Leutnant Otto Eybl

 

Lt. Eybl war einer jener jungen Männer, die an das Reich und den Krieg absolut glaubten. Sehr geprägt von der Erziehung seiner Eltern, die Vaterland und Ehrenpflichten als das höchste Gut betrachteten. Allerdings mit starkem Bezug zu Deutschland. Dies fällt zum Beispiel in der Todesanzeige mit den Worten auf: „Er fiel für eine Alldeutsche große Zukunft“. Ungewöhnlich auch sein Namen zu Ehren des deutschen Reichskanzlers, in einer Zeit, in der viele junge Männer Franz oder Josef, nach dem österreichischen Herrscher benannt wurden.

Otto Eybl, Sohn eines in Wels tätigen Kaufmannes, wurde am 1.9.1914 in der Festung Hohensalzburg mit 19 Jahren „Soldat“. Besonders verbunden fühlte er sich mit seinen „Innviertlern“ da seine eigentlichen Wurzeln in Ried im Innkreis lagen. Oft hätte er einen einfacheren und weniger gefährlichen Weg gehen können, ja sogar seinen Tod an diesem Tag verhindern können, wäre er nicht immer wieder zu „seinen“ Innviertlern zurückgegangen. Er ersehnte in vielen Briefen an seine Eltern diese Gemeinschaft und den Kampf.

Dazu sein letzter Brief an die Eltern: Ich will die kommenden Tage bei meinen Landlern, so wie in Russland, die schweren Monate durchmachen. Es wird mir eine Ehre sein, an der Spitze meines Zuges, nach alter Sitte, in den allervordersten Linie kämpfen zu können. Tut Euch darob nicht erregen, liebste Eltern, aber es geht nicht anders.

Otto am 12. Mai 1916

Otto Eybl, ausgezeichnet mit dem Signum Laudis und der STM II. Klasse, fiel am ersten Tag der Durchbruchsschlacht bei Vielgereuth beginnend am Malga II. Posto. Am Monte Coston ereilte ihn sein Schicksal um 2 Uhr früh durch einen Halsschuss. Bestattet wurde er am Fuße des Werkes Sebastiano beim Dörfchen San Sebastiano am 17. Mai. Der Friedhof ist heute nicht mehr erhalten. Später in seine Heimat in Wels überführt, wo er am evangelischen Friedhof noch heute ruht. Seine Taten leben auch in Hoen fort. Hierbei passierte in der Regimentschronik allerdings ein Fehler. Als Otto Eybl fiel wurde die Liste der Nennungen mit den Taten des Fhr Karl Eybl, einem Verwandten, dessen Feldpost noch veröffentlicht wird, weitergeführt. Otto Eybl war ab der Schilderung der Costonegefechte bereits tot.

Leutnant Eybl war bei seinen Männern und Vorgesetzten sehr beliebt Seine Eltern setzten ihn ein einzigartiges Denkmal in Form eines kleinen Buches. Ein Jahr nach seinem Tod erschien dieses Werk, in dem sein Leben, seine Briefe, Schreiben von Freunden und Vorgesetzten und vieles mehr zusammengetragen wurde. Dieses Werk stellt einen tiefen persönlichen Einblick in die Familie und das Leben von Leutnant Eybl dar.