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Zugsführer Lechner Albert

 

Unbelohnte Tapferkeit

 

Als eines der schneidigsten Regimenter hat sich in diesem Kriege, in den ersten zwei bis drei Jahren, das Rainerregiment No. 59 in Salzburg gezeigt. Zugsführer Albert Lechner, Regiment 59 Komp. 15 aus Aspach, erhielt am 15. Oktober  1914 in den Deckungen bei Lezairsk am San durch ein Schrapnell einen sonderbar verwickelten mehrfachen Schuß: Durchschuß der rechten Schulter, Durchschuß des linken Armes, Durchschuß der rechten Schulter in der Richtung gegen die Brust, wurde an der genannten Stelle auf eine Stunde lang verschüttet, dann ins Rudolfsheim nach Wien überführt. Nach seiner Genesung schrieb er an seine Eltern:

 

Salzburg, 23 April 1915

 

Liebste Eltern !

Hier bin ich auf der Photographie mitsammt meinem Zuge der Einjährig Freiwilligen von den tapferen Rainern. Ja die Rainerbuben, genannt der Schrecken der Russen ! Dort wo die Rainer streiten, siegen sie auch. Es geht nun zum zweitenmale ins Feld. Die Russen werden gehaut !

 

Mit Gruß Euer Albert !

 

(Psychologisch: Albert ist Fleischhauer )

 

August 1914 wurde die Kompanie, als sie noch in Russland stand, einmal scharf beschossen. Niemand ahnte oder wusste woher der Überfall kam. Albert Lechner zog mit seinen Leuten auf Schleichpatrouille aus, um zu spähen, woher die Schüsse kämen, und entdeckte, dass selbe aus dem Fenster eines der nahegelegenen Häuser flogen. Albert Lechner kehrte samt seinen Leuten von diesem gefährlichen Patrouillengange glücklich zurück. Durch unser Artilleriefeuer wurde infolge dessen die russische Ortschaft vollständig eingeäschert.

 

Heute lebt von dieser Schleichpatrouille niemand mehr als der Albert. Im September 1914 erbeutete der Albert mit seinem Zuge in der Nähe der bekannten „Toten Allee“ in Russland drei Maschinengewehre. Da der Hauptmann aber am nächsten Tage fiel, fiel damals auch der Albert ohne Auszeichnung durch. Erst am 29. Sep, 1916 erhielt der Albert, damals in einer Feldschlächterei  zugeteilt, für vielfachen strammen Dienst die kleine silberne Tapferkeitsmedaille angehängt. Der kleine Dienst wurde belohnt, die große silberne Tapferkeitsmedaille für den großen Dienst bleibt für alle Zeit aus.

 

        Und so geht es mit allen Geschichten dieser Welt. –

 

Im Original übernommen von der Niederschrift des Hrn. Benefitziat Paul Kettel, nun in der Sammlung SWGR – alle Rechte vorbehalten.

 

Bei dem erwähnten Hauptmann handelt es sich um Albert Baravalle aus Wien. Er fiel am 7. September 1914 bei den Gefechten um Michalowka




 

 
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