Oberst der 8. Dienstklasse Prof. Friedrich Lacchini

 

Friedrich Lacchini - Oberst der 8 Dienstklasse - Sterbebild

 

Letzte Grüße ( Verlesen von Generalmajor Kritsch + als Militärkommandant. )

 

Wir sind heute versammelt, um uns von Oberst d.G. der 8. Dienstklasse Prof. Friedrich Lacchini zu verabschieden, der in die große Armee abberufen wurde.

 

Nicht viele Männer unserer Zeit können auf eine so erfolgreiche Vergangenheit zurückblicken wie er. Nicht viele Menschen hatten eine so bewegte, mit vielen auf und ab versehene, Vergangenheit. Dem Tod in jungen Jahren ständig entkommen, hat er ihn jetzt in aller Ruhe empfangen.

 

Als junger Mann, der Tradition seiner Familie folgend, in die Offizierslaufbahn eingetreten, hat er noch bei der Kavallerie eine Attacke im Frankreichfeldzug geritten. Hier errang er sich auch als junger Leutnant das EK II. Das Glück war ihm hier das erste Mal hold. Als die meisten seiner Kameraden diese nun überflüssige Waffengattung verlassen mussten, wurden sie zu einer Panzereinheit versetzt, die in den Grauen von Stalingrad völlig vernichtet wurde. Er hingegen wurde zu den Nebelwerfern, einer jungen und völlig unbekannten Geheimwaffe, abkommandiert. Dass er nun ständig in den Brennpunkten der Schlachten im zweiten Weltkrieg eingesetzt wurde, war dadurch vorausbestimmt. Eismeerfront, Orel, Kursk und die Ardennenoffensive sind nur die geschichtlich bekanntesten Schlachtfelder des zweiten Weltkrieges, auf denen er seinen Beitrag als junger Offizier leisten musste. Dem Tod entging er wieder – als sein Bunker durch Volltreffer verschüttet wurde, hat er – bewusstlos – als Einziger überlebt. Sein Hang zu Tieren, ein Dackel begleitete ihn ständig – rettete ihn. Man wollte nur den bellenden Hund bergen, die Soldaten waren aufgegeben. Die Granate, die seinen Wagen mit Splittern durchsiebte, verletzte nur sein Bein. Der Zug, der ihn zu seinem neugeborenen Sohn Peter bringen sollte, wurde gesprengt. Er musste in letzter Minute mit seinem Schicksal hadernd aus dem Zug,  weil sein Urlaub widerrufen wurde. Letztlich die Bomben, die das Haus zerstörten und alle töteten, nur ihn nicht – weil er den vermeintlich rettenden Keller nicht mehr erreichte und sich in den Straßengraben warf. Das Verwundetenabzeichen und das Infanteriesturmabzeichen waren Ausdruck  dieser Mühen.

 

Letztlich noch das EK I, als beim Rückzug eine der Geheimwaffen nicht explodierte, weil die Sprengladung versagte. Er sprang auf ein Sturmgeschütz auf, fuhr in den russischen Sturmangriff, befestigte eine Kette und zog das Geschütz verkehrt zurückfahrend in die eigenen Reihen.

 

Und da war noch der alte Kavallerist, der, als seine Truppe vor einem reißenden Fluss, ohne Munition den Russen hilflos ausgeliefert gewesen wäre, mit einem Pferd der Artillerie den Fluss durchschwamm. Auf der anderen Seite brachte er den flüchtenden Arbeitsdienst dazu, noch eine Behelfsbrücke zu bauen. Das Material wurde gesprengt, seine Kameraden gerettet.

 

Nach dem Krieg als Offizier zuerst ins berufliche Eck gestellt, bei der Finanzbehörde tätig, kam er seiner Familientradition sehr schnell wieder nach. Ein Offizier des zweiten Weltkrieges ging als Rittmeister zur B-Gendarmerie, eine Rangbezeichnung, die ihm als alter Kavallerist durch die Versetzung versagt war und an der ihm viel lag und ihm nun doch noch in der Republik verliehen wurde. Bis zum Oberst der 8. Dienstklasse führte seine Laufbahn. Auch hier erreichten ihn wieder hohe und höchste Auszeichnungen: Das goldene Ehrenzeichen der Republik und des Landes, um nur die zwei Wichtigsten zu erwähnen.

 

Ein Erlebnis aus seiner Zeit ist überliefert und zeigt ein Bild dieses Mannes, der im Krieg improvisieren lernte. Als der Hubschrauberpilot die Riesenbergkristalle, die heute im Haus der Natur stehen, nicht abtransportieren wollte – sie waren für den Hubschrauber ein wenig zu schwer – meinte er nur zu dem Piloten: „Rechnen sie nach, sie haben sich verrechnet – das geht sich genau aus.“

Als er eigentlich seinen verdienten Ruhestand antreten sollte, hatte er sich mit der von ihm aufgebauten Biologischen Station in der Schwarzenbergkaserne schon so viel Ruhm erworben, dass er zum Direktor des Tiergartens in Salzburg berufen wurde. Nur für kurze Zeit glaubte er, doch übte er diesen Posten 14 Jahre aus. Er führte ihn aus der Pleite und übergab den Tiergarten Hellbrunn seinem Nachfolger mit Gewinn. Dass er dafür keinen Groschen Bezahlung annahm, kennzeichnet die bescheidene Größe dieses Mannes. Der Professorentitel und die Bestellung an die Salzburger Universität als Lehrbeauftragter für Tiergartenbiologie ereilte ihn, als andere seiner Generation schon im Lehnstuhl die Früchte ihres Arbeitslebens genossen.

 

Zwei Söhne und zwei Töchter, Enkel und Urenkel gingen aus diesem reichen Leben hervor, setzen seine Tradition im Heer und Unterrichtswesen fort. Seine Frau Ruth ging ihm viele Jahre früher den Weg voraus und an ihrem gemeinsamen 63. Hochzeitstag folgte er ihr. Die Freunde der Jägerschaft, des Offizierskorps, der Zoos und der Tierfreunde, des Falknerbundes, des Trabrennvereines, des Traditionsregiments 59 Rainerbund, der Gebirgsjäger sowie seiner zweiten Heimat des Gasthofs Wartberg sind hier versammelt.

 

Solange es Menschen gibt, die viele seiner Geschichten - die in Büchern stehen und in der wehrgeschichtlichen Studiensammlung der Rainer bewahrt werden -  noch  in Generationen lesen, erzählen und ansehen, wird er nicht sterben, er ist nur woanders.

 

Wir verabschieden uns von einem großartigen Menschen, einem Offizier und Gentleman


Ihm zum Gedenken wurde die Erinnerungsmedaille für Traditionsvereine von der Familie gestiftet und 20 Exemplare verliehen

 

 

Hauptmann Lacchini Friedrich in Witebsk16-12-43 Hauptmann der Wehrmacht an der Westfront / Nordfront und Ostfront

 

Oberleutnant Lacchini bei der B-Gendamerie Rittmeister der B-Genamerie

Lacchini m.B Oberst der 8. Dienstklasse des ÖBH

Hubschrauber n Entladung m B

Hubschraubereinflug m B

Aufstieg Heeresführer

Montage der Seilbahn m B

 Verladung der Kristalle m B

Sargwache des Bundesheeres

Fahnenabordungen der Traditionsverbände