Infantrist Matthias Gurtner

 

Die Familie Gurtner übersetzte das Tagebuch des Infantristen Matthias Gurtner. 

Alle Rechte vorbehalten der Familie Gurtner

 

 

 

Tagebuch vom 1. Weltkrieg - Geschrieben von Matthias Gurtner k.u.k.  IR59

 

 

15. Feldkompanie  2. Zug Feldpost Nr. 64

Wortwörtliche Übersetzung von Erna und Herbert Gurtner.

Mettmach am 24.02.2011

Reise nach Russland 28.Okt.1914

Abreise von Salzburg am 28. Oktober 1914 um 7 Uhr abends.

In Linz angekommen um 12 Uhr nachts.

In St. Pölten Niederösterreich angekommen am 29. Okt. um 11 Uhr Mittag.

Angekommen in Wien um 3 Uhr nachmittags.

In Saybusch(in Mähren) angekommen am 30. Oktober 7 Uhr früh.

In Oderberg (Schlesien) angekommen um 9 Uhr Vormittag.

In Ledrovic um 11 Uhr Mittag.

In Oswizin (Galizien) angekommen um 3 Uhr Nachmittag.                   

In Krakau angekommen um 11 Uhr Nachts.

In Tarnow  angekommen am 31. Oktober 10 Uhr Vormittag.

                                                                                                                                    

In Debica (Galizien) angekommen um 12 Uhr Mittag.

In Darnovceck (Galizien) angekommen am 1. November Nachmittag.

Nach 11 Tägigen Marsch kamen wir wieder nach Krakau.

12. 13. und 14 Rast Tage, am

15. Leopolditag um 12 Uhr Nachts Alarm und kamen am

17.  November ins Gefecht.

18. November machten wir Sturm.

23. November nachts machten die Russen Sturm, und wir mussten zurück, viele wurden gefangen, viele mussten die Tornister zurücklassen.      

                                                         

Am 7. Dezember 1914 von Dobra nach Timbrak gefahren da war Marodenvisit.

Am 10. Dezember nach Saybusch ins Spital 3 Tage, dann nach Polnisch Ostrau 8 Tage, in Teschen 20 Tage. In Rekonvaleszentenheim 16 Tage.

Am 12. Jänner nach Salzburg gekommen.

Am 29. Jänner wieder ins Spital. St. Andrä Schule 102 Tage.

Komp. Kommandant  Leutnant Biker Georg

Batailion. Kommandant Oberleutnant Celar

Regm. Kommandant Oberst Albori Eduard

Zugsführer  Hasenauer Paul

Schwarmkommandant Förtauer

Feldwebel  Riedl

Thomas Paischer

Buchner  Bauernsohn in Buchach Post Oberndorf bei Salzburg

Am 17. April Franz Moßhammer von Haag am Hausruck gekommen.

Am 6. Mai 1915 im Urlaub gewesen 3 Tage.

Am 13. Mai vom Spital abgegangen.

Am 18. Mai Wache.

Feldruf: Krieg 

Losung: Warschau  

Ausgerüstet am 20. Mai 1915.

Kriegserklärung Österreich an Italien am 23. Mai Pfingstsonntag.

Marod am 25. 26. 27. Mai. Die drei Tage Dienstfrei.

Zum zweiten Mal ins Feld / 9. Juli 1915

                                                                                                  

Von Salzburg abgefahren am 9. Juli um 9 Uhr abends.

In Krakau angekommen am 11. Juli 5 Uhr abends.

Am 13. Juli auswaggoniert in Lancut.

Am 14. Juli nach Betzeis 32 km marschiert. Am 14. Juli nach Lnzhais (eventuell Lezaisk) 32 km marschiert.

Am 15. Juli bis Rudnik 23 km marschiert.

Am 16. Juli bis Danosdava 20 km marschiert.

Am 17. Juli bis Janow 15 km marschiert.

Am 18. Juli nach Alexandro 25 km marschiert.

Am 19. Juli Rast Tag.

Am 20. Juli 25 km marschiert.

Am 21. Juli Rast Tag und eingeteilt.

Am 22. Juli das erste Mal im Schützengraben unruhiger Tag.

Am 23. Juli die Russen zurück fürchterliches Schrapnellfeuer am Vormittag und auch Nachmittag. Tiefenthaller verwundet.

Am 24. Juli Vormittag ruhig auch Nachmittag.

Am 26. Juli auch Löhnungstag 7 Kronen 56 Heller hin und wieder Geschützfeuer.

Am 27. Juli ruhiger Tag nur hin und wieder Geschützfeuer.

Am 29. Juli starker Artilleriekampf.

Am 30. Juli gingen die Russen wieder zurück. Wir marschierten 8 Uhr abends in die Stadt Lublin.

Am 31. Juli waren wir Reserve der Stadt Lublin.

1. Zug Zugsführer Stadler

2. Zug Zugsführer Schweickl

Leutnant Graft und Leutnant Schmied

Am 1. August gingen wir wieder vor und hatten Geschützfeuer.

Am 1. August hatte die 13.Kompanie 35 Verwundete.

Am 2. August sonst ruhiger Tag wir waren noch Reserve.

Am 3. August früh gingen die Russen zurück, wir gingen Vormittag vor und hatten wenig Gewehrfeuer. Nachmittag Gefecht viele Verwundete.

Gefecht bei Rudnik am San.

Am 4. August früh gingen die Russen wieder zurück wir gingen vor, und hatten arges Gewehrfeuer aber nur 2 Verwundete.

Rückzug des Gegners auf Lubartow.

Am 5. August Gewehrfeuer.

Am 6. August Angriff heftiges Gewehrfeuer und unsere Artillerie eröffnete Vormittag das Feuer ganz fürchterlich, Nachmittag die Russen.

Am 7. August Samstag 5 Uhr früh machten wir Sturm viele Russen gefangen wir hatten einige Tote und Verwundete, Nachmittag gingen wir wieder vor wir waren Reserve, da machten unsere wieder Sturm, machten wieder viele Gefangene, abends gingen wir wieder durch die Stadt Lubardow.

Am 8. August Sonntag waren wir wieder Reserve und hatten Rast Tag.

Am 9. August Reserve und Rast Tag.

Am 10. August früh auf Feldwache, auch die Russen zogen sich wieder zurück wir marschierten bis 5 Uhr abends vor und kamen ins Quartier.

Am 11. August Rast Tag und Feldmesse, Abend marschierten wir wieder vor, und kamen auf Feldwache.

Am 12. August auf Feldwache vor einem russischen Dorf aber sonst ruhiger Tag.

Am 13. August gingen die Russen wieder zurück, wir marschierten den ganzen Tag vor, und hatten auch Löhnung.

Am 14. August Vormittag Rast Tag, Nachmittag marschierten wir wieder vor.

Am 15. August Maria Himmelfahrt früh ging der Ruß wieder zurück, wir marschierten gleich nach und hatten heftiges Geschützfeuer, auch waren wir Reserve und kamen ins Quartier abends.

Am 16. August wurden wir abgelöst und marschierten Vormittag zurück, und war auch Defilierung mit der Regimentsmusik und kamen um 2 Uhr Nachmittag ins Quartier.

Am 17. August den ganzen Tag marschiert und machten abends Freilager.

Am 18. August Kaiserfest. Feldmesse dann marschierten wir wieder bis 3 Uhr Nachmittag.

Am 19. August marschierten wir bis 12 Uhr Mittag und machten Freilager.

Am 20. August im Lager Vormittag Visite Nachmittag Übung mit der Musik auch wurde das Marschbataillon zugeteilt.

Am 21. August marschierten wir durch die Stadt Cholm kamen abends ins Quartier hatten schlechtes Wetter.

Am 22. August marschierten wir den ganzen Tag und hatten Freilager.

Am 23. August marschierten wir auch den ganzen Tag und waren in einen Stadel einquartiert.

Am 24. August marschierten wir wieder und kamen abends ins Quartier.

Am 25. August marschierten wir bis Mittag und bekamen auch die Löhnung im Quartier.

Am 26. August marschierten wir durch die Stadt Kowel und kamen um 3 Uhr ins Quartier.

Am 27. August marschierten wir bis 5 Uhr Abends und kamen ins Quartier.

Am 28. August 4 Uhr früh Alarm und marschierten bis Mittag und marschierten wieder auf durch die Stadt Kowel waren abends Hütter der Stadt in der Schwarmlinie.

Am 29. August Sonntag marschierten wir wieder vor und kamen abends ins Gefecht bei Nacht ist Leutnant Biker gefallen.

Am 30. August Vormittag Kosaken Gefecht Nachmittag ruhig.

Am 31. August Früh Angriff viele Tote und Verwundete und nahmen die Festung Luck ein und wurden Mitternacht einquartiert.

Am 1. September Vormittag im Quartier und marschierten 10 Uhr wieder ab und kamen abends wieder ins Quartier.

Am 2. September marschierten wir um 7 Uhr früh ab und kamen Mittag ins Gefecht nahmen viele Russen gefangen rechts von uns machten die Russen Sturm bei Nacht.

Am 3. September heftiges Geschütz und Gewehrfeuer.

Am 4. September rechts von uns Artillerieangriff waren in einer Waldstellung.

Am 5. September in der Waldstellung sonst ruhiger Tag.

Am 6. September in der gleichen Stellung.

Am 7. September auch in der gleichen Stellung.

Am 8. September Maria Geburt noch in der Waldstellung.

Am 9. September Früh ging der Russ zurück wir marschierten wieder nach kamen auf Feldwache und wurden abends wieder einquartiert.

Am 10. September marschierten wir 7 Uhr früh ab und waren bis 5 Uhr in einem Wald und kamen um 8 Uhr abends in die Stellung.

Am 11. September Vormittag Artilleriefeuer auch Nachmittag, und abends wurden wir nach links verschoben.

Am 12. September Vormittag Schrapnellfeuer.

Am 13. September Früh machten die Russen Angriff rechts und links von uns.

Angriff bei Solyszow. Das erste Bataillon musste zurück, auch sehr heftiges Schrapnellfeuer.

Am 14. September in der gleichen Stellung sonst ruhiger Tag.

Am 15. September auch noch in der gleichen Stellung sonst ruhiger Tag.

Am 16. September in der gleichen Stellung ruhiger Tag.

Am 17. September Vormittag mussten wir zurück abends nahmen wir wieder Stellung und wir waren Reserve um 11 Uhr nachts gingen wir wieder zurück und marschierten wieder die ganze Nacht.

Rückzug an die Putylowka.

Am 18. September marschierten wir den ganzen Tag.

Am 19. September Sonntag 3 Uhr Tagwache und machten wieder Stellung. Nachmittag Gewehr und Artilleriefeuer bekommen auch ………………………..

Am 20. September auch heftiges Geschützfeuer auch bei Nacht.

Am 21. September bei Tag ruhig am Abend wieder heftiges Gewehrfeuer.

Am 22. September Vormittag ruhig Nachmittag auch.

Am 23. September Früh mussten wir wieder zurück heftiges Artilleriefeuer nahmen wieder Stellung und mussten abends unter heftigen Feuer wieder zurück.

Am 24. September früh gingen wir in ein Dorf zurück, Nachmittag wieder vor in die Stellung. Unser Zug Reserve ganz ruhiger Tag.

Am 25. September in der gleichen Stellung auch das Selbe. Jodlowa

Am 26. September marschierten wir Nachmittag wieder vor und gruben uns abends ein.

Vorrückung an den Styr.

Am 27. September 3 Uhr Tagwache und marschierten bis zur letzten Stellung vor, wo wir zurück mussten, um 11 Uhr Mittag marschierten wir wieder vor und kamen abends ins Freilager.

Am 28. September Früh gingen wir wieder vor und hatten Vormittag heftiges Granatfeuer auch Nachmittag, abends gingen wir wieder zurück.

Am 29. September gingen wir abends vor nachts wieder zurück heftiges Artilleriefeuer, viele Verluste Matz verwundet, Infanterist Huber, Nussbaumer und Roch gefallen.

Gefecht bei Pelza.

Am 30. September waren wir Reserve abends ging das ganze Regiment auf Reserve zurück.

Am 1. Oktober wurden wir nach links verschoben und waren Reserve.

Am 2. Oktober in der Reserve.

Am 3. Oktober Sonntag waren wir auch auf Reserve.

Am 4.-6. Oktober Reserve und Feldmesse.

Am 7. Oktober lösten wir die 16.Kompanie ab. Früh machten die Russen Sturm, schlugen sie aber zurück. Schrubmaier und Esel gefallen, sehr viele Verluste. Abends schlug ein Schrapnell in meiner Deckung ein, warf mich zu Boden, stürzte die ganze Deckung ein und kam aber glücklich davon schrecklicher Tag.

Am 8. Oktober Abend fürchterlicheres Gewehr- und Artilleriefeuer.

Am 15. Oktober auch sonst ruhiger Tag Abend Artilleriefeuer.

Am 16. Oktober Früh Gewehr und Artilleriefeuer.

Am 17. Oktober in der gleichen Stellung.

Am 18. bis 30. Oktober in der selben Stellung und ruhige Tage.

Am 10. November in der selben Stellung bei Lubartow.

Am 17. November sehr schlechtes Wetter.

Am 3. Dezember zum 16.Marschbataillon zugeteilt.

Am 12. Dezember in der gleichen Stellung.

Am 14. Dezember wurden wir von der 8.Kompanie abgelöst und kamen auf Reserve in den Wald zurück.

Am 19. Dezember Feldmesse der Reserve im Wald.

Am 22. Dezember im Bund der Division zurück.

Am 25. Dezember Weihnachtstag gingen wir wieder in die Stellung und lösten die 4.Kompanie ab, und sehr schlechtes Wetter.

    

Cortina am 28. März 1916

Am 8. Jänner 1916 zum 17.Marschbataillon zugeteilt Matthias Gurtner.

Gurtner Matthias

Brigardiergeneralmajor Müller.

Feldmarschall Leutnant Horsetzky

Regimentskommandant Oberst Eduard Albori

Regimentsadjudant Hauptmann Hptm Celar            

Chefarzt AssArzt Dr. Neumann

Bataillionskommandant Hauptmann Ontl danach    

Bataillionskommandant Hoffmann

Bataillonsadjudant Leutnant Risch

Kompaniekommandant 15. Hauptmann Weinhengst.    

Leutnant Lill.

Zugskommandant Paul Vogl

1 Baon Major Nake / Schad               

2 Baon Major Benesch 

3 Baon Major Jonke 

4 Baon Major Ontl / Hoffmann

5 Baon Hauptmann Melzer / Tillich

                                                                                                                                                        Armeekommandant kaiserliche Hoheit Karl Franz Josef Thronfolger von Österreich     

Matthias Gurtner bei k.u.k. IR 59  15 Feldkompanie  2 Zug Feldpost 64

Feldzug gegen Italien am 1. Mai 1916:

                                                                                                                                             

Wir wurden am 18. Februar in der Stellung vor Olyka abgelöst, kamen bis 24. Februar auf Reserve, und wurden am 24. Februar in Pelza in Wolhynien einwaggoniert und kamen am 2. März nach Salurn in Südtirol wo wir auswaggoniert wurden, und blieben bis 18. März dort.

Am 18. März marschierten wir nach Mezzolambardo wo wir nur 1 Tag waren und marschierten nach Trient.

Am 20. des Monats waren und marschierten wir abends nach Cadina, wo wir bis 5. April waren.

Am 23. März seine kaiserliche Hoheit Karl Franz Josef in Cadina.

Am 5. April marschierten wir wieder nach Trient und blieben bis 15. April.

Am 16. April marschierten wir nach Folgaria blieben dort am 17.

Am 18. April kamen wir auf Reserve in Baracken und am 1. Mai gingen wir in die Stellung.

Am 3. Mai Feldmarschall Karl Franz Josef Thronfolger von Österreich in den Schützengraben bei uns.    Wir gingen vor und waren hinter der einundzwanziger Brigardereserve, rechts von der Stadt Arsiero.

Beginn der Offensive am 15. Mai Zugführer Mosser gefallen, Karl Penninger schwer verwundet.

Am 17. Mai Brigardereserve und von der 19.Kompanie zur 15.Kompanie zugeteilt, dann waren wir bis Ende Mai Korbreserve.

Am 31. Mai marschierten wir wieder weiter vor.

Am 18. Juni gingen wir in die Stellung lösten Landsturm 4 ab. Links von der Stadt Arsiero, 15.Kompanie Reserve. 

Am 25. Juni gingen wir auf den Monte Cimone zurück und waren hinter der 5.Kompanie Reserve.

Am 4. Juli Trommelfeuer von  Italienern.

Am 12. Juli die ersten Urlauber sind weggegangen.

Am 15. Juli die zweiten Urlauber weggegangen.

Am 18. Juli löste uns die 2.Kompanie am Monte Cimone ab, waren den ganzen Tag bei der Küche Rückwerts, abends gingen wir auf Reserve.

Am 23. Juli Trommelfeuer von Italiener besetzt die Spitze von Monte Cimone wo unsere Feldwache war.

Am 25. Juli lösten wir die Vierzehner ab. Kamen in die Stellung.

Am 29. Juli Trommelfeuer von den Italienern.

Am 5. August lösten uns die Einundzwanziger ab und kamen am 7. August auf den Monte Cimone.

Am 10. August die dritten Urlauber sind gegangen.

Gurtner Matthias k.u.k. IR 59   15.Feldkompanie  1 Zug Feldpost 403

1916 Diensteinteilung Nacht:  

Am 20. September 1916     

1          Eder                   von    8         bis    ¾ 11  Uhr       

            Braun                 von    ¾ 11   bis    ½ 2    Uhr                  

            Ramsauer          von    ½ 2     bis    4 ¼    Uhr                   

            Eder                   von    4 ¼     bis    7        Uhr    

2         Müllner               von    8         bis    ¾ 11  Uhr                   

            Rindler               von    ¾ 11   bis    ½ 2    Uhr                  

            Hager                von    ½ 2     bis    4 ¼    Uhr       

            Müllner              von    4 ¼     bis    7        Uhr    

1916 Diensteinteilung Tag:  

Am 20. September 1916   

            Braun                von 7       bis   09 10    Uhr            

            Rindler              von 09 10  bis   11 20    Uhr    

            Hager                von 11 20  bis   1 30       Uhr           

            Ramsauer         von 1 30     bis   3 40        Uhr           

            Eder                  von 3 40     bis   5 50        Uhr    

            Müllner              von 5 50     bis   8         Uhr     

Parole:

Feldruf: Krähe          

Lösung: Krakau       

           

1916 Diensteinteilung Nacht:  

Am 21. September 1916      

1          Braun                 von  8         bis     ¾ 11 Uhr                                            

            Ramsauer          von  ¾ 11   bis     ½ 2   Uhr                                

            Eder                   von ½ 2      bis     4 ¼   Uhr                                

            Braun                 von 4 ¼      bis     7       Uhr         

           

2          Hager                 von  8         bis     ¾ 11 Uhr                                

            Müllner               von  ¾ 11   bis     ½ 2   Uhr                                            

            Riedler               von  ½ 2     bis     4 ¼   Uhr                     

            Hager                 von  4 ¼     bis     7       Uhr         

1916 Diensteinteilung Tag:  

Am 21. September 1916   

            Ramsauer         von 7       bis   09 10    Uhr                                    

            Müllner              von 09 10  bis   11 20    Uhr    

            Riedler              von 11 20  bis   1 30       Uhr           

            Eder                  von 1 30     bis   3 40        Uhr                                  

            Braun                von 3 40     bis   5 50        Uhr                      

            Hager                von 5 50     bis   8         Uhr

 

Feldruf: Krüge

Lösung: Kremnitz

1916 Diensteinteilung Nacht:  

Am 22. September 1916      

1          Ramsauer     von     8         bis     ¾ 11 Uhr

            Eder              von     ¾ 11   bis     ½ 2   Uhr    

            Braun            von     ½ 2    bis     4 ¼   Uhr   

            Ramsauer     von     4 ¼     bis     7       Uhr         

2          Riedler          von         8      bis      ¾ 11 Uhr   

            Müllner          von     ¾ 11    bis     ½ 2    Uhr       

            Hager            von     ½ 2      bis     4 ¼     Uhr      

            Riedler          von     4 ¼      bis     7         Uhr  

1916 Diensteinteilung Tag:  

Am 22. September 1916   

Müllner           von 7      bis   09 10    Uhr                                         

Eder               von 09 10  bis   11 20    Uhr                                       

Braun             von 11 20  bis   1 30       Uhr                                       

Hager             von 1 30     bis   3 40        Uhr                                      

Riedler           von 3 40     bis   5 50        Uhr                          

Ramsauer      von 5 50     bis   8         Uhr

Feldruf: Wein                                                                                  

Lösung: Wien

1916 Diensteinteilung Nacht:   25/9

Am 23. September 1916      

1          Müllner           von      8         bis     ¾ 11 Uhr         

Hager             von      ¾ 11   bis     ½ 2   Uhr         

Riedler           von      ½ 2    bis     4 ¼   Uhr         

Müllner           von      4 ¼     bis     7       Uhr         

2          Eder               von         8      bis      ¾ 11 Uhr    

Braun             von     ¾ 11    bis     ½ 2    Uhr                   

Ramsauer      von     ½ 2      bis     4 ¼     Uhr       

Eder               von     4 ¼      bis     7         Uhr    

1916 Diensteinteilung Tag:  

Am 23. September 1916   

Braun            von 7       bis   09 10    Uhr                

Hager             von 09 10  bis   11 20    Uhr  

Ramsauer      von 11 20  bis   1 30       Uhr               

Riedler           von 1 30     bis   3 40        Uhr              

Müllner           von 3 40     bis   5 50        Uhr              

Eder               von 5 50     bis   8          Uhr

Feldruf: Viertel                                 

Lösung: Vierzehna

1916 Diensteinteilung Nacht:   26/9

Am 24. September 1916      

1          Hager       von   8          bis     ¾ 11 Uhr                     

            Riedler     von    ¾ 11   bis     ½ 2   Uhr                     

            Müllner     von   ½ 2      bis     4 ¼   Uhr                            

            Hager       von   4 ¼      bis     7       Uhr    

2          Braun        von       8        bis     ¾ 11  Uhr                  

            Ramsauer von     ¾ 11    bis     ½ 2    Uhr   

            Eder          von     ½ 2      bis     4 ¼    Uhr   

            Braun        von     4 ¼      bis     7        Uhr    

1916 Diensteinteilung Tag:  

Am 24. September 1916   

Riedler           von 7         bis   09 10    Uhr     

Ramsauer      von 09 10   bis   11 20    Uhr  

Müllner           von 11 20   bis   1 30       Uhr             

Eder               von 1 30      bis   3 40        Uhr                         

Hager             von 3 40      bis   5 50        Uhr              

Braun             von 5 50      bis   8         Uhr

Feldruf: Tafel            

Lösung: Travoi

1916 Diensteinteilung Nacht:   25/9

Am 25. September 1916      

1          Riedler           von      8         bis     ¾ 11 Uhr                     

Müllner           von      ¾ 11   bis     ½ 2   Uhr         

Hager             von      ½ 2    bis     4 ¼   Uhr                     

Riedler           von      4 ¼     bis     7       Uhr         

2                                                                                                       

Ramsauer      von         8      bis      ¾ 11 Uhr        

Eder               von     ¾ 11    bis     ½ 2    Uhr   

           Braun             von     ½ 2      bis     4 ¼    Uhr    

            Ramsauer      von     4 ¼      bis     7        Uhr    

1916 Diensteinteilung Tag:  

Am 25. September 1916   

Riedler           von 7        bis   09 10    Uhr      

Ramsauer      von 09 10  bis   11 20    Uhr  

Müllner           von 11 20  bis   1 30       Uhr  

Eder               von 1 30     bis   3 40        Uhr  

Hager             von 3 40     bis   5 50        Uhr  

Braun             von 5 50     bis   8         Uhr

Feldruf: Sann                                               

Lösung: Sechsten

3.Zug   25/9

Eder, Müllner, Braun, Hager, Ramsauer, Riedler

4.Zug 26/9

Hager, Braun, Riedler, Ramsauer, Eder, Müllner

5.Zug 27/9

Ramsauer, Riedler, Eder, Müllner, Braun, Hager

6.Zug 28/9

Müllner, Eder, Hager, Braun, Riedler, Ramsauer

Von 25. auf  26. September

Feldruf: Zigarre                    

Losung: Zips

Von 26. auf  27. September

Feldruf: Brot                         

Losung: Bogen

Von 27. auf 28. September

Feldruf: Käfer                                              

Losung: Kakau

Von 28. auf 29. September

Feldruf: Apfel                       

Losung: Austria

Tagposten:

1.Posten   von   7     bis   910   Uhr
2.Posten   von   910    bis  1120  Uhr           
3.Posten   von  1120  bis  130      Uhr           
4.Posten   von  130     bis   340   Uhr
5.Posten   von  340   bis   550    Uhr
6.Posten   von  550   bis     8      Uhr

Tagposten:  27.9.  1916

1.Posten von   7   bis   9   Uhr                               
2.Posten von   9   bis   11 Uhr       
3.Posten von   11 bis   1   Uhr       
4.Posten von   1   bis   3   Uhr        
5.Posten von   3   bis   5   Uhr                   

6.Posten von   5   bis   7   Uhr

Dienst am 26. September

 

 

Hager
Riedler
Müllner
Hager

Braun
Ramsauer
Eder
Braun

Riedler
Müllner
Hager
Riedler

Ramsauer
Eder
Braun
Ramsauer

Müllner
Hager
Riedler
Müllner

Eder
Braun
Ramsauer
Eder

29. und 30. September

Feldruf: Jesus
Losung: Judendorf

30. September und 1. Oktober 1916    

Feldruf: Morgen                                                                  

Losung: Meran                                                  

1. und 2. Oktober 1916         

Feldruf: Wein                       

Losung: Wien             

2. und 3. Oktober 1916

Feldruf: Luft              

Losung: Linz

3. und 4. Oktober 1916

Feldruf: Pabier                    

Losung: Prag                       

4. und 5. Oktober1916

Feldruf: Bier          

Losung: Brün        

5. und 6. Oktober 1916

Feldruf: Herz              

Losung: Hamburg    

6. und 7. Oktober 1916

Feldruf: Butter                      

Losung: Budapest

Ereignisse im Felde!

Am 1. August 1916.
Am 5. August wurden wir von den Einundzwanzigern abgelöst.

Am 7. August gingen wir auf den Monte Cimone und waren Reserve.

Am 24. August ging ich in den Sprengkurs zurück.

Am 1. September rückte ich wieder zur Kompanie ein.

Am 6. September die vierten Urlauber weggegangen.

Am 17. September lösten wir die 11.Kompanie ab, und kamen in die Stellung.

Am 23. September der Cimonespitz gesprengt von uns. Von Italiener heftiges Artilleriefeuer. 400 Gefangene.

Am 10. Oktober in Urlaub gefahren.

Am 1. November wieder zur Kompanie eingerückt bis 15. November in der Stellung von Monte Cimone.

Am 21. November der Kaiser gestorben.

Am 2. Jänner gingen wir auf den Cimonespitz.

Am 24. Jänner wurden wir wieder abgelöst und kamen in die St. Peters Kali Stellung.

Am 8. Februar wurden wir von den Fünfzigern abgelöst und kamen auf Sektion 57.

Am 24. Februar die kleine Silberne erhalten.

Am 12. April wurden wir von den Kaiserjägern abgelöst und gingen am Spitz.

Am 19. April gingen wieder 8 Urlauber weg.

Am 4. Mai wurden wir am Spitz wieder abgelöst und kamen auf Divisionsreserve auf den Campomolon in die italienischen Baracken.

Am 15. Mai Feldmesse in Folgaria zum Andenken an den Durchbruch von Dürer im Jahre 1916. Es war auch der Kaiser zugegen.

Am 17. Mai gingen wir wieder in die Vallestellung, auf Feldwache.

Am 13. Juni 4 Urlauber weggefahren und am 16. Juni auch wieder fünf.

Am 20. Juni auch vier.

Am 4. Juli 5 Urlauber weggegangen.

Am 9. Juli 5 Urlauber weggegangen.

Am 14. Juli wurden wir von der ersten Kompanie abgelöst und kamen am Spitz.

Am 25. Juli 7 Urlauber weggefahren.

Am 5. August 5 Urlauber weggefahren.

Am __  August 10 Urlauber weggefahren Trommelfeuer am Monte Majo.

Am 20. auf den 21. August  5 Stützpunkte erobert 2 Offiziere und 50 Mann gefangen genommen.

Am 25. August in Urlaub gefahren und am 6. September telegraphisch einberufen.

Wir waren in Trient von 8. bis 24. September.

Berge:

Sebastiano, Dürer, Malga secondo Posto, Coston, Tonezza, Cimone, Cengio, Campomolon, Priafora

Gurtner Matthias k.u.k IR 59 15.Kompanie Feldpost N. 403  1914 - 1917

Am 24. August 1914 eingerückt.

Am 28. Oktober das erste Mal im Feld.

Am 2. November zur 14.Feldkompanie zugeteilt.

Am 10. Dezember ins Spital.

Am 12. Jänner 1915 ins Rekonvaleszenten Heim.

Am 24. Jänner wieder ins Spital.

Am 15. Mai zum Kader eingerückt.

Am 9. Juli das zweiten Mal ins Feld.

Am 21. Juli zur 15.Feldkompanie zugeteilt.

Am 18. Dezember 1916 die Bronzene Medaille erhalten.

Am 24. Februar 1917 die Silberne Medaille zweiter Klasse erhalten.

Am 2. August das Karl Truppenkreuz erhalten.

Am 12. August zum Gefreiten befördert worden.

Am 24. Oktober 1917 ins Spital.

Am 13. November ins Rekonvaleszenten Heim.

Am 27. November auf 6 Wochen Urlaub.

Am 18. Dezember wieder 3 Wochen Verlängerung bekommen.

Am 30. Jänner vom Urlaub eingerückt zur zweiten Ersatzkompanie.

Am 29. März auf drei Wochen in Urlaub.

Am 25. Mai 1918 von Salzburg weg.

In Völs am 26. Juni auf 14 Tage in Urlaub.

Am 1. Juli 1918 geheiratet.

Am 19. Juli 1918 von Völs weg gefahren nach Aua in Montan.

Von Montan weg am 6. August nach Mühlbach im Pustertal.

Von 18. bis 24. September im Urlaub.

Von Mühlbach fort am 24. Oktober nach Laurenzen.

Von dort nach Doblach.

Ereignisse im Feld 1. September 1917

Ich wurde am 6. September telegraphisch vom Urlaub einberufen. Das Regiment war in Trient vom
8. bis 17. September.

Am 17. September von Trient weggefahren nach Hohen Turm ins Kärnten waren dort bis 19. Oktober.

Am 20. Oktober marschierten wir nach Roibl.

Am 21. nach Unter Brettl ins Küstenland.

Beginn der Offensive am 24. Oktober 1917 auch noch den gleichen Tag verwundet an der rechten Hand.

Am 28. Oktober kam ich nach Salzburg in die Baracken in Gnigl bis 3. November. Dann in die Gewehrschule von 3. November bis 13. November dann in die Abteilung in Lehen.

Am 27. November auf 6 Wochen Urlaub, dann wieder Verlängerung bis Ende Jänner 1918.

1914 / 1915 / 1916  Gedenktage im Feldzug

Am 17. und 18. November 1914 mein erstes Gefecht bei Biorkow Male.  

Am 23. November 1914 Angriff der Russen um Mitternacht.              

Am 7. August Durchbruch bei Lubartow 1915.   

Am 31. August 1915 Einnahme der Festung Luck.    

Am 17. September 1915 schrecklicher Rückzug über den Styr.        

Am 15. Mai 1916 Durchbruch auf den Monte Coston.                         

Am 4. Juli 1916 Trommelfeuer vom Italiener auf den Monte Cimone.

Am 23. Juli Trommelfeuer.                      

Am 29. Juli wieder Trommelfeuer.

Gewehr Nr. 6785

Grundbuchblatt Nr. 478

Bajonett  Nr. 2473

Sprengmittel am 25. August 1916.

Dynamit         0 schwarz

                        I   rötlich

               II  rot

Dynamit: ist sehr empfindlich gegen Schlagstoß und empfindlich gegen Feuchtigkeit, wenn er kalt und hart ist gebrauch verboten, weil er dann gefroren ist.

Donarit:  gelbliches Pulver

Chlorat:  dunkelgrau fest

Klorandit: lichtgelbes Pulver

Dynamon: dunkelbraun

Italienische Sprengladung: leimartig

Alle fünf sind sehr empfindlich gegen Feuchtigkeit.

Egrasit: gelb, hart, lässt sich gefahrlos schneiden und brechen, ist gegen Feuchtigkeit wenig Empfindlich, über Feuer brennt es ruhig ab

Alle Sprengmittel sind giftig.

Im Feld am 30. August 1916.

Gurtner Matthias 15.Feldkompanie 1.Zug

Gewehrnummer 7607

Bajonett Nummer 6369

Lt. Buresch                1. Zug

Ofz. Humer                2. Zug

Lt. Falber                   3. Zug

Fendrich Eisenmeier           4. Zug

Ofz. Thrisser              5. Zug

Lt. Kalus                    6. Zug

Fendrich Kohlbacher           7. Zug

Vom Urlaub

Für Hager eine Zigarettentasche und Stilett Messer.

Für Eder ein Stilett Messer.

Für Riedler eine Taschenuhr.

Für Müller zwei Pfeifenspitz.

zwei Bartbinden mit Kamm und Bürste

zwei Bogen Schmirgelpapier

ein Taschenspiegel

ein Feuerzeug

zwei Taschenlampenbatterien

Zahnbürste

zwei Seifen

Zigarettenpapier

ein Briefpapier


Schützen                      4 Kr.

Zahnbürste                45 Kr.

Feuerzeug                   5 Kr.

Tabakpfeife               70 Kr.

Bartbinde                    1 Kr.

ein Schmirgelpapier            15 Kr.

Zigarettenpapier         8 Kr.

Feuerstein                 70 Kr.

Zahnpasta                 70 Kr.

BRUDER von Matthias Gurtner (siehe Foto)           

Michael Gurtner

k.u.k. Seilbahnkommando N.3

Etappenpost N.277

Engel Meierhofer

k.u.k. Kaiserschützenreg. 1     

1. Kompanie Wels

Josef Pugl

k.u.k. Sap. Spezialein.

III Feldkompanie  

1.Zug Feldpost N. 381

Rupert Gartinger

5/80 Feldkomp.

Feldpost 212

Ferdinand Erlinger

k.u.k. IR 59    13.Feldkomp.   3.Zug

Feldpost N. 403

Feldgedichte von Gurtner:

Verschen:   28/2  1915

Wie blau ist der Himmel                                                                                   

wie grün ist der Wald                                                                            

ein herzliches Wiedersehen                                                            

hoffe ich bald.

Dass ich dir treu bleib                                                                

kannst du dir denken ich                          

hab ja mein Herz nicht                               

zum verschenken.

Keine Rose ohne Dornen                                                                      

keine Liebe ohne Bein                                 

zum Unglück bin ich geboren                                  

weil ich nicht bei dir kann sein.

Liebe und nicht beisammen sein                                                              

ist härter als wie ein Felsenstein.

Gedenke nah gedenke fern                                                           

gedenke meiner oft und gern                            

gedenke meiner noch im Grab  

wie sehr ich dich geliebet hab.

Ich liebe dich allein                                      

kein anderer soll es sein                                                         

kein anderer soll es werden                                                      

solang ich leb auf Erden.

Die Rosen Veilchen Nelken                                         

alle Blümlein welken                                                                         

Stahl und Eisen bricht            

aber unsre Liebe nicht.

                                                               Der sterbende Soldat

                 

Die Kugel traf mich, es ruft mich           

der Tod und alles scheidet

von mir. Jetzt endet mein
Lebenslauf und all mein Lebensglück.         

Wer auf der Welt was Liebes    

hat, der blieb so gerne hier.            

Adieu, Adieu du schöne Welt ich

scheide schwer von dir!

Die Wunde brennt das Auge      

bricht schon schwindet um mich her      

so früh schon schickt man                                     

mich ins Feld, jetzt lieg ich                   

sterbend hier. Adieu Adieu das                  

Sonnenlicht das schau ich nimmer      

mehr. Adieu Adieu du schöne         

Welt ich scheide schwer von dir!                                

Freund wenn du heim kehrst                                                       

grüß mir meine Lieben und  

sag das ich sterben muss,               

sag das ich treu sie geliebt hab        

bis zum Tod. Wer auf der               

Welt was Liebes hat der blieb                              

so gerne hier. Adieu Adieu du      

schöne Welt ich scheide schwer                 

von dir!

Sag wo ich ihre Locken trug.        

Traf mich das kalte Blei. Der Schuss             

der durch die Locke ging riss       

mir das Herz entzwei wer auf       

der Welt was Liebes hat der blieb                        

so gerne hier. Adieu Adieu du       

schöne Welt ich scheide schwer von dir.

          

Gedicht von Otto Wolfs / 1. August 1915:

                                                                                                                           

Getrost mein Freund und dulde still   

was Gott auch wird uns fügen      

es komme, was da kommen will,     

wir müssen schließlich siegen.    

Wir kämpfen mit der alten Glut, 

wie einst mal unsere Ahnen. 

Wir helfen, strömt auch unser Blut,                                                         

den Sieg an unseren Fahnen.

Und zittert dir auch bang das Herz,                    

so fürcht dich doch mit nichten                                       

und lenk die Augen Himmelwerts,                                 

der droben wird’s schon richten!       

Es kann auch in der schwersten Zeit        

nicht unser Stern erblassen.            

Getrost gerecht ist unser Streit,          

Gott wird uns nicht verlassen!

Kriegslied 1914 / 1915 im Kampfe gegen Russland

                                             

In Russland wohl auf den Höhen,

da stand nach blutiger Schlacht,

in späten Abendstunden   

ein Baier auf der Wacht.

Die Wolken, die ziehen nach Osten 

die Dörfer, die stehen in Brand,

sie beleuchten Wald und Fluren,    

dort an jenen Wiesenrand.

                                                                                                                                            

Horch, was wimmert dort im Busche,                   

horch was klagt in bittrer Not:      

Gib mir, oh Heiliger Vater,        

gib mir einen sanften Tod.

Der Baier der schleicht sich näher,       

da hier lag ein Reitersmann,

in tiefen blutigen Wunden 

am Busche in Russenland.

                                                                        

Gebt mir Wasser, mein deutscher Kammerrad,                                                           

den die Kugel die traf gut, dort an jenen Wiesenrand   

dort verfloss zuerst mein Blut.

Eine Bitte, mein deutscher Kammerrad   

grüß mir mein Weib und Kind,  

denn ich heiße Andreas Forster   

Chevauleger aus Sargemünd.

Diese Worte sprach der Reitersmann

und es sank sein Haupt herab,  

und noch zur selben Stund                                                                                 

grub der Baier ihm sein Grab.

                                                                 

Zwei Zweiglein an einem Kreuze,           

zwei Zweiglein ins kühle Grab,                                                                            

und hier ruht ein braver Reiter.                    

Der fürs Vaterland gekämpfet hat.

Matthias Gurtner geschrieben als Zeitvertreib am 29. Juni Kriegsjahr 1915 / 1916

Des Krieges Pein:

 

 

Ein Übel gibt’s im Feld,
zu jedem sich’s gesellt;
Im Dienst auch wenn man rastet.
Ist man damit belastet,
oft wär`s zum rasend werden,
mit solcherlei Beschwerden.
Es ist nicht die alte Fliege,
das ist die Laus im Kriege.

 

Im Graben im Quartier,

ja steht’s ist sie bei mir,
quellt mich in einem fort
juckt da und zwickt auch dort.
Und jeder führet Klage ob der Insektenplage.
Ich sag`s ohne das ich lüge,
das ist die Laus im Kriege

Man schmiert und kratzt sich wund,
hält Razzia zu jeder Stund.
Mit Pulver sich bespritzen
will auch schon nichts mehr nützen.
Der Kampf ließ sich nicht vermeiden,
drum trag ich auch noch das leiden,
das Biest beharrt das man sich füge.
S‘ist halt und bleibt die Laus im Kriege.

Matthias Gurtner am 20. Juli 1916 in Italien.

Die Abendglocke:

Leise tönt die Abendglocke,
alles legt sich zur Ruh.
Die Vögel singen keine Lieder,
die Sonne sank den Westen zu.

Leise schreitet durch das Kloster
eine Nonne in schwarzer Tracht,
betet für den armen Krieger,
denn man heut hat hergebracht.

Beide Füß sind ihm weggeschossen,
keine Hand hat er nicht mehr,
für das Vaterland hat er gelitten,
für das Vaterland starb er.

Wieder klopft es an der Pforte,
ein armes Mütterlein trat herein,
liegt nicht hier mein Sohn verwundet,
möchte gern seine Pflegerin sein.

Gute Mutter sprach die Nonne
euer Sohn der lebt nicht mehr,
soeben ist er verstorben,
seine Leiden waren so schwer.

Schnell eilt die Mutter zu der Bahre
reist das Leichentuch herab,
einen Schrei
dann sank sie nieder.
Gräbt für zwei ein Grab.

Und auf den Gräbern wächst ein Blümlein,
welches glänzt im Mondenschein,
seine Freunde haben`s gepflanzt,
Blümlein heißt Vergissmeinnicht.

Matthias Gurtner am 20. Juli 1916

                                                             

Der sterbende Soldat

Die  Kugel traf mich ruft der Tod und alles tritt zurück.

Jetzt endet mein Lebenslauf und all mein Lebensglück.                            

Wer auf der Welt was Liebes hat, der blieb so gerne hier. 

Adieu, Adieu du schöne Welt ich scheide schwer von dir!

Die Wunde brennt, das Auge bricht schon schwindet um mich hier.                         

So früh schon schickt man mich ins Feld, jetzt lieg ich sterbend hier. 

Adieu Adieu das Sonnenlicht das schau ich nimmer mehr. 

Adieu Adieu du schöne Welt ich scheide schwer von dir!             

Freund wenn du heim kehrst             

grüß mir meine Lieben und             

sag das ich sterben musst,

sag das ich treu sie geliebt hab      

bis zum Tod.

Wer auf der Welt was Liebes hat der blieb so gerne hier.

Adieu Adieu du schöne Welt ich scheide schwer von dir!

Sag wo ich ihre Locken trug. Traf mich das kalte Blei.

Der Schuss der durch die Locke ging, riss  mir das Herz entzwei.

Wer auf  der Welt was Liebes hat der blieb so gerne hier.

Adieu Adieu du schöne Welt ich scheide schwer von dir!          

Der Kampf gegen Russland

In Russland wohl auf den Höhen, da stand nach blutiger Schlacht,

in späten Abendstunden ein Rainer auf der Wacht.

Die Wolken, die ziehen nach Osten
die Dörfer, die stehen in Brand,

sie beleuchten Wald und Fluren,

dort an jenen Wiesenrand.

Horch, was wimmert dort im Busche, horch was klagt in bittrer Not:   

Gib mir, oh Heiliger Vater, gib mir einen sanften Tod.

Der Rainer der schleicht sich näher,

hier da lag ein Reitersmann,

in tiefen blutigen Wunden

am Busche in Russenland.

Gebt mir Wasser, mein deutscher Kamerad, den die Kugel die traf gut,

dort an jenen Wiesenrand dort verfloss zuerst mein Blut.

Eine Bitte, mein deutscher Kamerad grüß mir mein Weib und Kind,

denn ich heiße Andreas Forster Chevauleger aus Sargemünd.

Diese Worte sprach der Reitersmann und es sank sein Haupt herab,

und noch zur selben Stund grub der Rainer ihm sein Grab.

Zwei Zweiglein an einem Kreuze, zwei Zweiglein ins kühle Grab,    

und hier ruht ein braver Reiter. Der fürs Vaterland gekämpfet hat.

Matthias Gurtner 1916

Fröhliche Weihnachten

Schneeflocken wirbeln durch die Luft. Kalt schneidend fährt der Wind ins Gesicht. Vor zwei Jahren war ich noch bei euch als Kind, heut bin ich hier in den Bergen zum Schutze fürs Vaterland. Und heute ist der Heilige Abend auf Erden. Der Heilige Abend im fremden Land. Im Geiste weile ich heute, bei meinem Elternhaus. Zur Feier des Heiligen Abend im freundlichen Kreise zu Haus so wünsch ich euch allen besonders fröhliche Weihnachten. Ich weiß das diese Karte lieb euch wird gefallen. Und kann ich selbst nicht bei euch weilen, so sollen diese paar Zeilen erfreuen.

Am Monte Cimone dem 24. September 1916

Wir sind auf dem Cimone,

da wär’s sonst gar nicht ohne,

nur lässt uns schon in aller Fruah,

die feindliche Artillerie koa Ruah.

Zum Schutz dafür da is scho gsorgt,

man hat im Felsen Löcher bohrt.

Das wann er duat recht umabbiltzen,

gmiatlich dann im Loch drin sitzen.

Und hört ganz gmiatlich zua,

wia er dann umaschiaßt der Tschinkalbua.

Er schieaßt a oft Stunden lang,

und manchen wiads oft Angst und Bang.

Wann er lässt an Schweren umma,

machst an fiachtalichen Brummer.

Da Dienst muas deshoib doch bestehn,

wer dran kommt muas am Posten stehn.

Den’s da triaft is traurig dran,

wann fliagt a so a Gschoß heran,

muas er sei Leb´n in Schicksal Gottes übergeben.

Goa manchen trifft oft s Los recht schwer,

er sieht die Heimat nimmer mehr.

Jedoch is ned a so bestimmt,

das jeder Schuss a Leben nimmt.

Goa manchen trifft´s nur bei da Hand,

der geht getrost ins Hinterland.

Und hört er dann zum schiaßn auf,

greift meistens die Infanterie auch drauf.

Jetzt geht’s los alles läuft in Saus und Braus,

schnell ab geht’s in Stellung raus.

Die meisten schiaßn mit da Latten,

die andern werfen Handgranaten.

Zuletzt wer ‘n dann die Steine her gepackt,

und die Tschinkal ganz verjagt.

Und ist der Angriff dann vorbei,

dann gibt’s so manchen Jammerschrei.

Es kommt der Sanitäter heran,

und fangt glei zum verbindn an.

Verwundete wernd am Hilfsplatz trag`n,

die armen Toten eingegraben.

So geht’s jetzt schon des zweite Jahr,

und da Krieg is nu ned gar.

Gurtner Matthias

Aus dem Felde am 1.12.1916

Fern der Lieben meiner Heimat hat geführt mich das Geschick,

denk gar oft mit Tränen Augen an die schöne Heimat zurück.

Wo liebe Freund und wohin mein Herz stets hat entbrannt,

doch das glücklich fröhliche Sehnen von mir sich oft schon gewandt.

Von vorne pfeifen die Kugeln, von rückwärts der Schnee und Wind,

vor Kälte klappern die Zähne, wenn wir auf den Höhen sind.

Und dort in der fernen Heimat erflehen die Lieben mein Glück,

das Gott im Himmel mich schütze und gesund kehre zurück.

Gott du Leiter der Schlachten in Ehrfurcht dein gedenkt,

du hast schon tausend Kugeln an mir vorüber gelenkt.

So erfüllen wir unsere Pflicht für Kaiser und Vaterland,

den Feind wollen wir vernichten unser Leben hat Gott in der Hand.

Und so müssen wir auf fernen den Feind gegenüber stehen,

doch erhoffen wir uns ein baldiges Wiedersehen.

Gott schütze auch fern in der Heimat, Gott schütze jeden Freund,

Gott schütze mich hier im Felde, bis er uns wieder vereint.

Im Feld am 1.Dezember 1916

Matthias Gurtner

IR 59 Feldpost N. 403

Die Abendglocke:

Leise tönt die Abendglocke, alles legt sich zur Ruh.
Die Vögel singen keine Lieder, die Sonne sank den Westen zu.

Leise schreitet durch das Kloster eine Nonne in schwarzer Tracht,
betet für den armen Krieger, denn man heut hat hergebracht.

Beide Füße sind ihm weggeschossen, keine Hand hat er mehr,
für das Vaterland hat er gelitten, für das Vaterland starb er.

Wieder klopft es an der Pforte, ein armes Mütterlein trat ein,
liegt nicht hier mein Sohn verwundet, möcht gern seine Pflegerin sein.

Gute Mutter sprach die Nonne, euer Sohn der lebt nicht mehr,
gerad soeben ist er verstorben, seine Leiden waren so schwer.

Schnell eilt die Mutter zu der Bahre, reist das Leichentuch herab,
einen Schrei, dann sank sie nieder. Gräber gräbt für zwei ein Grab.

Und auf den Grabe wächst ein Blümlein, welches glänzt im Monden schein,
seine Freunde haben`s gepflanzt, Blümlein heißt Vergissmeinnicht.

Weihnachtstraum

Viele Krieger stehen im Feld,

fürs Vaterland zu kämpfen als Held.

Da sehen sie von weiten den Weihnachtsstern,

und sind von der Heimat so weit entfernt.

So sitzen sie beisammen in einem Kreis,

und jeder von der Heimat etwas zu erzählen weiß.

Die Kerze verbreitet einen matten Schein,

und von der Müdigkeit schläft jeder schon langsam ein.

Man hört von manch Schlafenden die Seufzer kamen von diesen darunter in meinem schönen Traum,

er sah sich daheim beim Weihnachtsbaum.

Steckte gerade die Lichter darauf,

die Kinder rief er, die Tür ging auf.

Jeder stürmte lustig herein,

jedes wollte das erste sein.

Wie freuten sich die Eltern bei diesem Bild,

wie lächelt der Engel vom Baum so mild.

Die Kinder jedes die Gaben nahm,

und den Eltern sagten, einen schönen Dank.

Darauf sangen sie im Chor die Heilige Nacht,

ein Schuss ertönt der Krieger erwacht,

er sah sich mit der Waffe in der Hand,

mitten im Feindesland.

Auch hätten die Daheim eine solche Weihnachtszeit,

das kämpfen mich um das Doppelte freut.

So dachte sich der Krieger,

dabei grollte eine Träne von der Wange hernieder.

Weihnachten 1916

Monte Cimonis Los! 8.12.1916

Goldig steigt enger die Sonn,

Lärchen jubeln in da Won,

was wird das für ein schöner Tag,

und wie viel legen wir wieder ins Heldengrab?

Das ist die Frage auf dem Cimone,

der hell beleuchtet ist von der Sonne.

Alles gelte diesem Berg in Fröhlichkeit,

und nicht das Heldentum in dieser Zeit.

Mittag ist bereits vorüber,

Geschützdonner hallt immer wieder.

Schlag auf Schlag auf Berges Rücken,

wie viel brave zerreißt es schon im Rücken.

Am Abend scheint die Sonn blutrot,

wie viel Rainer fanden den Heldentot.

Hier oben herrscht nicht Glück und Wonne,

das ist das Los auf dem Cimone!

Im Feld am 8. Dezember 1916

Spitzsprengung am Cimone am 23.9.1916

Es war ein Morgen gar wunderschön,

um 4 Uhr heißt es schon aufstehen.

Kaffee und Befehle ausgeteilt,

ein jeder sich sputet und eilt.

Um 6 Uhr früh geht der Spitz in die Luft,

wo sich der Itak eingenistet der Schuft.

Eine Minute noch,

und dann hat der Spitz sein Loch.

Lange und träge vergeht diese Zeit,

für uns braucht es eine Ewigkeit.

Da hört wie sich das Pulver beschwört.

Eine Flamm, ein Rasseln und Donnern,

vorbei ist es die Steinblöcke die kollern,

in die grausigen Tiefen,

alles mit sich nehmen als wären sie Riesen.

Aber da oh schreckliche Zeit, das Jammern

das furchtbare Weh Geschrei, es ist zum erbarmen für diese Toten und Armen.

Patrouillen so rasch als möglich vor

den Verschütteten, halt zu öffnen ein Tor

befreien was noch Lebend ist,

so lautet bei uns jeder Wunsch als Christ.

Viele Gefangene eingebracht,

dann stört uns schon des Feindes Macht.

Schwere Granaten, Schrapnell ohne Zahl,

jetzt heißt es selbst decke vor dem Fall.

Zwei Tage ununterbrochen

hört man seine Wut kochen.

Geschützdonner hört nicht auf,

und in den verschütteten Höhlen stecken Fähnchen drauf.

Es waren dies Zeichen der lebenden Leute,

zwei Tage in einem Grab der Dritte wird es heute.

Da bitten wir um das Leben seiner Mannschaft,

doch sie lassen das außer Acht.

So sterben dahin noch eine große Menge,

wir könnten nicht helfen er schießt so strenge.

Am 10. Dezember 1916

Die Festung Przemyśl! 1914 / 1917

In der Festung Przemyśl da

standen wir dem Feinde nah,

aber durch unseren sicheren Schützenschuss

machten wir dem Feinde viel Verlust.

Im Feld

Unser Hauptmann Eichenfels 

s` war ein tapferer Held,

aber bevor er seinen Säbel zog

ereilte ihn der bittre Tot.

Im Feld.

Zorne nicht das ich hier steh,

viele Leichen vor mir seh.

Vielleicht trifft´s mich ganz unbewusst,

eine Kugel durch die junge Brust. 

Im Feld.

Und fällt der Abschied schwer,

denn viele Brüder leben nicht mehr,

denn die meisten Brüder schlummern schon,

von 4.Rainerbataillion.

Im Feld.

Und ist der Feldzug aus,

dann kehren wir als Sieger z´ Haus,

denn unsre Mädchen freudig warten schon,

auf das 4.Rainer Bataillon. 

Im Feld.

27. Februar 1917

Matthias Gurtner

Der Floh 3. März 1917

Der Floh lebt herrlich in der Welt,

er ist der kleinste Springer im Feld.

Er saugt der Jungfrau reinstes Blut,

ach wie hat ´s der braune Floh so gut.

Und bei den Weibern dick,

er findet stets den richtigen Fleck.

Im ist kein Ding zu gut versteckt,

wo sich der kleine Lump nicht neckt. 

Und von dem Strumpf hüpft er

immer enger, bis das des Paradieses Tor,

dort lebe er in stiller Pracht,

und verschlummert so mancher süßer Nacht.

Er fängt sich an, in ihrem Rock,

sie schlägt ihn hin zum Fensterstock,

dort wuzelst ihn a paar mal hin und her,

einen Knax er lebt nicht mehr,

der Floh.

geschrieben auf Feldwache Nr.2  als Zeitvertreib

Des Krieges Traum am 25.6.1917

Matt sind die Glieder von des Tages Müh und Pein,

doch auf der harten Britschen schläft gut der Krieger ein.

Dann steigt im Bild im Traum vor seiner Seele auf,

hell klären sich die Züge vor Freude jubelnd auf.

Ein Engel steigt lieblich aus Himmelshöhen herab,

und schreitet langsam leise zu jedem Heldengrab.

Und flüstert den dort unten ein Wort noch lieblich zu,

damit er sanfter schlafe in stiller Grabesruh.

Dann eilt der Engel weiter, eilt über Flur und Feld,

durch eilt mit leisen Schritten die weite grüne Welt.

Und bevor er Einkehr haltet, ist Freude stets mit ihm

den Friede ist es wieder, ruft überall es hin.

Da klingen die Glocken der Heimat, die letzten die dort geblieben,

sie Singens hinaus in die Weiten, das schönste Lied vom Frieden.

Und jubelnd eilen die Leute ihr Antlitz ist hell und rein,

von Frieden jubeln sie alle sie groß und klein.

Da erwacht der arme Krieger und sieht die Wirklichkeit,

und seufzend geht er zur Arbeit und denkt wie weit, wie weit?

Und seine Blicke lenken sich auf zum Himmelszelt,

und bieten den Lenker der Schlachten den gütigen Vater der Welt.

Er möge das grausame ringen zum glorreichen Siege werden,

und diese blutigen Schlachten durch baldigen Frieden beenden.

gedichtet von Poringer Norbert

Drahtverhau am 24. Juni 1917

Auf Urlaub

Auf Urlaub kehrt der Krieger heim nach bangen schweren Tagen,

wie freuen sich die lieben fein Willkommen im zu sagen.

Wie möchten sie bewirten ihn, dass er zu Kräften käme,

sie sinnen täglich hin und her, woher man nur was nehme.

Mehlspeise möchte jeder gern, jedoch wovon sie machen?

Mehl, Butter, Zucker und Eier sind jetzt gar kostspielige Sachen.

Ja wären wir im Ungarnland, wo alles reich verteilet,

wie glücklich wir am Donaustrand, auf seinen Fluren weilet.

Den 140 dag Mehl erhält er ohne säumen,

in dessen 50 dag wir ersehnt nur in kühnsten Träumen.

Doch gibt´s ja auch in unserm Land so viele edle Seelen,

Die stets nur rufen: Haltet durch! Sie selbst nicht lassen fehlen,

bei vollen Schüsseln ist ´s ja leicht! jedoch mit leeren Magen,

kann auch der beste Patriot durchhalten nicht vertragen.

Drahtverhau 3. Juli 1917

Des Krieges Abschied

Beim Abschied nach Italien ja da fällt´s mir gar so schwer,

o du einzig schönes Mädchen, ach dich seh ich nicht mehr.

Und am Sonntag des Morgens kam der Hauptmann zum Rapport,

guten Morgen Kameraden heute müssen wir fort.

Ja warum denn nicht morgen ja warum den gerade heut,

heute ist ja gerade Sonntag für uns junge Leut.

Und der Hauptmann spricht leise: Ja in mir liegt keine Schuld,

unser Oberst der uns führet der kennt keine Geduld.

Drum Brüder tretet zusammen hebt die Fahnen hoch in d Höh,

und so gehen wir nach Italien sagt dem Liebchen adieu.

Drahtverhau 1917