Ziel der Forschungsfahrt 2011:

 

1.) Auffinden des genauen Sterbeortes von Infanterist Feßl, um eine letzte Ehrung zu ermöglichen.

2.) Genaue Nachvermessung der Sanitätseinheit beim Werk Sebastiano

3.) Ablichtung des Gefallenenregisters des Friedhofes Folgaria und der vorhandenen Rainergräber.

4.) Identifizierung der Friedhofseinheiten „Sebastiano“ (Werk) und San Sebastiano, sowie deren Zuteilung zur alten oder neuen Kirche.

5.) Kriegsarchäologische Erforschung der Frenzellaschlucht.

6.) Besuch und dokumentieren des jetzigen Zustandes des Friedhofes Lavarone - Slaghenauf.

7.) Besuch der Museen Roana und Rovereto

 

Diese Fahrt stand wieder im Zeichen von Kameradschaft und Forschungsgeist und war ein voller Erfolg. Alle Ziele konnten erreicht, Artefakte gesammelt werden.

Besucht wurde die Strecke Folgeria/Sebastiano bis Monte Cimone, Arsiero, das Museum in Roana, bis zur Frenzellaschlucht, das Museum in Rovereto und der Friedhof von Lavarone - Slaghenauf. Artefakte wurden am Ort der Durchbruchsschlacht Malga II. Posta, Sanitätsplatz Sebastiano, Monte Cimone und Frenzellaschlucht gesammelt.

Als Geschenk an das Kompetenzzentrum SWGR wurden uns, von unseren Mitgliedern Frau und Herrn Gurtner, Originalfotos der Familie übergeben, sowie rund 10 Personalakten von überlebenden 59ern aus ihrer näheren Umgebung angefertigt und überreicht.

Die Forschung hat gezeigt, dass der Umgang mit den Gefallenen der k.u.k. Armee nicht sehr ganau gehandhabt wurde. Vor allem gab es keine Mühe, die Namen richtig zu schreiben. Was den Italienern nicht bekannt war, wurde ingnoriert, Umlaute oder ein J, das zum I mutierte waren die Regel. Es stellen sich auch viele Fragen, so bei Kadett Jung, von der Bestattung Jung in Salzburg. Liegt er nun in Maxglan oder in seinem Einzelgrab in Folgaria oder etwa in einem Massengrab lt. Aufzeichnung im Buch des Friedhofes. Keiner weiß es so genau... Diesen Umgang sieht man auch beim falschen Namen am Regimentsgrab in Malga II. Posta, wo der einzige vorhandene Namen einen falschen Vornamen zugeteilt bekommen hat. Über den Zustand der Gräberanlage Sebastiano oder Malga II. Posta kann man nur den Kopf schütteln. Campana ist ein abschreckendes Beispiel, eine Touristenbühne mit leeren Kreuzen. Besser ist es nur, wenn das Schwarze Kreuz hier unterstützend eingreift. Von der Herstellung wie in Polen ist man noch weit entfernt.

Erfreulich sind die Museen in Roana und Rovereto zu bewerten. Die Sammlung in Roana lebt extrem von den Bodenfunden der Umgebung und ist so sehr authentisch. Leider setzt Rost und Schimmel den Exponaten sehr zu, die Beschriftung ist oft falsch.  Die Sammlung in Rovereto ist einfach nur als sensiationell zu betrachten. Literatur gibt es in beiden Museen nur in italienischer Sprache und das Personal spricht auch nur italienisch. Die Öffnungszeiten sind ebenfalls italienisch, also informieren, sonst steht man vor verschlossenen Türen.

In der Frenzellaschlucht konnte die alte Militärstraße gefunden und dokumentiert werden. Hier sollen in den nächsten Jahren weiterführende Forschungen stattfinden. Erste Funde durch Herrn Gurtner sind sehr vielversprechend.

Insgesamt stellt sich ein sehr positives Gesamtbild: ca. 700 Fotos, vergleichend den alten Originalaufnahmen, konnten archiviert werden, Bodenfunde in die Sammlung integriert werden. Zudem wurden ca. 180 Seiten der Friedhofsliste Folgeria fotografiert und werden nun auch dem Salzburger Landesarchiv übergeben. Der Sterbeort von Infantrist Feßl konnte fast auf den Meter genau gefunden werden. Besonders stolz sind wir auf die Auffindung des Schlachtfeldes des IR 59 ( IR 107 - III. und X. Baon ) in der Frenzellaschlucht und die Bergung von ersten Funden durch H. Gurtner.

Fotos in Bearbeitung