zug Feldpost 64
Baldige Antwort!
Bester Freund! Im Feld am 24.Mai 1915
Da ich gerade Zeit habe zum Schreiben, schreibe ich euch eine Karte weil ich oft an euch denk. Bester Freund ich warte alle Tage auf ein Schreiben und kann es zu wenig da warten. Wie es bei euch daheim zugeht weiß ich gar nicht mehr. Bester Freund jetzt schaut es schon von Frieden sein wieder gar nicht mehr her. Ich schließe mein Schreiben.
Gruß Franz Hattinger an euch alle und Bruder.


An Herrn Josef Rachbauer Bauer in Feitzing Pramet Ried OÖ (30.5.1915)
Abs. Franz Hattinger K.u.K. Inft. Reg. Nr.59 5. Kompanie 2. Zug Feldpost 64
Wir kommen wahrscheinlich auch nach Italien!
Bitte um eine baldige Antwort an mich!
Bester Freund! Im Feld am 26.Mai 1915
Bevor ich mein Schreiben beginn, denk ich an euch und denk mir wie wird’s daheim zugehen. Bester Freund gestern den 25. hab ich von daheim wieder ein Schreiben erhalten. Was ich schon vier Wochen nicht mehr erhalten hab und warte auch bei euch auf ein Schreiben.
Gruß Franz Hattinger an euch alle und Bruder Johann

An Herrn Josef Rachbauer Bauer in Feitzing Pramet Ried OÖ (7.6.1915)
Abs. Franz Hattinger K.u.K. Inft. Reg. Nr.59 5. Kompanie 2. Zug Feldpost 64
Bitte baldige Antwort!
Bester Freund! Im Feld am 3.Juli 1915
Im Anfang meines Schreibens seid Ihr von mir alle sehr herzlich gegrüßt. Ich bin gesund was ich auch von euch hoffe. Bester Freund. Wenn ich dir das schreiben könnte was ich weiß, aber es geht nicht. Bester Freund. Heute haben wir an Fronleichnams Tag, keinen solchen werden wir auch nicht mehr daleben. Ich schließe mein Schreiben viele Grüße Franz an Euch alle und Bruder Johann.

An Herrn Josef Rachbauer Bauer in Feitzing Pramet Ried OÖ (12.VI.1915)
Abs. Franz Hattinger K.u.K. Inft. Reg. Nr.59 5. Kompanie 2. Zug Feldpost 64
Bester Freund! am, 10.Juni 1915
Habe eure Karte mit großer Freude erhalten. Mir geht es ganz gut und bin gesund was ich von euch hoffe. Bester Freund die Packerl hab ich noch nicht bekommen ich hab keine Hoffnung mehr. Bester Freund schicken dürft ihr jetzt nichts mehr weil die Post nicht sicher ist. Bester Freund und wenn ich wieder etwas brauch dann schreib ich schon wieder. Ich schließe mein Schreiben Gruß Franz Hattinger an euch alle und Bruder Johann ich wünsch ihm Glück auf der Stellung!


An Herrn Josef Rachbauer Bauer in Feitzing Pramet Ried OÖ (17.VI.1915)
Abs. Franz Hattinger K.u.K. Inft. Reg. Nr.59 5. Kompanie 2. Zug Feldpost 64
Auf ein baldiges Wiedersehen an dich und alle und Bruder Johann.
Bester Freund! am 16.Juni 1915
Ich teile Euch mit das mir ganz gut geht und bin noch immer gesund was ich von euch hoffe. Bester Freund habe schon lange mehr kein Schreiben mehr bekommen. Ich warte alle Tage auf die Post. Bester Freund wie geht’s den immer zu daheim. Ich denke immer an euch. Die Arbeit wird euch halt nicht ausgehen, weil keine Leute mehr daheim sind. Bei uns sind sehr viele Leute und doch sind sie oft zu wenig. Bester Freund wenn`s an Hansl behalten müsst` s mir gleich schreiben, den ich bin sehr neugierig. Wenn er doch das Glück hätte und kann aus. Ich schließe mein Schreiben. Viele Grüße sendet euch Franz Hattinger an euch alle und Wagners und Tobiasöng und Hafners und den Wirt.


An Herrn Josef Rachbauer Bauer in Feitzing Pramet Ried OÖ (4.7.1915)
Abs. Franz Hattinger K.u.K. Inft. Reg. Nr.59 5. Kompanie 2. Zug Feldpost 64
Baldige Antwort!
Bester Freund! am 2.Juli 1915
Habe euren Brief mit Freuden und großer Gesundheit erhalten. Mir geht’s ganz gut und bin gesund. Was ich von euch hoffe. Bester Freund. Habe schon gelesen das an Bruder behalten haben. Er wird wohl nicht mehr ins Feld kommen. Ich möcht ihm` s nicht wünschen. Bester Freund ich bin jetzt weit von euch entfernt. Schreiben kann ich`s euch nicht. Bester Freund. Ich habe schon 14Tage kein Schreiben mehr bekommen. Gruß Franz Hattinger an euch alle und Bruder Johann.

An Herrn Josef Rachbauer Bauer in Feitzing Pramet Ried OÖ (13.VII.1915)
Abs. Franz Hattinger K.u.K. Inft. Reg. Nr.59 5. Kompanie 2. Zug Feldpost 64
Auf ein baldiges Wiedersehen, baldige Antwort!
Lieber Freund! Im Feld am 10.Juli 1915
Im Anfang meines Schreibens seid ihr von mir alle sehr herzlich gegrüßt. Mir geht es ganz gut und ich bin gesund was ich von euch hoffe. Bester Freund. Wie geht’s euch den mit der Ernte, das Wetter ist immer schön weil`s bei mir recht heiß ist und sehr viel durscht oft zum Leiden, weil oft kein Wasser nicht zum dafrogen ist. Bester Freund der Karl Franzl in Atzing/ Pattigham ist verwundet und was mit den anderen Bekannten ist, weiß ich nicht. Ich weiß von Eder August auch nichts und von Josef Kraus auch nichts. Bester Freund sag ihm du an Johann er soll sich nicht sorgen weil`s eh nichts hilft. Ich schließe mein Schreiben viele Grüße von Franz Hattinger an euch alle und Bruder.

An Herrn Josef Rachbauer Bauer in Feitzing Pramet Ried OÖ (18.VII.1915)
Abs. Franz Hattinger K.u.K. Inft. Reg. Nr.59 5. Kompanie 2. Zug Feldpost 64
Auf ein Baldiges Wiedersehen!
Baldige Antwort!
Bester Freund! Im Feld am 15.Juli 1915
Im Anfang meines Schreibens seid ihr von mir alle sehr herzlich gegrüßt. Mir geht es ganz gut und ich bin gesund was ich auch von euch hoffe. Bester Freund Gott sei Dank das das Wetter immer so schön ist, was wär es wenn es immer regnet. Wie ist denn bei euch das Wetter habt ihr schon das Korn mähen angefangen. Bester Freund möchte euch schon helfen. Vielleicht auf ein anderes Jahr, wenn es Gott haben will und ich komm wieder heim. Ich schließe mein Schreiben Franz Hattinger an euch alle und Bruder Johann.

An Herrn Josef Rachbauer Bauer in Feitzing Pramet Ried OÖ (27.VII.1915)
Abs. Franz Hattinger K.u.K. Inft. Reg. Nr.59 5. Kompanie 2. Zug Feldpost 64
Baldige Antwort!
Bester Freund! Im Feld am 23.Juli 1915
Im Anfang meines Schreibens seid Ihr von mir recht herzlich gegrüßt. Mir geht es ganz gut und ich bin gesund was ich von euch hoffe. Bester Freund. Ich bin weit entfernt von euch aber ich kann euch nicht schreiben. Könnt euch` s schon denken ganz im Feindesland, nicht mehr in Galizien. Bester Freund wie geht es euch immer anscheinend muss da Hansel einrücken schreibt` s mir` s und wie geht’s den immer zu in Pramet. Habe schon 8 Tage kein Schreiben mehr erhalten weil mit der Post oft gar nichts geht und ich warte alle Tage auf ein Schreiben. Ich schließe mein Schreiben, herzliche Grüße sendet euch Franz Hattinger an euch alle und Bruder Johann.
Auf ein baldiges Wiedersehen.

An Herrn Josef Rachbauer Bauer in Feitzing Pramet Ried OÖ (29.VII.1915)
Abs. Franz Hattinger K.u.K. Inft. Reg. Nr.59 5. Kompanie 2. Zug Feldpost 64
Baldige Antwort!
Bester Freund! Im Feld am 28.Juli 1915
Im Anfang meines Schreibens seid ihr von mir recht herzlich gegrüßt und geht’s mir ganz gut und bin gesund was ich auch von euch hoffe. Lieber Freund hast du die zwei Karten nicht erhalten die ich dir vor 14 Tagen geschrieben hab, weil ich keine Antwort bekomm. Ich warte alle Tage auf ein Schreiben und wie geht es euch immer. Ich schließe mein Schreiben viele Grüße von Franz Hattinger an euch alle und Johann.

Feldpost
An Herrn Josef Hattinger bedienstet beim Bote in Frankenburg Bezirk Vöcklabruck OÖ (29.VII.1915) Abzugeben bei Franziska Rachbauer.
Abs. Franz Hattinger K.u.K. Inft. Reg. Nr.59 5. Kompanie 2. Zug Feldpost 64

am 26.Juli 1915
Innigst geliebte meines Herzens.
Liebste Franzi!
Am Anfang meines Schreibens bist von mir sehr herzlich gegrüßt. Liebste Franzi mir geht es ganz gut und bin gesund was ich von euch hoffe. Liebste Franzi, hast du die zwei Briefe nicht erhalten die ich dir vor 14 Tage geschrieben hab. Liebste Franzi ich habe den Kopf immer bei dir zu Hause wie es jetzt wieder ist, kann man Tag und Nacht nicht schlafen. So denk ich immer an dich zurück. So müssen die Tage und Wochen vorübergehen. Liebste Franzi wir haben oft schon Regen und dann wieder sehr kalt. Liebste Franzi wie geht’s denn bei euch mit der Ernte zu. Wie ich mir `s denk seit` s recht trawig und voller Arbeit. Liebste Franzi möcht auch dabei sein bei euch. Und was schreibt den der Hansl hat er schon Sorge zum Einrücken. Weiß er noch nicht wann er fort muss. Soll sich nicht winden weil`s eh nicht hilft. Liebste Franzi was ist denn mit dem Hafner Martin was schreibt er den z` Haus wie geht’s ihm den ist er noch gesund was für uns das Beste ist. Liebste Franzi was ist denn mit dem Schneider schimpft er noch recht oft übern Sepp` m wegen seiner G` schichte. Schreib es mir liebste Franzi und Neuigkeiten weil ich von Pramet schon lang nichts mehr weiß. Liebste Franzi der erste Gedanke im Morgen und der letzte am Abend geht an dich. Liebste Franzi wenn doch wieder einmal die Zeit komme das wir uns beide die Hand einander reichen könnten. In der Früh begrüßen uns schon die Kanonen und so den ganzen Tag fort das ist ein Donner. Liebste Franzi den Rosenkranz und die Statue hab ich schon noch und verlier es nicht das ist ein Andenken an dich. Und nehme ich den Rosenkranz an die Hand so denk ich an dich. Ich schließe mein Schreiben viele Grüße und Küsse an dich geliebte Franzi. Liebste Franzi schreibe mir bald zurück Grüße Franz Hattinger.

 

Brief von Bruder Johann Hattinger!

An Herrn Josef Rachbauer Bauer in Feitzing Post Pramet bei Ried im Innkreis OÖ.

Abs. Johann Hattinger Reparte Prigionieri di Guerra Campolase Italien
Aus der Gefangenschaft dem 24.6.1917
Werte Familie
Aus weiter Ferne teile ich euch mit das ich noch immer gesund bin. Was ich auch von euch hoffe. Und geht mir auch ziemlich gut was das Beste ist. Ich mach euch bekannt dass wir jetzt auf Holzarbeit sind. Wir haben am Tag 10 Arbeitsstunden, bekommen tun wir am Tag 15 Heller. Aber trotzdem ist es besser als wie im Lager den wir bekommen eine bessere Menage. Es ist ein sehr großer Urwald wo lauter große Eichen stehen aber die dürfen wir nicht um schneiden, sondern umhacken. Bei uns ist es jetzt sehr warm und die Nächte frisch. Bester Freund hoffentlich wird es bei euch schon warm sein das ihr heugen könnt. Es wird halt schon langsam gehen den jetzt wird es schon traurig aussehen mit den Leuten was man sich denken kann. Aber die Arbeit muss auch noch immer geschehen. Schreib mir es ob der Berndl seine zwei Knecht noch immer hat und ob doch noch euer alter Fuchs (Pferd) noch anziehen kann. Das Beste wär wenn der Frieden einmal kommen würde den ich hab`s hier schon ausgehalten genug. Diesen Tag können wir uns nicht vorstellen wie der einmal sein kann wenn wir nach Österreich fahren. Wie wir voriges Jahr, so hoffen wir auch heuer wieder wir können heimfahren. Wie uns halt Gott die Freude noch schenken wird. Auf das hab ich nicht gedacht dass ich so lange ausbleiben muss. Nur das einzige tröstet mich noch, das ich dort bittere Stunden, die mit geraden Gliedern glücklich draus gekommen bin und das ich nie so gesund war wie jetzt. Ich schließe mein Schreiben und viele herzliche Grüße an euch alle von eurem Freund Johann Hattinger. Nochmals die besten Grüße an alle Feitzinger. Ich bitt um Antwortbriefe.

 

 
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