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Familie Wörlinger

3 Brüder - 1 Regiment

IN ARBEIT

 

 Infantrist Franz Wörlinger

Gefallen beim IR 59

 

Infantrist Johann Wörlinger

Johann Wörlinger, geb. am 16.04.1897, konnte nicht an die Erfolge von Martin Wörlinger anknüpfen. Obwohl er in der Durchbruchsschlacht von Folgeria kämpfte und in der Frenzellaschlucht, konnte er keine Auszeichnungen erringen. Seine Verwundung trug ihm nur die Verwundetenmedaille ein. Erwähnung in Hoen fand er keine.

 

Zugsführer Martin Wörlinger

Stabsabteilung / Regimentstelefonabteilung des IR 59

Martin Wörlinger wurde als einziger der Brüder in Hoen erwähnt, leider sind nur zwei Einträge zu finden. Ungewöhnlich, denn er hat 4 bedeutende Auszeichnungen erhalten: die Bronzene Tapferkeistmedaille, die Silberne Tapferkeitsmedaille I. Klasse, die Silberne Tapferkeitsmedaille II. Klasse sowie das Eiserne Verdienstkreuz. Martin Wörlinger diente unter dem späteren Hauptmann, damals Feldwebel, Rosenkranz, dem hier auch ein Punkt eingeräumt wurde.

Martin Wörlinger, geb. am 31. August 1889, war mit Anna, geb. am 30. Mai 1904, verheiratet. Die beiden bekamen 4 Kinder. Das erste Kind war leider eine Todgeburt. Das zweite Kind ist tödlich mit 25 Monaten verunglückt. Das Kind hat eine Stricknadel genommen, ist weggelaufen, gestolpert, und hat sich die Nadel zwischen Auge und Nase durch den ganzen Kopf gestochen woran es verstarb. Das dritte Kind verstarb mit 4 Monaten an einer Lungenentzündung ! Nur ein Kind überlebte, die Dame ist heute 69 Jahre alt und übergab die Unterlagen an die Salzburger Wehrgeschichtliche Rainerforschung. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle herzlichst bedanken. Bei diesen Unterlagen war auch ein Büchlein, in dem wertvolle Daten über seine Arbeit als Telefonist niedergeschrieben waren. Im zweiten Teil des Buches hat er Gedichte niedergeschrieben. Diese werden nach der Reinschrift eingestellt.
 

Die Gedichte von Martin Wöhrlinger

Alle Rechte der Veröffentlichung sind einer Genehmigung vorbehalten !


Liebes Brief!

Ich kann es nicht unterlassen an dich unvergessliche Liebe zu schreiben. Denn kannst es dir leicht denken das mir das Leben ohne dich sehr schwer ist, und es ist mir unvergesslich den Augenblick wo ich dich das letzte Mal gesehen und dir die Hand zum Abschied reichte. Jetzt seufze ich in der Einsamkeit und denke an die goldenen Stunden wie wir uns zwei in einen stillen Ort so herrlich geliebt haben. O könnte ich nur einen Augenblick bei dir sein, mein Herz und mein Leben versüßen, aber das Schicksal hat mich noch mit Eisen geschmiedet. Geliebte wenn dir die Zeit zu lang ist mir treu zu sein so denke die Tage und Stunden vergehen, aber einstens wird die Stunde kommen wo das fröhliche Wiedersehn aus den Wolken herausbrechen wird. Ich wollte gerne das Leben in der Einsamkeit ertragen, wenn du mir treu bleibst und mich nicht verlassen würdest, auf dein treues schreiben und Versprechen setze ich mein ganzes Vertrauen mit der Hoffnung nach dem überstandenen Übeln an deiner Seite und in deinen Armen ruhen zu können bis uns einst der Tod scheidet. Ich schließe mein Schreiben mit vielen herzlichen Grüßen und Küssen auf ein baldiges Wiedersehen.

Geschrieben am 11/3 1911 als Zeitvertreib auf
Der Hellerbrunner Kasernwache.

Martin Wörlinger Infantrist

 

 

Verse und Gedichte

1.
Was ich denke und was ich treibe
zwischen Freud und Lust und Schmerz
wo ich wohne, wo ich bleibe
ewig weilt bei dir mein Herz
2.
Tausend Grüße aus der Ferne
sende ich dir so gerne
und am liebsten wär es mir
wenn du sitzest bei mir hier
3.
Lange hat s´ gedauert
doch alles nimmt ein End
a du schönes Salzburg
und 59 Regiment
4.
Im Osten geht die Sonne auf
im Westen geht sie unter
und wenn du deine Liebsten zählst
so zähle mich darunter
5.
Die Welt ist rund
sie muss sich drehen
behüt dich Gott
auf s` Wiedersehen
6.
Wo sich zwei Täubchen küssen
von keiner Schuld nichts wissen
so unbefleckt und rein
soll auch meine Liebe sein
7.
Gedenke nah gedenke fern
gedenke meiner oft und gern
gedenke einst bei meinem Grab
wie treu ich dich geliebt hab
8.
Ein Garten voll Rosen
ein Täubchen dabei
ein Brieflein im Schnabel
sei fröhlich dabei


Der letzte Abend beim Liebchen

1.
Wir standen still am Fenster
das Licht war ausgebrannt
dein Herz das hört ich Schlagen
ich drückte dir die Hand!
2.
Sie spricht still ergriffen
und sank mir an die Brust
in süßer Sehnsucht lebten
wir treu und unbewusst
3.
Da nickte sie und flehte
mit glühenden Gesicht
vergiss doch in der Ferne
dein treues Liebchen nicht


Das Rainer Regiment

1.
Was glänzt dort hell zum Himmel auf,
grünes Laub auf die Fahne drauf.
Es ist das Rainer Regiment,
dass die Welten Ehren kennt.
2.
An Salzach, Inn, und Donaustrand,
das ist ihr schönes Heimatland.
Die Kaiserfahne weht Siegesbewusst,
Soldtaten Herz ziert jede Brust.
3.
Das Aug im Tode frank und frei,
dem Kaiser bleiben wir ewig treu.
Darum mein Schatz bilde dir was ein,
denn ein jeder kann nicht jeder sein.
4.
Und geht nicht Rauch und Pulver auf,
wir bringen s` treulich wieder z` Haus.
Und wo die Schlacht am ärgsten brennt,
stehst du mein Rainer Regiment.
5.
Ach Österreich treue Kaisermacht,
im Kampf bei Tag und Nacht.
Soldat bin ich mit Herz und Sinn,
wie schön ist s`, dass ich ein Rainer bin.
6.
Gott Kaiser und sein Vaterland,
es kennt den alten Schwur.
Das Rainer Regiment besteht,
durch Gottes Gnaden nur.

geschrieben als Korporal vom Tag
am 9 Juli 1911
Wörlinger M. Gefreiter


Liebes Brief

Wertes Fräulein!

Sie werden schon entschuldigen, dass ich mir die Freiheit erlaube sie durch ein paar Zeilen zu belästigen. In dem ich immer an den verflossenen Freitag denke, an welchen wir mitsammen nach Salzburg kamen und ich die Ehre hatte Sie wertes Fräulein zu begleiten. So fühle ich mich veranlasst Ihnen Herz und meine Gedanken anzuvertrauen, mit der Hoffnung dass Sie nicht ungehört bleiben werden. Als ich von Ihnen wegging hatte ich keine richtige Freude mehr, denn ich kann es Ihnen gar nicht beschreiben, wie sich mein Herz nach Ihnen sehnt. In der kurzen Zeit in welcher wir uns kennen, habe ich sie wirklich von Herzen lieb gewonnen. Sie sind mir so ins Herz gewachsen das es mir unmöglich ist sie je wieder zu vergessen. Wertes Fräulein sie würden mir die größte Freude bereiten, wenn ich sie öfters begleiten könnte, deshalb möchte ich an ihnen die innigste Bitte richten, wenn sie mir schreiben würden wo ich sie treffen würde. Es wären die schönsten Stunden meines Lebens wenn ich mit ihnen verkehren könnte also ich bitte wertes Fräulein seien sie mir nicht etwa böse, dass ich so frei war an sie zu schreiben und schließe mein Schreiben mit der angenehmen Hoffnung von Ihnen Liebes Fräulein recht bald ein liebes Wort zu erhalten mit vielen herzlichen Grüßen ihr Ergebenster N.N.

geschrieben als Korporal vom Tag am 9.Juli1911

Martin Wörlinger
Gefreiter


Die gewünschte Stunde

Es kommt die gewünschte Stunde,
sie kommt und kehrt bei uns ein.
Drei Jahre sind jetzt bald verschwunden,
mich freut nicht mehr Soldat zu sein.

Drum danke ich Gott meinem Schöpfer,
und halte meine Hände auf.
Für diese Gnad das ich erlebe,
und hab wider freien Lauf.

So sind sie hin die schönsten Stunden,
wo sind die Jugendjahre hin.
Beim Militär da sind s` verschwunden,
als wie ein Hauch sind sie dahin.

Es ist nur alles Traum gewesen,
was der Mensch doch hier nur ist.
Er muss zu Staub und Asche werden,
was er auch einst gewesen ist.


Verse!

Nur einmal blüht im Jahr der Mai,
nur einmal im Leben die Liebe.
Beim Militär geht s` wohl vorbei,
des Lebens schönste Triebe.

Vom Wildhahn die Feder,
vom Hirsch das Geweih.
Vom Gamserl die Krickerl,
vom Dirndl die Treu.

Weine still und flehe,
mit blassen Angesicht.
Vergiss auch in der Ferne,
dein treues Liebchen nicht.

 

Soldaten Litanei!

Bitt für uns o Herr!
Für alle Menschen, die ein gutes Herz haben,
das auch wir ein wenig Geld haben.
Ihr Grafen und Fürsten.
Ihr Bauern und Wirte.
Ihr Köchinnen und Kellnerinnen.
Ihr Frauen und Jungfrauen.
Erlöse uns o Herr!
Vor Hunger und Durst.
Vor vielen Wachen und Strafen.
Vor der peinlichen Tagwache.
Vor dem frühen Aufstehen.
Vor der lästigen Zimmertür.
Vor der scheißlichen Abort Tür.
Vor dem habt acht stehen.
Vor dem baldigen aufstehen und ausrücken.
Vor dem martervollen Marsch ein klopfen.
Vor dem vielen Exerzieren.
Vor den vielen Zugserzürnen.
Vor den langen Regimentsübungen.
Vor den Schweiß kostenden Brigadeübungen.
Vor den fürchterlichen Inspizierungen.
Vor den schrecklichen Laufschritt.
Vor den schädlichen Manövern.
Vor der schlechten Gegend.
Von der wenigen Menage.
Von dem zeitlangen Kasernenarrest.
Von den wöchentlichen Zimmerreiben.
Von den verfluchten Einzelarrest.
Von den vielen Gewehrgriffen.
Von den heftigen Bajonettfechten.
Von den vielen Visiten.
Von den harten Strohsack.
Von den täglichen Rapport.
Von der Spiegelklaren Suppe.
Von dem trockenen Komisbrot.
Von dem lästigen Zwieback.
Von den Spangen und schließen.
Von den schweren Tornister tragen.
Von der verdammten Bereitschaft.
Von dem fürchterlichen Wiedermachen.
Von dem späten Einrücken.
Von den schlechten Schuhen.
Von den zerrissenen Monturen.
Von der kleinen Löhnung.
Von dem leeren Geldbeutel.
Von der langen Dienstzeit.
Von dem militärischen Leben.
Von den Alarm
Erlöse uns o Herr von allem Übel Amen.

geschrieben aus Langeweile am 21.Mai 1911
Wörlinger Infantrist

 

O du gnadenreicher Urlaub steig herunter.
Das wir bald in Urlaub gehen und zu
unserer Liebe nach Hause kommen, welche
schon mit Sehnsucht auf uns wartet.
Vater unser Herr und Kaiser der du bist
in der Hauptstadt geehrt werde dein
Name zu uns komme dein Befehl.
Wegen der Abschaffung der Spangen.
Dein Wille geschehe in Österreich so auch
in Ungarn, gib uns täglich 3 Liter Bier
und doppelte Portionen Fleisch, verzeih uns
unsere Strafen wegen Betrunkenheit
und spätes nachhause kommen, als
auch wir vergeben unsere Freuden
führe uns nicht in den Krieg sondern
erlöse uns von den Soldatenleben. Amen!

Wörlinger Inft.


Liebes Brief!

Sehr geehrtes Fräulein!

Ich habe nun aus dem Benehmen, welches sie mir gegenüber äußerten bereits bemerkt, dass sie ein ganz besonderes Interesse an mir tragen. Weshalb ich mir auch erlaube an sie einen Brief zu schreiben und meine Blicke auf sie zu richten. Obwohl sie mich so näher kaum kennen, wie ich glaube. Sie werden nun aus vorhergehenden paar Zeilen des Wortes des Schreibens erkannt haben, und ich gestehe ganz offen, dass ich seit den Augenblicken an, wo ich das Glück hatte sie zu sehen und sogar mit Ihnen sprechen zu dürfen, ein ganz besonderes Gefühl in meinem Herzen bemerkt habe, wovon ich nicht mehr beruhigt werden kann. Bevor ich nicht bestimmten Aufschluss von ihnen habe. Obwohl ich mir schon öfter vorgenommen habe, ihnen mein Herzinnerstes mündlich zu veröffentlichen. So überkam es mich jedes Mal als wie wenn mir jedes auf den Lippen schwebende Wort ersterben würde. Und ich würde nie zu dem von mir gestrebten Ziele kommen, wenn ich mich nicht auf diese Art Ihnen nähern würde. Ich erkenne wohl selbst ganz gut ein, das unser Stand bei anständigen Mädchen etwas herabgewürdigt ist, aber dennoch weiß ich ganz bestimmt darauf rechnen zu dürfen, das sie mir meine so heiß ersehnt erfüllt gewesene Bitte nicht verneinen können, wenn sie nur teilweise meiner Gesinnung gleich sind.

Ich erlaube mir nun an sie wertes Fräulein die ernste Lebensfrage zu stellen. Ob Sie nicht geneigt wäre mit mir das Band der Liebe zu knüpfen. Ich würde mich zu den glücklichsten Menschen der Erde zählen, wenn ich sie als meine Auserwählte betrachten dürfte, und ich weiß auch ganz bestimmt das sie mir diesbezüglich Vertrauen schenken, wenn sie nur einen Funken der Liebe welche wie ein Feuer in meinem Herzen gegen Sie emporflammt in ihren gewiss auch aufrichtigen Herzen mich tragen. Ich werde stets bestrebt sein Ihnen mit der größtmöglichen Aufmerksamkeit entgegenzukommen, denn ich betrachte nur sie als den Stern meines Lebens ohne welchen es mir unmöglich erscheint, glücklich zu werden. Einer baldigen und hoffentlich auch erfreulichen Antwort entgegenstehend schließe ich mein direkt
von inneren des Herzens kommenden Schreiben mit vielen herzlichen Grüßen
und Küssen N.N.

geschrieben als Inspektion am 10.Juli 1911
Wörlinger Martin Inft.


Brautnacht
Brief einer jungen Frau an ihre Freundin.

Liebes Brief!
Liebster Schatz!

Viele Herzen gibt es auf der Welt,
aber eines nur das mir gefällt.
Ich bin allein für dich geboren,
und meine Treu hab ich dir geschworen.
Darum hab ich aus Liebespflicht,
dir liebste diesen Brief gedicht.
Wo ich gerne wär und doch nicht bin,
schick ich dir ein Brieflein hin.
Ich will dir schreiben,
du sollst treu mir bleiben.
Was soll ich dir geben,
für mein Leben.
Denn ein solches Herz ist etwas Wert,
was treu bleibt und nie mehr umkehrt.
Für deine Treue und Freundlichkeit,
hat sich mein Herz zu dir gefreut.
In diesem Briefe sind begraben
drei goldene Buchstaben.

Geschrieben, als Zeitvertreib am 8.Juni1912 als Korporal vom Tag
Wörlinger Martin Korporal.


An die Geliebte!

Ach Liebchen könntest du ermessen,
was es heißt Komisbrot zu essen.
Dazu das stramme Exerzieren,
das viele Schießen und Marschieren.
Du würdest gewiss fühlend blicken,
mir schnell ein Stück Butter schicken.
Pack dazu mir Tränen ein,
und die schönsten Würste nicht zu klein.
Auch einige Stückerl zum guten Bier,
ich kann es gut gebrauchen hier.
Denn es ist gut wenn man alles hat,
die Butter braucht man zum Schmieren,
den Schinken zum Polieren.
Und Gebackenes zum Pussieren.

Einstige Liebe!

Ich liebte einst ein Mädchen,
wie es ein jeder tut.
Ich sollte sie verführen,
dazu hatte ich keinen Mut.
Ich wurde von ihr gerissen,
drei Jahre fürs Vaterland.
Sie schwor mir unter Küssen,
die Treue in die Hand.

Ich kam wohl darauf in Urlaub,
in meines Vaters Haus.
Sie aber kennt mich nimmer,
und eilt zur Tür hinaus.
Das hat mich schwer getroffen,
ich faste den Entschluss.
Ihr Leben soll sie lassen,
es kost nur einen Schuss.

Wir trafen dann zusammen,
wohl auf dem Sigmundsplatz.
Es schlägt die zwölfte Stunde,
sie wurde Leichenblass.
Ach, Liebchen denke mein,
Ach Gott, wo ist mein Liebchen.
Mein Liebchen das ist tot,
ich hab sie ja erschossen ihr Blut fließt rosenrot.

Der Waldbua!

A Waldbua bin i
a Walddirndl liab i
bin a Bua a junga
schleich an Holzschlag uma

Geh i außö aufs Wasser
schau den Schiffsleuten zu a
schreit a schönes Dirndln ausa
geh na eina mei Bua

Aber Dirndl dei Freiheit
und dei Aufrichtigkeit
Die schöni Manier
hat mie hergführt zu dir

Aber Dirndl du liabs
wanst mir du o mal stirbst
Wirst ma du amal krank,
leb i a nima lang.


Unglück beim Fenster

Jetzt hats mi schon wieder
schen sauba dran kriagt.
ganz sicha schmeist uns
als an Egus recht gfreut

Hab gmoant i will amoll
Fenstaln probiern
beim Teufl los i mi
nöd schon wida anschmirn

Dös Birnbauer Reserl
dö gfalt ma scho lang
jetzt woas i nöt recht
wia i dö Sach anfang

I frag halt an Watzl
der kennt sie guat aus
der is bei ihrm Vater
wir der Sohn im Haus

Geh Watzl geh sog ma
wia fong i dös on
das i mit der Reserl
einmal zam kema kann

Na da muss i locha
is dernat a gwoult
kennt si der Kund nu nöt aus
und is scho so alt

Hat der Watzl drauf gsagt
hat a pfifigs Gsicht gmacht
da schleichst dö halt uma
umar zehn Uhr auf Gnacht

A Bredl muast nehma
dast aufö kannst kema
da klopfst ans Fenstal
sie wird die schon sehn

Schleichst dö uma beim Hauseck
schön stad auf da Kräd
wannst du nöt batschad warst
kannst bis zum Hauseck zuba gehn

S Fensterl dös erstömol
von da Seiten im Haus
ist da Reserl ihr Kammer
da kennst dö glei aus

Bist oben beim Fensterl
dann klopft a weng drauf
und wischpast du Reserl
geh Reserl mach auf

Frisch gwagt ist halb gwunga
a uralte Röd
Bua Sakrawalt
i trauma halt nöd

Geh Esel geh dumma
was kann dir den felln
muast halt nöd rumpeln
muast schö stad aufisteign

Versprengans mi denk i
so renn i davon
so kann i do sagn
das is probiert hon

Im Sonntag auf Gnacht
nim i sechs Bretl mit mir
und schleich mi halt uma
schön stad bei der Tür

Und i los halt dös Bretal
schön stad zubi auf Dwennt
und hob mi vor Angst
schir,nima auskennt

Frei s Herz hot mir klopft
ob mi dah a niemand siacht
es war nöt wengan Reserl
aba d Schlög hab i gfürcht

Und grad bei der Maua
steht a Zirglstein für
Hau denk i mir gleich
dös taugt a geh mir

Beim Fensterkreuz hab i mi
aufö auf Höh
das i sicha und guat
aufm Zirglstein steh

Reserl hab i gwischpert
Reserl hörst nöt
du Reserl mach auf
gib Antwort und röd

Drauf hats in der Kammer
an Schneuza gmacht
Hau denk i ma jetzt hats mi scho kehrt
fang i halt nu amoi an

Reserl hörst Reserl
geh hör do und röd
bist nöt zum da wöka
schlafst wia Brett

Da weil i beim Fensterl
so uma spekulier
da kommt ebas weis
a scho her do zu mir

Ebas weiß siag i blitzen
es kimmt schon daher
hat wirklich schon gröd
was will i nun mehr

Was is und was willst
geh sei nöt so dumm
machs Fensterl gleich auf
und frag nöt lang um

Ja richtig da Franzl
da Franzl o mei
ja jetzt gralt er aufa
was fällt dir den ein

Drauf macht sie das Fensterl
glei auf auf der Stöll
und kaum das i s`Reserl
bei der Hand nehma will

Steht schon ihr Vater da
Und hat mi beim Kragn
Wort du sagt er
dir wer i wos soung.

 
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