Der 30,5 cm Belagerungsmörser

 

( auch Škoda 305 mm Haubitze genannt) vom Typ M 11, M 11/16 und M 16 war ein Geschütz der österreichisch-ungarischen Festungsartillerie Österreich-Ungarn besaß am Beginn des Krieges 24 Stück, deren Zahl allmählich auf 72 stieg.

Der 30,5 cm Mörser hat, trotz geringer Stückzahl und nicht einmal dem größten Kaliber, legendäre Wirkung erzielt. In den Unterlagen der Rainer taucht dieser Mörser immer wieder auf. Nicht nur, dass die Rainer beim Aufbau im Freddotal mitgeholfen haben, haben sich auch Zeichnungen von Oberst Hesshaimer und Fotos von Oberst Albori damit beschäftigt. Auch im Zusammenhang mit der Ausstellung 100 Jahre I. Weltkrieg 2014 Oberndorf tauchen Unterlagen von Korporal Spöcklberger aus Oberndorf auf, der bei einer solchen Einheit diente.

Die Rainer am Cimone, 14. Juni 1916:

Das III. Baon hat für den Einbau eines 30,5 cm Mörsers Mannschaften bereitzustellen. Das gibt zu denken, zumal nicht mehr der Raum südlich Priafora, sondern das Kampfgebiet vor dem rechten Flügel der III. Armee jenseits des Asticotales das Angriffsziel des Mörsers darstellt. Das Geschützrohr, die Lafette und die Bettung des 30,5 cm Mörsers wurden einzeln auf motorisierten Spezialwagen hierher transportiert. In knapp 4 Stunden ist des Geschütz, das ein Gesamtgewicht von 20.000 Kilogramm besitz, eingebaut. Wir erfahren viele Details über dieses Wundergeschütz. Die Portee beträgt bei Verwendung schwerer Granaten 9,5 km, bei leichten zirka 12 km. Die Steighöhe beträgt 4800 m. Ein Geschoß wiegt 380 kg. Die Feuergeschwindigkeit soll bei betonierter Bettung 15 Schuß pro Stunde betragen. Jeder Schuß kostet 1000 Goldkronen.

Mit der Edelweißdivision bis zum Cimone:


Am 29. Juni ( 1916 ) erhielt ich vom Bataillonskommando den Befehl, die Beschießung von Pedescala durch 30,5 cm Mörser zu leiten. Ich war sehr verwundert darüber, dass ich als Infantrist zu einer solchen Aufgabe herangezogen wurde, die doch einem hierzu ausgebildeten Artillerie-Beobachter zugestanden hätte. ( Erich Saffert )

 

Der Einsatz an der Westfront

Während des gesamten Krieges kam die k.u.k. Armee an der Westfront nur zu drei nachweisbaren Einsätzen. Dies lag vor allem an der geringeren militärischen Kapazität und an den abweichenden Kriegszielen gegenüber dem Bündnispartner. Man sah in England und Frankreich nicht die größte Bedrohung für die Monarchie und hoffte insgeheim nach dem Sieg über Russland und Italien einen Sonderfrieden aushandeln zu können. Die k.u.k. Armee besaß mit den 30,5 cm Mörsern eine sehr durchschlagkräftige Artillerie, die gegenüber der deutschen „Dicken Bertha“ (42cm) den Vorteil besaß, dass sie nicht an das Schienennetz gebunden war. Die Mörser hatten einen wichtigen Anteil an der schnellen Zerstörung der Festungsbauten im August 1914. Dazu wurden 4 Batterien – andere Quellen sprechen von 4 Geschützen - der 30,5 cm Mörser von Skoda der k.u.k. Armee der deutschen Armee als Unterstützung bei den Angriffen auf die Sperrforts im Westen gesendet. Diese nahmen bei den Kämpfen um die Festungen Namur, Antwerpen, Lüttich und Maubeuge teil. Anschließend wurden sie an der Ostfront zu Beschießung russischer Befestigungen verwendet. Wären diese k.u.k. Batterien nicht heran geführt worden, wären diese Forts wohl nicht so schnell gefallen und der Stellungskrieg hätte möglicherweise viel eher begonnen. Dabei waren vermutlich Batterien des 2. Festungsartillerieregiments, sowie des 8. Festungsartilleriebataillon 8. beteiligt.

Munitionsarten

Normalgranate aus Nickelstahl gegen Hartziele

Gewicht 385 kg inkl. 40 kg Trotylpulver

mit oder ohne Verzögerung als M 11/9 bzw. M 11/13 bezeichnet.

Truppengranate aus Kohlenstoffstahl gegen minder harte Ziele

Gewicht 385 kg inkl. 40 Kg Trotylpulver

Truppengranate leicht gegen Weichziele – in der Museumssammlung vorhandenes Modell

Gewicht 287 kg

Typ M 15/9

Granatschrapnell gegen Weichziele

Gewicht 300 kg inkl. 38 kg Trotylpulver

Aufschlags- oder Abstandszünder (Granatschrapnelldoppelzünder M 15)

Treibladung

M 11 und M 11/16

Rauchloses Ringpulver M 97 in 1.–4. Ladung + 5. Ladung falls erforderlich bei Verwendung der leichten Truppengranate.

Varianten des Mörsers

Mörser M11/16 Durch die während des Krieges gemachten Erfahrungen konnte der Mörser verbessert werden, indem man durch Umbauten der Bettung das Geschütz leichter machte und dadurch die Beweglichkeit verbesserte. Diese Ausführung erhielt die Bezeichnung Muster 11/16.

Mörser M 16 Der nur eingeschränkte Seitenrichtbereich des Mörser M 11/16 führte dazu, dass man bei Škoda begann, eine umfangreiche Verbesserung des bisherigen Modells durchzuführen. Die als M 16 bezeichnete Ausführung erhielt eine um 360° schwenkbare Mittelpivotlafette, das Gesamtgewicht wurde verringert und durch eine Vereinfachung der Mechanik wurden Auf- und Abbau wesentlich erleichtert. Als Zugwagen wurde der ebenfalls neu konstruierte Kraftwagen M 17 verwendet. Verantwortlich für die Konstruktion dieses Modells war der Chefkonstrukteur der Austro-Daimler Werke, Ferdinand Porsche. Bis zum Ende des Krieges wurden noch 14 dieser Geräte angefertigt.

Insgesamt lieferten die Škodawerke 72 Stück der 30,5-cm-Mörser, von dessen Model M 16 noch zwei Stück von der deutschen Wehrmacht 1941 bei der Belagerung von Sewastopol eingesetzt wurden.

Technische Daten

M.11

Kaliber:305mm
Gewicht::18.730kg
Rohrgewicht:5930kg
Rohrlänge:3050   mm
Geschossgewicht: 385,3 kg
Reichweite: 9,6km
Mündungsgeschwindigkeit:370 m/s
Höhenrichtbereich:+40°/+75°
Seitenrichtbereich: 120°

M.16

Kaliber:305mm
Gewicht:22.824kg
Rohrgewicht: 7234kg
Rohrlänge: 3660mm
Geschossgewicht:385,3 kg
Reichweite: 12,3   km
Mündungsgeschwindigkeit:  450  m/s
Höhenrichtbereich:   +40°/+75°

Seitenrichtbereich:   360°



Weiterführende Informationen:

http://de.wikipedia.org/wiki/30,5_cm_Belagerungsm%C3%B6rser

 

http://www.fl18.de/artikel/319/